Pichlers geplanter Aufbruch in eine neue Sphäre. Der 24-jährige Osliper David Pichler hat als Ziel für 2021 die zweithöchste internationale Spielebene angepeilt.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 24. Dezember 2020 (05:06)
Titelverteidiger. Der Osliper David Pichler gewann im Vorjahr überraschend die Titelkämpfe in Oberpullendorf. Im Semifinale setzte sich die burgenländische Nummer eins gegen Daviscupper Dennis Novak durch.
Heger

Bei seinen letzten Einsätze im heurigen Jahr machte sich David Pichler mit zwei Siegen in Monastir selbst die wohl schönsten Weihnachtsgeschenke. Mit seinem Partner Alexander Erler erkämpfte er sich, nach einer Final-Niederlage beim ersten Antreten in Tunesien acht Doppel-Siege en suite und damit zwei Turnier-Erfolge.

Das alles, obwohl das dritte Event der Turnierserie für Pichler im Einzel-Bewerb erneut unter keinem guten Stern stand. Gleich in Runde eins unterlag er dem Italiener Pietro Marino nach souveränem 6:0 im ersten Satz letztlich noch klar mit 2:6 und 4:6.

Der große Erfolg gelang schließlich im Doppel. Mit seinem Partner musste er am Weg zum Turniersieg aber ordentlich zittern. Trotz des beschwerlichen Wegs ins Finale wirkten Pichler/Erler frisch und ließen sich die Strapazen im heiß umkämpften ersten Satz nicht anmerken. Im Tie-Break behielten der 24-Jährige und sein Partner aber die Oberhand gegen das Duo Added/Mansouri und setzten sich mit 9:7 durch. Nach dem ausgeglichenen ersten Satz legten Pichler/Erler noch zu und sicherten mit zwei Breaks den 7:6 und 6:3-Erfolg.

Das war es aber noch nicht mit den Tunesien-Einsätzen. Noch warten zwei Turniere auf Pichler. Das erste davon läuft bereits. In Runde eins startete der Burgenländer mit einem 7:5 und 6:2-Sieg gegen den Bulgaren Alexander Zgirovsky. Mit Partner Erler fertigte er zum Auftakt ein russisch-britisches Duo trocken mit 6:0 und 6:2 ab. Nach den beiden Turnieren geht es für Pichler dann zuerst nach Österreich, wo fünf Tage Quarantäne anstehen.

Weiter geht es — einen negativen Covid-Test vorausgesetzt — schließlich mit einem Trainingslager in Südafrika. Dort will er sich für die kommenden Herausforderungen vorbereiten: „Im Feber stehen zwei Challenger-Turniere am Kalender. Falls ich mich qualifiziere, gehe ich dort an den Start“, hat Pichler schon die nächsthöhere Spielklasse im Visier.

Challenger Tour als großes Ziel für 2021

Der Niveau-Unterschied zu der ITN Tour sei dabei eher gering, denn: „Dort kann man gegen jeden verlieren, weil die Dichte mittlerweile extrem hoch ist“, weiß der Osliper und rechnet sich durchaus Chancen aus: „Gegen Sebastian Ofner und Dennis Novak habe ich schon gewonnen – und die holen Turniersiege auf der Challenger Tour.“

Mit einem entsprechenden Ranking, um jede Woche bei einem Challenger Turnier starten zu können, „kann man kaum noch rausfallen.“ Der Punkteunterschied sei wegen des neuen Spielsystems laut Pichler aber enorm, ein ITN-Event zu gewinnen extrem schwer, „weil man fünf starke Gegner schlagen muss und dafür nur zehn Punkte bekommt (Anm.: auf der vorherigen Future Tour 18 Punkte)“, so Pichler.

In der zweithöchsten Spielklasse gibt es hingegen für die Qualifikation und einen Sieg in Runde eins bereits elf Punkte. Für einen Sieg sind es sogar 80 bis 125 Punkte. „Der Punkteunterschied ist also viel größer als der Niveau-Unterschied“, will der Osliper unbedingt in eine neue Sphäre vordringen.