Drei Fragen an Bernd Wiesberger vor 15. Profisaison. Der Oberwarter Profigolfer Bernd Wiesberger beantwortete vor dem Saisonstart 2021 diese Woche in Abu Dhabi und damit dem Beginn seiner 15. Profisaison der APA drei Fragen.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 19. Januar 2021 (14:09)
Bernd Wiesberger
APA/AFP

APA: Das Reisen ist wegen Covid-19 derzeit vermutlich umständlich. Überwiegt aber auch bei den Profigolfern das Wissen um das Privileg, dass man überhaupt Sport ausüben kann?

Wiesberger: "Natürlich sind wir in einer privilegierten Lage, dass der Sport aufgrund weitreichender Covid-Sicherheitskonzepte international ausgeübt werden kann. Grundsätzlich ist eine Übertragungsgefahr am Golfplatz relativ gering. Die wesentliche Aufgabe für die Touren ist allerdings, die Sicherheit im direkten Umfeld des Turnieres sicherzustellen. Hier wird insbesondere von der European Tour ein toller Job gemacht, auch wenn die Einschränkungen für Spieler nicht sonderlich angenehm sind. Reisetätigkeiten sind aktuell zwar mit vermehrten Testungen verbunden, diese stellen jedoch keinen zu großen Mehraufwand dar, und ich sehe es als Verpflichtung gegenüber den Mitreisenden, dass ich sicherstelle nur getestet und ohne Infektion in ein Flugzeug zu steigen."

APA: Sie haben Turniersiege gefeiert, waren bei Olympia, bei WGC-Events und Majors. Wäre die Ryder-Cup-Teilnahme so etwas wie Endstation Sehnsucht, sprich noch etwas ganz Spezielles?

Wiesberger: "Endstation Sehnsucht klingt viel zu sehr nach einem Abschluss. Dafür gibt es viel zu viele Dinge, die ich in meinem Sport noch erreichen kann und will. Aber eine Teilnahme am Ryder Cup hätte einen sehr hohen Stellenwert für mich und wäre sicherlich eines der Highlights in meiner bisherigen Karriere. Grundsätzlich bin ich ein großer Fan solcher Teambewerbe und es wäre eine große Ehre, meinen Beitrag für das europäische Team leisten zu dürfen."

APA: Sie starten als 35-Jähriger in ihre 15. Profisaison, da kann man schon etwas Bilanz ziehen. Hätten Sie sich jemals gedacht, so weit zu kommen? Was waren die absoluten Highlights in diesen eineinhalb Jahrzehnten und was würden sie noch unbedingt gerne erreichen?

Wiesberger: "Die Zeit vergeht sehr schnell und der größte Erfolg ist wohl, meine Leidenschaft beruflich und auf den größten internationalen Bühnen ausüben zu können. Karrieren im Sport sind meist nur schwer planbar und hätte man mich vor 15 Jahren gefragt, dann hätte ich sieben Siege und die anderen Erfolge wahrscheinlich sofort angenommen. Das Schöne ist die permanente Weiterentwicklung, und es gibt für mich auch jetzt noch viele Ziele zu erreichen und Bereiche meines Spiels zu verbessern. Für 2021 stehen bessere Ergebnisse bei WGC- und Major-Events am Plan, eine mögliche Qualifikation für das Ryder Cup Team steht sicherlich auch damit im Zusammenhang. Langfristig sehe ich in meinem Spiel noch viel Potenzial und freue mich auf die bevorstehenden Aufgaben."

(Die Fragen stellte Hans Gödel/APA per eMail)