SVM-Betreuerstab: Von New York bis nach Hütteldorf. All jene, die im Profibereich tätig waren, haben längst neue Aufgaben, teilweise aber nicht im selben Bereich.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 25. Juli 2021 (01:57)

Eine komplette Saison in der Fußball-Bundesliga wurde bereits ohne den SV Mattersburg absolviert. Und doch liegt es erst etwas mehr als ein Jahr zurück, als Mitte Juli der Commerzialbankskandal rund um Direktor und SVM-Präsident Martin Pucher ans Tageslicht kam. Burgenlands ehemaliges Fußball-Aushängeschild ist seit August 2020 Geschichte, in der Causa Commerzialbank ermitteln die Behörden nach wie vor laufend. Für all jene, die zum Zeitpunkt des Aus und kurz davor noch im sportlichen Bereich für den langjährigen Bundesligisten tätig waren, hat sich das berufliche Rad längst weitergedreht – nicht nur bei den Spielern, sondern auch beim ehemaligen Betreuerstab. Die Bandbreite der neuen Aufgaben reicht dabei von der Fortsetzung bisheriger Tätigkeiten bei anderen Vereinen bis hin zu völlig neuen Aufgabengebieten.

Franz Ponweiser. Bis Juli 2020 war er Trainer und Sportlicher Leiter, ehe der Neutaler schließlich beim Österreichischen Fußball-Bund eine neue berufliche Herausforderung annahm. Seitdem ist er im Rahmen der ÖFB-Trainerausbildung tätig. Aber nicht nur das. Auch Aufgaben wie die Gegnerbeobachtung für das Nationalteam fällt in den Kompetenzbereich des 45-Jährigen. So war er bei der EURO für das Team von Franco Foda unterwegs und durchleuchtete hier auch etwa Österreichs Achtelfinalgegner Italien.

Markus Schmidt. Der Co-Trainer von Franz Ponweiser ist seit Ende September 2020 in der Burgenlandliga als Chefcoach aktiv, wo er die sportlichen Agenden bei der FSG Oberpetersdorf/Schwarzenbach zu verantworten hat. In der neuen Saison gilt es für Schmidt (43), mit der zuletzt immer wieder im Abstiegskampf verwickelten Spielgemeinschaft in ruhigere Tabellenregionen zu gelangen.

Bernd Eibler. Für den ehemaligen SVM-Videoanalysten und -Co-Trainer aus Sigleß hat sich mit der Co-Trainer-Tätigkeit bei den New York Red Bulls ein besonders spannendes berufliches Feld aufgetan. An der Seite von Chefcoach Gerhard Struber ist der 27-Jährige somit im Osten der USA tätig, wo er die Red Bull-Profis in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) betreut.

Roland Gerdenitsch. Der zum Zeitpunkt des SVM-Aus als Tormanntrainer der Grün-Weißen engagierte 42-Jährige folgte Markus Schmidt zur Fußball- und Sportgemeinschaft Oberpetersdorf/ Schwarzenbach, kurz FSG. Dort ist Gerdenitsch Co-Trainer – aber natürlich auch für die Schlussleute zuständig.

Gerald Linshalm. Beim SV Mattersburg noch als reiner Athletikbetreuer aktiv, hat sich der 40-jährige Wiener Neustädter nach einer Saison als Athletik- und Co-Trainer bei der Wiener Austria unter Peter Stöger nun ganz der Trainertätigkeit zugewandt. Linshalm ist beim FAC in der 2. Liga als Co-Trainer von Mitja Mörec engagiert und peilt zudem auch die A-Lizenz an.

Gerald Popovits. Seitdem der SVM im Profigeschäft tätig war, stand der gebürtige Olbendorfer als Masseur Saison für Saison parat. Mittlerweile hat sich der 48-Jährige aber völlig neu orientiert und absolviert einen Diplom-Fernstudiengang an der Akademie für Sport, Gesundheit und Management – „Internationales Sportmanagement“. Parallel zu seiner Ausbildung ist Popovits seit Juni aber auch für 20 Stunden bei Admira Wacker in der Geschäftsstelle tätig. „Es taugt mir bislang sehr“, weiß der in Mattersburg lebende Hobby-Dartspieler seine abwechslungsreiche neue Tätigkeit, die weit weg von einem monotonen Bürojob ist, zu schätzen. „Bis jetzt durfte ich in verschiedenen Bereichen reinschnuppern, von der Unterstützung beim Teammanagement über Covid-Maßnahmen bis hin zur Social-Media-Betreuung.“ Die Tätigkeit als Masseur ruht somit. „Ich bin in einem Alter, in dem ich jetzt noch etwas Neues machen kann. Darum habe ich mich auch dazu entschlossen.“

Martin Ivanschitz. Der ehemalige SVM-Teamarzt arbeitet im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt als Unfallchirurg und Sportmediziner in der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie, zusätzlich betreibt der 45-Jährige eine Wahlarztordination im VIVA-Landessportzentrum Steinbrunn und hilft optional auch als Mediziner bei den Nachwuchsnationalteams aus.

Michael Karner, Franz Seba. Der Ex-SVM-Physiotherapeut Karner und der Orthopäde sowie Traumatologe Seba (er ist auch noch im Krankenhaus Eisenstadt tätig) machen mittlerweile beruflich gemeinsame Sache in Mattersburg. Ortho-Trauma-Med nennt sich die Ordination des ehemaligen SVM-Teamarztes Seba für Orthopädie und Traumatologie sowie die Praxis von Karner für (Sport)Physiotherapie und Rehabilitation.

Dragisa Vukadinovic. Beim SV Mattersburg war er eine gefühlte Ewigkeit als Zeugwart der Mann für die Trikots und sämtliche Arbeitsmaterialien für die Profis, in weiterer Folge war er dann auch dafür zuständig, dass im Pappelstadion alles seine Ordnung hatte. Mittlerweile steht der 54-Jährige, der immer schon einfach nur „Gile“ genannt wird, beim populärsten Klub Österreichs – dem SK Rapid Wien – in der Profiabteilung von Cheftrainer Didi Kühbauer unter Vertrag. Das Tätigkeitsfeld ist altbekannt, einzig die Bezeichnung hat sich modernisiert. Aus dem Zeugwart des SVM wurde der Utensilienmanager von Rapid.