Liga mit 16 Klubs wird gefordert. Für die Vereine der Liga gibt es eine deutliche Botschaft an die Landesverbände: Eine Liga mit 16 Klubs soll her.

Von Malcolm Zottl und Martin Ivansich. Erstellt am 13. August 2020 (02:45)
Deutliche Worte. Siegendorfs Präsident Peter Krenmayr stellt klar, sein ASV will in die Ostliga.
BVZ

Große Überraschungen brachte die Regionalliga-Besprechung in Perchtoldsdorf am Montagabend nicht. Die 13 verbliebenen Regionalliga-Vereine – die Admira Juniors und Draßburg waren nicht anwesend, trugen das Vorgehen aber mit, sprachen sich geschlossen für eine Aufstockung auf 16 Vereine aus. Zur Erinnerung: Der ASK Ebreichsdorf zog sich aus der Liga freiwillig zurück, der SV Mattersburg stellte den Spielbetrieb ein, demzufolge gibt es auch die SVM Amateure nicht mehr. Die aktuellen RLO-Vereine spielen den Ball jedenfalls an die Landesverbände aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland weiter — mit einer Deadline bis zum heutigen Donnerstag.

16er-Liga: attraktiver und wirtschaftlicher

Als Argumente für eine Aufstockung bringt die 13er-Allianz die sportliche Attraktivität, die Wirtschaftlichkeit und das Image der Liga ein. Die wirklich spannende Frage, was passiert, wenn sich die Verbände nicht bewegen, blieb zumindest vorerst unbeantwortet. Auch Traiskirchen-Obmann Werner Trost, er fungiert bei der Allianz als Ansprechpartner für das Bundesland Niederösterreich, wollte das nicht kommentieren. So darf vermutet werden: Extreme Maßnahmen könnten eine Sammelklage oder ein Streik der Vereine sein. Beide Szenarien schienen am Montagabend aber noch eher unrealistisch. Ob die Rapid Amateure tatsächlich den freigewordenen Platz in der 2. Liga haben dürfen, war (zumindest bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe) noch unklar. Das galt zunächst als obligatorisches Prozedere.

„Eine 13er oder 14er-Liga wird es nicht geben. Entweder eine Liga mit 16 Klubs oder gar nicht. Da sind sich alle einige.“ Peter Krenmayr, Präsident des ASV Siegendorf

Mit Fortdauer schien es fast wahrscheinlicher, dass die Grün-Weißen in der Regionalliga bleiben und die dritthöchste Spielklasse damit zumindest mit 14 Vereinen eine gerade Anzahl an Teilnehmern hat. Die Entscheidung diesbezüglich war für gestern, Mittwoch, avisiert. Das würde auch der 16er-Liga zumindest etwas den Wind aus den Segeln nehmen. Denn so würde ein Landesverband keinen Aufsteiger abbekommen. Im Fall von 13 Klubs könnte aus allen drei Verbänden je ein aufstiegswilliger Verein rauf, so wäre der Plan. Diesbezüglich motivierte Klubs würde es jedenfalls genug geben, betonten die Regionalligisten. Ein potenzieller Anwärter wäre Siegendorf.

„Ja, wir würden aufsteigen. Das haben wir ja immer deutlich gesagt“, so Siegendorfs Präsident Peter Krenmayr, der nachschießt: „Eine 13er oder 14er-Liga wird es nicht geben. Entweder eine Liga mit 16 Klubs oder gar nicht. Da sind sich alle einige.“ Neben Siegendorf würde sich aber auch der FC Deutschkreutz im Fall der Fälle um einen Platz in der Regionalliga Ost bewerben. Der Herbstmeister der Burgenlandliga hat jedenfalls einen Antrag auf den Platz in der Regionalliga Ost eingebracht. Nicht ganz so scharf formuliert es Neusiedls Manager Lukas Stranz, der Burgenlands Sprachrohr in der Ostliga ist: „Auch mir wären 16 Klubs lieber. Ich verstehe den Standpunkt der Verbände, aber man hätte dennoch an einer Lösung arbeiten können.“

„Die Aufstockung wäre rechtlich problematisch“

So sieht das prinzipiell auch die Allianz der Regionalligisten, zumindest bei der Frage: Welche Vereine dürfen aufsteigen? Hier sollen die Landesverbände eine Entscheidung treffen. Spannendes Detail: Als Musterbeispiel führen die Vereine die Lösung in der Regionalliga Mitte an. Nach dem Rückzug des ATSV Wolfsberg rückte Spittal/Drau, zum Zeitpunkt des Abbruchs Zehnter der Kärntner Liga, nach. Ergo müsse sich die Nachbesetzung nicht zwingend nach der sportlichen Performance in der vergangenen Herbstsaison richten.

Fraglich bleibt aber dennoch, ob die Verbände einer Aufstockung grünes Licht geben, nicht gerade klein ist die Angst vor Klagen. Zieht man tatsächlich eine 16er-Liga durch und bestimmt drei Aufsteiger, würden möglicherweise Vereine aus den unteren Ligen auch den Anspruch auf einen Aufstieg stellen. Der ÖFB hat ja bekanntlich ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das ergab, dass es unterhalb der 2. Liga weder Auf- noch Abstieg geben soll. Auch BFV-Präsident Gerhard Milletich sieht einer Aufstockung skeptisch entgegen: „Rechtlich wäre es definitiv problematisch.“