Radostits: Jung-Violetter mit rot-goldenen Wurzeln. Simon Radostits, Kapitän von Austria Wiens U18-Akademie-Mannschaft, zerriss seine ersten Packler in Oberdorf.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 30. Dezember 2020 (04:55)

Als Fußballknirps freute sich Simon Radostits besonders auf die Wochenenden. Da war nach der Heimkehr Kicken im Südburgenland angesagt. Mutter Karin (aus Litzelsdorf) und Vater Peter (Oberdorf) pendelten seit vielen Jahren unter der Woche zur Arbeit nach Wien.

Spätestens als dann der Junior 2010 zum Wiener Sportklub (wo Vater Peter als Jugendtrainer fungierte) wechselte, wurde die Bundeshauptstadt der absolute Lebensmittelpunkt. „Was tut man nicht alles für die Kinder“, meint Vater Peter. Dem Fußballsport wird in der Familie Radostits schließlich fast alles untergeordnet. Der Senior war einst auch als Kicker aktiv. Seine Glanzzeit hatte er mit dem SV Oberwart. Mitspieler waren, unter anderem, Keeper Gustl Neubauer und Stürmer-Legende Gerhard Hirczy.

Simons Leistungen fielen in Wien immer mehr auf. Im Herbst 2013 folgte der Transfer zu Austria Wien, in der U12 machte der Youngster die ersten violetten Tricks und Tore. Seither ging es steil bergauf. Der – in der Zwischenzeit – 1,80-Meter-Riegel schaffte zunächst den Sprung in die Akademie und war in allen drei Mannschaften gesetzt.

„Fehler kann man sich kaum erlauben“

„Das tollste Erlebnis war mein erster Einsatz von Beginn weg in der U18-Truppe“, erinnert sich Simon Radostits. „Da haben wir gegen St. Pölten 4:1 gewonnen, ich habe gleich einen Treffer erzielt.“ Auch die Teilnahme beim Internationalen Hallenturnier in Göttingen wird erwähnt: „Da haben wir gegen die Spitzenklubs aus ganz Europa gespielt.“

Aktuell pendelt der talentierte Mittelfeldspieler zwischen der Zweier-Mannschaft der Veilchen, den Young Violets in der 2. Bundesliga, und dem AKA-Team hin und her. „Da ist schon ein Unterschied, vor allem im körperlichen Bereich. Alles geht schneller, Fehler kann man sich kaum erlauben“, fasst Radostits zusammen.

Auf zwei Einsätze für die Young Violets hat er es bereits geschafft, spätestens im Frühjahr sollen weitere folgen. „Step by step“, nennt er seinen Karriereplan. Denn parallel zum Kicken steht in diesem Schuljahr auch noch die Matura in der Austria-Kooperationsschule, dem Ballsportgymnasium Erdberg, an.

Wie gehen eigentlich die Jungveilchen mit dem Corona-Thema um? „Wir freuen uns voll, dass wir trainieren und spielen können. Darauf ist ganz klar der Fokus gelegt“, erklärt Radostits junior. „Aber wir reden schon viel drüber. Auch die regelmäßigen Tests sind wichtig. Alle haben Eltern oder Großeltern daheim.“

Dabei ist auch U18-Trainer Cem Sekerlioglu eine große Stütze. „Er ist echt einer der Besten, redet viel mit uns, versucht jeden zu verstehen.“ Und auch auf Teamebene durfte sich Simon Radostits freuen. Im Frühjahr erhielt er erstmals eine Einberufung zu einem Lehrgang des U18-Nationalteams, wo man auch schon auf die Leistungen des Juniors aufmerksam geworden ist.

Auf den Spuren eines weiteren Burgenländers

Gut möglich also, dass sich der Weg des gebürtigen Südburgenländers nach oben hin fortsetzt. Ein weiteres rot-goldenes Talent zeigt die mögliche Richtung aktuell vor: Der Krensdorfer Matthias Braunöder (18) ist bei den Young Violets bereits eine fixe Größe und gesetzt. Mehr noch: Am Sonntag saß er beim 1:1 gegen den LASK schon zum zweiten Mal in dieser Saison auf der Bank der Bundesliga-Truppe.