Mattersburg , Parndorf , Neusiedl am See

Erstellt am 09. März 2018, 04:27

von Bernhard Fenz

Regionalliga Ost als abstiegsfreie Zone?. Muss der Letzte runter? Gibt es einen Aufsteiger mehr? Ein Punkt in den Bestimmungen sorgt (noch) für Verwirrung.

Symbolbild  |  BVZ, Bernhard Fenz

Die Ligareform naht und die Eckpfeiler sind längst klar.

  • In der Bundesliga werden zwölf statt zehn Klubs spielen. Die ersten zwei von unten steigen auf und der Bundesliga-Letzte (St. Pölten) spielt Relegation gegen den Dritten.
  • Aus der aktuell Ersten Liga mit zehn Klubs wird künftig die neue 2. Liga. Diese soll mit acht Teams aus den drei Regionalligen zu einer 16er-Liga aufgefüllt werden. Der Letzte der Ersten Liga soll Relegation gegen den Dritten seiner Regionalliga spielen, wie in der Bundesliga wäre das ein Abstiegsprozedere light.

Soweit, so klar.

Keine Relegation = fix drei Ostliga-Aufsteiger

Weil aber pro Regionalliga nicht mehr als drei Vereine aufsteigen dürfen und in der Westliga aktuell zu wenige Vereine aufsteigen wollen (womöglich ist gar kein Klub dabei, am 15. März endet die Nennfrist), wird wohl das erste Notfalls-Szenario greifen: Die Relegation wird entfallen.

Das bedeutet wiederum für die Regionalliga Ost (RLO), dass es drei Fixaufsteiger geben wird, um die 2. Liga bestmöglich aufzufüllen. Wenn das nicht für die angepeilte 16er-Liga reichen sollte, dann wird laut Bundesliga oben nur mit 15 oder 14 Teams gespielt – Notfalls-Szenario zwei.

Ergo ist die 2. Liga derzeit noch eine strukturelle Baustelle mit Fragezeichen, etwa was die Ligenstärke betrifft. Ein solches Fragezeichen gibt es aber auch noch in der Ostliga aufgrund der Durchführungsbestimmungen.

„Nirgends steht, dass es deshalb einen möglichen zusätzlichen Aufsteiger geben muss.“BFV-Boss Gerhard Milletich über den aktuellen Abstiegspassus in der Ostliga.

Im Juni des Vorjahres entschied die Paritätische Kommission (siehe Faksimile unten), dass der Letzte absteigen muss und es maximal drei Aufsteiger geben darf. Der Haken: Damals waren noch 17 RLO-Vereine am Start.

Die Vienna hatte vor Gericht einen Aufschub ihres Zwangsabstiegs wegen eines Insolvenzverfahrens erzwungen, Ende des Herbstes schieden die Döblinger aber dann nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofes doch aus.

Der besagte Passus bei den Ostliga-Durchführungsbestimmungen birgt Interpretationsspielraum.  |  Faksimile/Baumgartner

Der Plan, ein Fixabsteiger würde bei drei Landesliga-Aufsteigern aus Burgenland, Wien und Niederösterreich also unterm Strich eine Regulierung der Ostliga auf 16 Vereine nach sich ziehen, geht so in Kombination mit den Entwicklungen fix nicht mehr auf. Plötzlich bleiben nach dieser Rechnung nämlich nur 15 Vereine übrig.

Was nun? Die zuständige Paritätische Kommission hat bereits einen Antrag an den Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) gestellt, den besagten Passus zu ändern, wie BFV-Präsident Gerhard Milletich bestätigte. Dann bliebe der aktuelle Letzte, Schwechat, oben. „Das ist jetzt eine atypische Situation. Durch den Wegfall der Vienna hat sich die generelle Konstellation verändert. Die Frage lautet, wie wir die Regionalliga wieder auf 16 Klubs auffüllen können. Und da ist genau das die vernünftigste Variante.“

Vierter Klub von unten rauf? „Kein Thema“

Keine Option sei es für Milletich übrigens, auf einen Absteiger zu pochen und im Gegenzug neben den drei Meistern aus dem Burgenland, Wien und Niederösterreich einen zusätzlichen Aufsteiger aus dem Hut zu zaubern.

Für BFV-Präsident Gerhard Milletich ist der Antrag auf Änderung des Passus nachvollziehbar.  |  Baumgartner

„Dann müssten sich die Zweitplatzierten einen Platz ausspielen – eine komplizierte Konstellation, die wir vermeiden wollen.“ Laut Milletichs Auffassung sei ohnehin klar, dass es keinen vierten Aufsteiger von unten geben wird, denn: „Nirgends steht, dass es einen zusätzlichen Aufsteiger geben muss. Ergo gibt es auch keinen Geschädigten.“

Was wäre also die Konsequenz, sollte dem Ansuchen seitens des zuständigen ÖFB-Präsidiums – Ende März wird entschieden – nicht stattgegeben werden? Milletich, er ist Teil dieses Gremiums: „Dann müssten wir mit 15 Klubs in der Regionalliga spielen – und das wäre nicht ideal.“