Mädchenfußball: „Wir müssen an der Basis ansetzen“. Trotz positivem Feedback der Vereine und einem Anstieg bei den Teams gibt es im Mädchenfußball noch einiges zu tun.

Von Dietmar Heger. Erstellt am 06. Juli 2020 (05:53)
Motiviert. Beim FC Deutschkreutz um Nachwuchsleiter Robert Strobl (l.) und Trainerin Marie Therese Schöpf (r.) ist man stolz ein Mädchenteam in die U13-Meisterschaft zu schicken.
Didi Heger

Vor gut einem Jahr wurde dem Mädchen- und Damenfußball im Burgenland wieder so richtig Leben eingehaucht. Zwar scheiterte der Versuch eine Meisterschaft für den Erwachsenenbereich auf die Beine zu stellen an den großen Leistungsdifferenzen zwischen den vorhandenen Teams, aber immerhin gelang es einen Cup-Bewerb für Damen zu installieren.

Der vielleicht noch größere Schritt in eine bessere Zukunft des rot-goldenen Damenfußballs gelang jedoch mit der Einführung der U10- und U12-Mädchenbewerbe in den Bezirken Eisenstadt, Mattersburg und Oberpullendorf sowie mit der Errichtung von zwei Bezirksstützpunkten in Deutschkreutz und Unterschützen. „Die Entwicklung ist seit dem Herbst des vergangenen Jahres sehr gut“, freut sich der Sportliche Leiter des BFV, Hans Füzi. „Wir wollen die Mädchenprojekte weiter forcieren.“

Ins selbe Horn bläst Yvonne Lindner, die bei der Generalversammlung des BFV Monika Kuster als Referentin für den Frauen- und Mädchenfußball beerbte: „Wir sind erst am Anfang, es wartet noch viel Arbeit.“

Projekte wie „Mädchen am Ball“ des Dachverbands ASKÖ oder „Playmakers“, das von der UEFA in Kooperation mit Disney initiiert wurde, sollen den Aufschwung im Mädchenfußball unterstützen. „Solche Initiativen sind schon sehr hilfreich“, meint Lindner, die den Hebel in Zukunft an der Basis ansetzen will. „Wir müssen vermehrt in die Kindergärten und Volksschulen. Dort müssen wir bei den Mädchen die Begeisterung wecken.“ Auch der Transfer zu den Vereinen ist ein Thema, dem sich die neue Mädchenreferentin annehmen will.

Es gibt also noch Verbesserungspotenzial, wobei eine rasante Entwicklung in den vergangenen beiden Jahren nicht von der Hand zu weisen ist. „Im Österreich-Vergleich können sich unsere Zahlen, was die Anzahl der Meisterschaftsteams betrifft, durchaus sehen lassen“, stellt Hans Füzi klar. „Wir haben vor dem Start im Vorjahr lange getüftelt und freuen uns jetzt, dass das Angebot gut angenommen wird.“

28 Mädchenteams gaben Nennung ab

Denn bei den Gruppensitzungen im Landessüden und Nord/Mitte nannten 17 Vereine insgesamt 28 Mannschaften für die kommende Meisterschaft, die am 4. September beginnt. „In Mönchhof ist man noch am Grübeln, ob sich das eine oder andere Team ausgeht“, erklärt Lindner. Was von den Zusammenkünften mit den Klubverantwortlichen weiters blieb: „Es waren sehr viele Trainerinnen anwesend. Das ist ebenfalls sehr positiv“, so Füzi. „Es gehört einfach dazu, dass sich Trainerinnen um die Mädels kümmern.“

Alles in allem stimmt die Richtung im rot-goldenen Mädchenfußball also. Ab September sollen die nächsten Schritte gesetzt werden. „Im besten Fall soll es burgenlandweit zu den Klubtrainings fünf Mädchenstandorte geben“, gewährt Füzi abschließend einen Blick in die Zukunftsplanungen.