Gartner gegen Milletich: Das „Kriegsbeil“ unterm Christbaum

Erstellt am 06. Dezember 2022 | 13:47
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8543367_noe49schie_oefb_milletich_gartner_c_wal.jpg
Vereint bei den Ehrungen, getrennt in der Sache: ÖFB-Boss Gerhard Milletich (r.) und NÖFV-Präsident Hans Gartner (l., hier bei der Auszeichnung von Reinhard Litschauer) haben das Kriegsbeil noch längst nicht begraben.
Foto: Wolfgang Wallner
Die Verbandsgranden Hans Gartner und Gerhard Milletich bleiben weiter auf Konfrontationskurs.

Auch wenn die Kerzen am Christbaum noch so idyllisch flackerten: Ganz ließen sich die Konfliktlinien im heimischen Fußball auch bei der Jahresabschlussfeier nicht ausblenden. Dafür sorgten schon die Protagonisten selbst. Sowohl NÖFV-Präsident Hans Gartner als auch ÖFB-Chef Gerhard Milletich steckten in ihren Festansprachen die Claims ab.

Gartner gehört zu jenen Landesverbandspräsidenten, die von Milletich bei der außerordentlichen ÖFB-Präsidiumssitzung am Donnerstag „Aufklärung und Transparenz“ verlangen. Der Ziersdorfer pocht auf Klartext vom obersten ÖFB-Funktionär, dem vorgeworfen wurde, das Präsidentenamt zur Anbahnung von Inseraten für seine Medien genutzt zu haben.

Eine Woche später werden Milletich und Gartner wieder aneinander krachen – am 16. Dezember dreht sich im ÖFB-Präsidium alles um den Verbandscampus in Wien. Das 70-Millionen-Projekt in Aspern sieht der Niederösterreicher skeptisch: „Das Areal hat praktisch keine Möglichkeit zur Erweiterung, die Pläne wurden kurz vor Schluss nochmals über den Haufen geworfen und statt einer Halle jetzt ein Hotelbetrieb projektiert.“

Gartner fürchtet hohe Erhaltungskosten: „Diese dürfen nicht zur Last für die Landesverbände werden.“Milletich verteidigt das Projekt unter Verweis auf die Beteiligung von Bund und Stadt Wien. Unter 20 Millionen Euro würde der ÖFB-Campus dem Verband kosten: „Es wäre wirtschaftlich fahrlässig diese Chance auszulassen.“

Lindabrunn als Trainingsstandort für die Nachwuchsnationalteams bleibe „weiter unverzichtbar“.