Burgenländische Journalisten hautnah bei den WM-Stars

Erstellt am 04. Dezember 2022 | 05:13
Lesezeit: 4 Min
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Ein blendend eingespieltes Team sind Michael Pinter und Oliver Polzer (l.) schon seit mehreren Jahren. Für den 35-jährigen Pinter ist es nach Russland 2018 sein zweiter Weltmeisterschafts-Einsatz. Ein Treffen mit dem ehemaligen kolumbianischen Superstar Carlos Valderrama (r.) war hingegen in Doha eine Premiere.
Foto: privat
Mit Alina Marzi (Servus TV) und Michael Pinter (ORF), beide aus Eisenstadt, ist das Burgenland in Katar im WM-Einsatz.

Seit 1998 wartet Österreich auf ein Weltmeisterschaftsspiel. Das Großevent in Katar ist die sechste WM hintereinander ohne rot-weiß-rote Nationalmanschaft. Rot-goldenen WM-Einsatz gibt es in Doha aber dennoch, und zwar abseits des Spielfelds. Alina Marzi und Michael Pinter – beide starteten ihre Journalisten-Karrieren übrigens bei der BVZ – sind beruflich bei der Mega-Veranstaltung dabei.

Die Eindrücke von der etwas anderen Weltmeisterschaft, die bekanntlich erstmals nicht im Sommer stattfindet, sind vielfältig. „Ein zweischneidiges Schwert, es wurden viel zu viele Fehler im Vorfeld gemacht. Katar ist nicht wirklich eine Fußballnation, die Stimmung am Fan-Festival eher überschaubar“, erzählt Alina Marzi, die aber anmerkt: „Rein aus arbeitstechnischer Sicht bin ich positiv überrascht, man bemüht sich sehr, man fühlt sich sicher, als Journalistin werde ich absolut auf Augenhöhe behandelt.“ Es ist gleichzeitig die erste Fußball-WM für die Burgenländerin, die stolz ist „gleich bei Premiere in der Servus TV-Startelf zu sein.“ Als Field Reporterin interviewt sie bei neun WM-Spielen und hatte dabei auch schon mehrere Stars wie beispielsweise den Portugiesen Joao Felix vor dem Mikro.

Ich bin schon der Meinung, dass die WM nicht hier sein dürfte. Am Ende mache ich aber nur meinen Job, der grundsätzlich ein sehr cooler ist.“ michael pinter, ORF

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Foto: privat

Noch lange kein alter Hase, aber doch einen Tick routinierter, wenn es um Fußball-Großveranstaltungen geht, ist Michael Pinter. Der 35-Jährige arbeitet seit zehn Jahren beim ORF und war bereits bei der EM 2016, der WM 2018 und der EM 2020 dabei. Pinter ist einer der Assistenten und hauptsächlich im Team mit ORF-Kommentatoren-Krösus Oliver Polzer. „Die Zusammenarbeit mit Oliver passt hervorragend. Wir verstehen uns sehr gut und ich kann richtig viel von ihm lernen. Die Stimmung ist top, auch wenn die Tage lang sind.“

Zum Aufgabenbereich zählt die Vorbereitung auf die einzelnen Spiele, sprich Infos über Teams und Spieler zu sammeln, die dann von Polzer verwertet werden. Pinter ist aber nicht nur ein Statistik-Freak, sondern bringt sich während des Live-Spiels auch in Sachen Taktik und Spielverlauf ein.

Bei der aktuellen WM wird der ehemalige Burgenlandliga-Spieler des ASK Klingenbach bis zum Finale als Assistent mitwirken – und in Zukunft vielleicht schon als Kommentator. Bei der 2. Liga-Konferenz im Herbst gab es bereits die ersten Einsätze für ihn: „Und das soll in Zukunft mehr werden“, freut sich Pinter, für den aber vorerst eben noch stressige Tage in Katar anstehen: „Vor allem in der Gruppenphase dauern die Tage lange, da steht jeden Tag ein Spiel für uns am Programm.“ Viel Zeit, um Eindrücke von Katar zu sammeln, bleiben da gar nicht: „Bislang ist jeder Arbeitstag gleich. Hotel, dann arbeiten, ab ins Stadion, zum Match und dann wieder ins Hotel.“ Bei den Spielen selbst gibt es dann schon den einen oder anderen besonderen Moment, wenn man echten Fußballgrößen – wie in Pinters Fall – etwa dem Kolumbianer Carlos Valderrama oder Deutschlands Jürgen Klinsmann über den Weg läuft.

Schlechte Erfahrungen vor Ort gab es bis dato nicht: „Ich fühle mich wohl hier, es ist alles sehr gut organisiert. Ich bin schon der Meinung, dass die WM nicht hier sein dürfte, versuche mich aber auf die Spiele und auf eine schöne Weltmeisterschaft zu konzentrieren. Am Ende mache ich ja einfach nur meinen Job. Und das ist grundsätzlich ein sehr cooler.“

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Alina Marzi hat bei ihren WM-Einsätzen so manchen Star vor dem Mikro, wie hier den Portugiesen Joao Felix.
Foto: privat

Auch für Alina Marzi ist das Tagesprogramm in Katar dicht gestaffelt: „Die Tage sind lang und intensiv, neben den Spielen berichten wir vom Abschluss-Training, dem Fan-Festival und drehen Storys rund um die WM, haben beispielsweise den offiziellen Barber des US-Teams in dessen Team-Base zum Interview getroffen. Wenn Zeit bleibt, spazieren wir gerne an der Corniche entlang, der Fan-Meile mit kleinen Public-Viewings vor der Skyline Dohas.“

Für Marzi, der die Leidenschaft für Fußball schon alleine aufgrund ihres Vaters – Ex-SC Eisenstadt-Kicker Hannes Marzi – in die Wiege gelegt wurde, geht es dann nach 17 Tagen Fußball-Berichterstattung am Montag wieder retour. Dann ist die WM für sie zu Ende. Daheim wird die Eisenstädterin dann wohl den Spaniern die Daumen drücken: „Dieses junge, dynamische Team hat mich in den Bann gezogen.“ Trotzdem sind für sie Brasilien und Frankreich die heißesten Titelkandidaten. Ähnlich sieht es Kollege Michi Pinter: „Ein Finale Brasilien gegen Frankreich wäre für mich richtig genial.“