Farkas: „So schön, wieder am Platz zu stehen“. Salzburg-Profi Patrick Farkas ist nach seinem Kreuzbandriss wieder im Training. Die Zuversicht steigt stetig.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 23. November 2018 (06:33)
Rot-goldenes Paar. Patrick Farkas mit seiner (burgenländischen) Freundin Christine Halwachs, hier beim gemeinsamen Urlaub nach der für Farkas harten Zeit in Augsburg mit Operation und Reha. „Sie ist eine große Stütze für mich und hat mir in der schweren Zeit so wie meine Familie und der Verein Halt gegeben.“
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Es läuft bei Patrick Farkas. Das ist derzeit insofern erwähnenswert, als der 26-jährige Oberdorfer in den vergangenen Monaten beinhart im Hintergrund arbeiten musste – und nun langsam wieder Licht am Ende des Tunnels sieht. Zur Erinnerung: Am 13. Mai erzielte er beim Auswärtsspiel gegen Rapid erst das 1:0, musste aber nach einer knappen Stunde vom Platz: Kreuzbandriss, Operation, Zwangspause.

„Drei Wochen lang hat es nur mich und die Verletzung gegeben,“ erinnert sich der Südburgenländer an die erste Zeit danach zurück, als er in Augsburg operiert wurde.

„Es taugt mir extrem, wie die Mannschaft und die Betreuer hinter mir stehen. Red Bull Salzburg ist eine große Familie.“Patrick Farkas über den Rückhalt bei seinem Klub

„Meine Freundin und meine Familie waren mir da eine Riesenhilfe – und natürlich der Verein. Es taugt mir extrem, wie die Mannschaft und die Betreuer hinter mir stehen. Red Bull Salzburg ist eine große Familie.“ Spätestens als der ehemalige SVM-Profi dann nach Salzburg wechselte und dort parallel zu den Mannschaftskollegen individuell Richtung Comeback arbeitete, ging es mit der Motivation zusätzlich steil bergauf. „Es ist ganz anders, wenn du in der Früh die Mitspieler siehst. Da geht dann gleich einiges weiter.“

Mittlerweile hat Farkas seit vergangener Woche die ärztliche Freigabe, um mit der Mannschaft trainieren zu dürfen. Vorerst sollen noch keine Zweikämpfe dabei sein, ab übernächster Woche dann aber sehr wohl. Mit dem Team arbeiten war zuletzt übrigens ohnehin schon im dezenten Rahmen möglich.

„Das erste Mal wieder bei einer Hösche dabei sein, war schon ein Genuss. Es ist einfach so schön, wieder am Platz zu stehen und ein Gefühl zu haben wie das eines kleinen Kindes, das auf den Ball draufhauen darf. Ich weiß nun noch mehr die kleinen Dinge zu schätzen.“

Sieben Kilo weniger: Keine Jubelbotschaft

Schön langsam wird der Außenspieler jedenfalls wieder in den kompletten Betrieb eingebaut. Darauf ist er stolz: „Es freut mich riesig, dass ich mittlerweile soweit bin. Das ist nicht selbstverständlich. Jedes Knie reagiert anders, aber ich bin optimal im Plansoll.“

Dass es übrigens besonders schnell geht, ist auch einem Glück im Unglück geschuldet: Der Meniskus wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen. „So habe ich mich nach eineinhalb Wochen bereits wieder ohne Krücken bewegen und das Knie relativ rasch belasten können.“ Apropos belasten: Wie bei so vielen seiner Profikicker-Kollegen, die dasselbe Schicksal ereilte, steckt hinter dem Weg zurück natürlich harte individuelle Arbeit.

So nah liegen Freud und Leid zusammen. Am 13. Mai bejubelte Patrick Farkas auswärts bei Rapid seinen Treffer zum 1:0 für Salzburg. Die Bullen gewannen letztlich 4:1, für Farkas sollte der vermeintlich perfekte Nachmittag aber mit einer Hiobsbotschaft enden – er riss sich später das Kreuzband.
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Der oft gebrauchte Sager „Muskelmasse aufbauen“ etwa muss erst einmal in der Praxis umgesetzt werden. „Ich habe nach der Operation sieben Kilo verloren“, erinnert sich Farkas zurück. Unsereins würde sich ob so einer Gewichtsreduktion wohl freuen, bei einem Fußballprofi ist das der Verlust von substanziellem Eigenkapital. „Der rechte Oberschenkel hatte praktisch keine Muskeln mehr, den musste ich komplett neu aufbauen.“

Mittlerweile ist er aber schon wieder bei seinem Kampfgewicht von rund 79 Kilo (vorwiegend Knochen und Muskelmasse, versteht sich) angelangt. Patrick Farkas hat sich also zurückgekämpft. Passend dazu ziert seit ein paar Wochen ein Löwe seinen Handrücken. „Ich wollte das schon immer haben,“ äußert sich der Südburgenländer knapp über sein neues Tattoo. Lieber lässt er am Platz Taten sprechen. Seine Ziele sind jedenfalls klar: „Ich will so rasch wie möglich den Sprung zurück in den Kader schaffen. Dazu möchte ich 100-prozentig fit sein. Und daran arbeite ich auch jeden Tag.“