Bernd Wiesberger: Über Shanghai zum großen Tour-Finale. Bevor Bernd Wiesberger als Führender in den Race to Dubai-Endspurt startet, steht noch ein echtes Mega-Turnier bevor.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 30. Oktober 2019 (04:48)
Dreifacher Saisonsieger. Der gebürtige Oberwarter Bernd Wiesberger stand in der vergangenen Woche in seiner neuen Wahlheimat Bad Tatzmannsdorf unweit des Golfclubs im „Reiters Supreme“ zahlreichen Journalisten im Rahmen einer Pressekonferenz Rede und Antwort.
Ivansich

Spannende Wochen stehen noch auf dem Plan von Bernd Wiesberger, bevor dann im Dezember auch für Österreichs besten Golfer einmal Zeit zum Durchschnaufen ist. Vorher will der 34-Jährige, der heuer bereits drei Turniere auf der European Tour für sich entscheiden konnte, noch so erfolgreich wie möglich sein. Im Fokus steht dabei die Finalserie des Race to Dubai, wo Bernd Wiesberger aktuell ganz vorne steht, und letztlich auch bleiben möchte: „Das ist mit Sicherheit ein großes Ziel. Die Punkte werden allerdings Richtung Dubai progressiv mehr. Von daher besteht die Möglichkeit, dass alles bis zum letzten Loch durchgemischt wird. Die Bandbreite der Szenarien ist hier ziemlich groß. Wir bleiben aber entspannt.“

 „Wenn es da ein wenig Wind hat, ist das ein Golfplatz, der dich schnell abwerfen kann.“ Bernd Wiesberger über die Bedingungen beim WGC-Event in Shanghai.

 Drei Stationen umfasst das Tour-Finale, den Beginn macht dabei die Turkish Airlines Open (7. bis 10. November), gefolgt vom Nedbank Championship (14. bis 17. November) in Südafrika und dem World Tour Championship in Dubai (21. bis 24. November). Die Siegerschecks können sich sehen lassen. In der Türkei gibt es zwei Millionen, in Südafrika 2,5 Millionen und in Dubai stolze drei Millionen Dollar für den Turniersieg. Zusätzlich zu den Preisgeldern teilen sich die besten fünf Golfer der European Tour fünf Millionen Dollar Preisgeld auf.

Shanghai — ein Ort für großartige Momente

Noch vor dem Saison-Finale steht für Wiesberger aber in dieser Woche ein Höhepunkt an, das WGC-HSBC Champions in Shanghai. Vor zwei Jahren hatte der Südburgenländer im Sheshan Golf Club einen besonderen Schlag abgeliefert — ein Hole in One: „Beim vierten Loch, mit einem Siebener-Eisen, habe ich das Hole in One gespielt. Ich hab es nicht genau gesehen, das war auf einer Kuppe.“ Auch TV-Bilder gab es vom Zauberschlag keine. Sei’s drum.

Die Nummer 23 der Welt hat einfach richtig gute Erinnerungen an Shanghai. „Der Platz ist vielleicht sogar der beste in Asien. Er hat ein sehr gutes Layout – und man muss hier ziemlich genau sein. Wenn es da ein wenig Wind hat, ist das ein Golfplatz, der dich schnell abwerfen kann. Vor zwei Jahren habe ich ein sehr gutes Turnier hier gespielt bei relativ widrigen Bedingungen.“ Am Ende gab es mit Rang neun ein Top-Ten-Resultat.

Ein Ergebnis im Spitzenfeld ist auch diesmal angepeilt. Der Vorteil auf dem Weg zu einem guten Abschneiden: „Da ich die Plätze sehr gut kenne, muss kein großer Aufwand betrieben werden, um hier extra Proberunden oder dergleichen noch zu drehen“, so Wiesberger, der optimistisch und mit viel Selbstvertrauen in Asien an die Sache herangeht. Am Sonntag brach er Richtung Shanghai auf, um sich auf das wichtige Turnier einzustimmen.

Die jüngsten Erfolge lassen auch berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme am Ryder Cup 2020 aufkommen, auch wenn der Wahl-Bad Tatzmannsdorfer vergangene Woche defensiv blieb: „Wir haben in der Qualifikation 48 Turniere, aktuell sind fünf gespielt. Ich arbeite darauf hin, dass ich jede Woche so gut Golf spiele wie möglich. Es war ein guter Start für das Ranking“, so der Führende des Race to Dubai. Und sollte er am Ende seine Führung behalten, wird man zumindest nicht leicht über den Namen Wiesberger bei der Team Europe-Nominierung hinwegsehen können.