Noch sind keine Spielefeste in Sicht. Seit Anfang September sollten die Turniere bei U6 und U7 den Spielefesten weichen. Es wartet aber noch viel Arbeit.

Von Dietmar Heger. Erstellt am 26. September 2020 (01:18)
Entwicklung im Vordergrund. Beim Turnier des ASK Horitschon wurde der U7-Bewerb im Drei gegen Drei absolviert. Das U8-Spiel zwischen Oberpullendorf und der SpG Oberloisdorf/Mannersdorf (Bild) fand im gewohnten Fünf-gegen-Fünf statt.
Didi Heger

Anfang November 2019 tourten die Funktionäre des Burgenländischen Fußballverbandes (BFV) durch das Land. In den Gruppen Nord, Mitte und Süd wurden Workshops zum Thema Zweier- und Dreierfußball im U6/U7-Bereich abgehalten, um den ersten Impuls für die Umsetzung ab dem Herbst 2020 zu geben. Schon damals zeigten sich einige Nachwuchsverantwortliche nicht gerade angetan von der angepeilten Vorgehensweise im Kinderfußball. Grundtenor: „Wir verstehen den fußballerischen Sinn (Anm.: mehr Ballkontakte durch Reduktion der Spieleranzahl), aber organisatorisch ist das Konzept ganz schwierig umzusetzen.“

Und diese Prophezeiung sollte sich bislang bewahrheiten. Von „Fest-Charakter“ fehlt bei den Spielefesten aktuell nämlich vielerorts noch jede Spur. Teilweise wird sogar auf die Ausrichtung der U6- und U7-Feste verzichtet – hier tun die Vorgaben und Verordnungen der Bundesregierung hinsichtlich der Covid-19-Maßnahmen auf Sportplätzen ihr Übriges dazu –, auf anderen Schauplätzen wird zwar auf mehreren kleineren Feldern, aber ohne die ergänzenden „Challenges“, gespielt.

Europaweites Prinzip wird weiter umgesetzt

Beim ASK Horitschon wurde am vergangenen Sonntag ein U7-Turnier mit vier Vereinen im Drei-gegen-Drei-Modus veranstaltet. „Wir hatten zwei Spielfelder pro Paarung, also insgesamt vier“, berichtet Nachwuchsleiter Joel Putz. „Es hat ganz gut funktioniert, bedurfte aber einer ordentlichen Vorbereitungszeit. Der Plan muss für solche Veranstaltungen passen.“ Zusätzliche Stationen zur Schulung der psychomotorischen und kognitiven Fähigkeiten der Kids gab es keine. „Das ist mir im Moment aufgrund der Corona-Situation zu heikel“, so Putz.

Hans Füzi, den Sportlichen Leiter des BFV, lassen die „Kinderkrankheiten“ der Spielefeste aktuell noch unbeeindruckt: „Wir befinden uns in einer Probephase und sind uns bewusst, dass dieses Format viele engagierte Leute benötigt, da ein Mehraufwand für die Vereine entsteht. Im Gegensatz dazu steht aber eine erwiesene bessere Entwicklung der Spieler. Das muss es einfach wert sein.“ Außerdem führt ohnehin kein Weg am Zweier- und Dreierfußball vorbei. Füzi: „Das sind Bestimmungen, die österreichweit und in ganz Europa umgesetzt werden. Da gehen wir hier im Burgenland sicher keinen anderen Weg.“