Martin Janits: „Viel wird nicht gehen“. BSKV-Sportobmann Martin Janits über die aktuelle Situation im rot-goldenen Kegelsport und warum eine Halbzeit-Lösung wie im Fußball keine faire Lösung wäre.

Von Dietmar Heger. Erstellt am 25. Januar 2021 (01:23)
Alles ruht. Der Trainings- und Spielbetrieb im Sportkegeln steht seit Anfang November still. Vorerst ist aufgrund der neuesten Lockdown-Bestimmungen auch keine Besserung der Situation in Sicht.
Bernhard Fenz

Der Kleinwarasdorfer Martin Janits beerbte bei der Generalversammlung des Burgenländischen Sportkegelverbands (BSKV) Mitte Oktober den Ritzinger Oskar Schmidt als Sportobmann. Aufgrund der Corona-Unterbrechung hatte der Nationalspieler in seiner neuen Rolle bislang noch nicht viel zu tun. Mit der BVZ sprach er über die Aussichten für das Frühjahr, wie man sich als Kegler aktuell fit hält und dass der Muskelkater beim Trainingsstart vorprogrammiert ist.

BVZ: Die Gastronomie bleibt bis März zugesperrt. Daher wird es wohl solange auch keine Kegelmeisterschaft geben. Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein?

Martin Janits: Die Verordnung der Bundesregierung, was den Kegelsport betrifft, ist noch nicht gekommen. Erst mit dieser können weitere Schritte überlegt werden. Wir als burgenländischer Verband werden uns da am ÖSKB (Anm.: Österreichischer Sportkegelverband) orientieren. Es bringt nichts, wenn jedes Land andere Regelungen trifft. Ich hoffe, dass sich der ÖSKB rasch an die Öffentlichkeit wagt. Die Zeit drängt.

Wie ist das gemeint?

Janits: Aktuell ist der Stand, dass die Meisterschaft bis auf weiteres unterbrochen ist, weil es keinerlei Planungssicherheit gibt. Ich erhoffe mir aber zumindest, dass drei Varianten präsentiert werden, wie die Meisterschaft noch abgewickelt werden könnte. Eine davon wäre dann natürlich der totale Abbruch, wenn zu einem bestimmten Termin immer noch nicht gespielt werden darf.

Im Fußball wird eine Variante mit nur einer Saisonhälfte immer konkreter. Wäre das auch im Kegeln denkbar?

Janits: Nein. Heim- und Auswärtsrecht sind im Kegeln durch die unterschiedlichen Bahnen sehr ausschlaggebend. Da wäre es nicht sehr fair, würden wir nur eine Hinrunde bestreiten. Die Meisterschaft komplett fertig zu spielen, wird sich in diesem Sportjahr (Anm.: Stichtag 30. Juni 2021) auch nicht ausgehen. Wir Kegler können auch nicht von heute auf morgen starten. Wir brauchen eine entsprechende Vorlaufzeit.

Apropos Training. Wie hält man sich als Kegler aktuell fit?

Janits: Im Grunde wie jeder andere auch. Man versucht sich durch Lauf- und Krafttraining in Schwung zu halten. Die Dynamik der Würfe kann man aber nur schwer simulieren. Daher wird den Keglern und Keglerinnen der Muskelkater nach dem ersten Training nicht erspart bleiben.

Haben Sie noch Hoffnung in der ersten Jahreshälfte ihrem Sport nachgehen zu dürfen?

Janits: Natürlich lebt die Hoffnung. Den nächsten Zwischenstand wird es wohl kurz vor dem 8. Februar geben. Viel wird sich in diesem Spieljahr aber wohl nicht mehr ausgehen.

Sie spielen mit Ihrem Team, dem SKC Kleinwarasdorf, in der Superliga, die im Bereich Spitzensport angesiedelt wird. Glauben Sie, dass zumindest die Bundesligen den Spielbetrieb aufnehmen werden?

BSKV-Sportobmann Martin Janits hofft, dass er bald wieder seinem Lieblingssport nachgehen darf.
Bernhard Fenz

Janits: Schwer zu sagen. Das hängt von den Prioritäten ab, die der ÖSKB hat. Eines ist klar: Die Gesundheit der Sportler soll im Vordergrund stehen. Es gab aber bis zum Abbruch Konzepte, die funktioniert haben.

Das heißt, sie hatten im Herbst 2020 nie Bedenken an einem Spiel teilzunehmen?

Janits: Nein. Bei der Ausübung des Sports hast du deinen eigenen Bereich, zudem wurden die Bahnen bei jedem Wechsel desinfiziert und auch die Zuschauerzahlen waren begrenzt. Man könnte bei einem Neu-Start die Konzepte sicherlich noch etwas erweitern.

Wie könnte das aussehen?

Janits: Einerseits könnte man die Zuseher vorerst ganz weglassen. Mit der bisherigen Regelung von zehn Fans, die auch nicht anfeuern durften, kam ohnehin kein Zuschauerfeeling auf. Andererseits könnten die Spiele via Live-Stream übertragen werden.

Ein Kernpunkt des neu angetretenen burgenländischen Vorstands war und ist es den Spielerschwund im Kegeln zu stoppen oder mindestens einzudämmen. Kann sich Corona bei diesem Vorhaben negativ auswirken?

Janits: Das werden wir erst beantworten können, wenn es nach der langen Pause wieder losgeht. Wir bei Kleinwarasdorf waren in Sachen Nachwuchs initiativ, haben elf junge Spieler, die aktuell darauf brennen wieder auf die Bahn zu dürfen. Ich hoffe, dass das auch in ein paar Wochen noch der Fall ist. Zu anderen Sportarten abwandern ist aktuell ja auch schwierig, weil generell alles ruht.

Weg vom Kegelsport. Empfinden Sie die von der Regierung gesetzten Maßnahmen hinsichtlich der Sportausübung gerechtfertigt?

Janits: Ich habe die Maßnahmen zu Beginn befürwortet. Auch wenn ich natürlich gerne meinen Sport ausgeübt hätte. Mittlerweile fehlt mir einfach eine klare Linie. Aber da geht es mir wahrscheinlich so, wie vielen anderen Österreichern auch.