Rolf Meixner: „Voraussetzungen sind geradezu perfekt“. Neo-Leichtathletik-Präsident Rolf Meixner strotzt vor Motivation und will den Sport im Burgenland weiter vorantreiben.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 07. November 2020 (04:18)
Neuer Vorstand. Rolf Meixner ist neuer BLV-Präsident, Leichtathletik-Trainer und Physiker.
Peter Wagentristl

Beim außerordentlichen Verbandstag des Burgenländischen Leichtathletikverbands (BLV) wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. In dieser — nicht nur — sportlich schwierigen Zeit übernahm Rolf Meixner das Zepter von Langzeit-Präsident Josef Lackinger.

Der neue Leichtathletik-Chef Meixner hat sich zur neuen Funktion aber erst überreden lassen müssen: „Ursula Bredlinger wollte mich zu einem Deal überreden: Sie stellt sich als Schriftführerin zur Verfügung, wenn ich Präsident werde“, erklärt der Eisenstädter. Zuerst habe er sich noch gesträubt, nach gutem Zuspruch von Bürgermeister Thomas Steiner willigte er schließlich ein. Der Vorstand wurde dabei auf sechs Mitglieder erweitert.

Neo-Präsident Meixner bringt als staatlicher Leichtathletik-Trainer die notwendige Expertise mit ins Amt. Nebenbei hat er noch die UEFA-B-Trainerlizenz als Fußballcoach in der Tasche und seine Fachkenntnis schon bei der Errichtung der Eisenstädter Leichtathletikanlage unter Beweis gestellt. Auch eher ungewöhnliche Qualifikationen bringt der Obmann des Vereins Leichtathletik Akademie Burgenland mit: Eigentlich ist er nämlich Neutronenphysiker, unterrichtet an der PH sowie der HTL und schreibt sogar die Schulbücher in Physik.

Wissenschaftlicher Zugang zum Sport

Wenig verwunderlich scheint daher seine Einstellung zum Sport. Die BVZ empfing Meixner umgeben von Trainingsplänen auf seinem Laptop, hochmodernen Messgeräten, logarithmischer Wachstumsfunktionen an der Tafel — und mit einem Funkeln in den Augen, wenn es um die theoretischen Grundlagen des Sports geht.

Für den BLV hat er drei Schwerpunkte definiert: die Corona-konforme Durchführung von Meisterschaften, die Ausbildung vieler neuer Kampfrichter und eine saubere Administration. Nur so könne die rot-goldene Leichtathletik in neue Sphären aufbrechen, weshalb auch im Vorstand neue Mitglieder mit diesen Schwerpunkten betraut wurden.

„Wir wollen den Vereinen ein Service bieten, das diese unbürokratisch in Anspruch nehmen können“, schildert Meixner. Dabei will der BLV nach dem Motto „helfen, nicht vorschreiben“ verfahren: „Wenn beispielsweise ein Verein gerne Stabhochsprung trainieren möchte, organisieren wir Einheiten mit den besten Trainern auf dem Gebiet“, will der BLV-Präsident keine Kosten und Mühen scheuen.

Dazu gelte es natürlich alle Vereine im Burgenland dort abzuholen, wo sie stehen und in den Verband einzubinden. Events und Organisation will der neue Vorstand möglichst von Nord bis Süd aufteilen. Ein wichtiger Schritt dafür soll auch die Implementierung von Stützpunkten sein. Geplant sind diese in Frauenkirchen, Eisenstadt, Oberpullendorf, Pinkafeld, Güssing und bei Bedarf in Neusiedl. So sollen die Wegstrecken minimiert werden — „der Umwelt und den Eltern zuliebe.“ Die Eltern sind für Meixner „die ersten und wichtigsten Trainer“ der Helden von morgen. Der Verband will daher auch sie mit Kursen unterstützen. „Coach the parents — das wird explodieren“, ist Meixner überzeugt.

„Wir müssen es schaffen, dass die Bevölkerung hinter unserem Sport steht. Die Voraussetzungen für die Leichtathletik sind dabei geradezu perfekt: Einstiegshürden gibt es kaum, jeder kann Leichtathlet werden.“