Sommer gründete Verein „aus Liebe zum Sport“. Der Wahl-Nickelsdorfer und einstige Sportjournalist Robert Sommer hob Anfang des Jahres S.P.O.R.T. aus der Taufe.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 12. Februar 2020 (06:22)
Ziehen an einem Strang. Im Bild: Doppel-Olympiasieger Roman Hagara, seine Frau und einstige Turnerin Sabine König sowie der ehemalige Sportjournalist und jetzige Autor Robert Sommer (v.l.).
Karin Amon

Sportexperten Österreichs formierten sich Anfang des Jahres zu einem Verein, „um dem Sport in unserem Land und unserer Gesellschaft einen höheren Stellenwert zu verleihen, auf die aktuelle Situation aufmerksam zu machen und das Thema an der Oberfläche zu halten. Wir gaben unserer Vereinigung den Namen S.P.O.R.T. und stehen demzufolge für Spiele, Parteiunabhängigkeit, Oesterreich, Reformen und Transparenz. Wir alle machen das aus Liebe zum Sport“, führt der Präsident und Gründer des Vereins, der Wahl-Nickelsdorfer und ehemalige Sportjournalist Robert Sommer, im Gespräch mit der BVZ aus.

„Wir wollen unsere Hilfe anbieten“

Das Ziel des Vereins ist es, „positiven Druck“ auf die Regierung, auf die Verbände und auf alle Verantwortungsträger auszuüben, um so den Stellenwert des Sports in Österreich anzuheben. „Wir wollen unsere Hilfe anbieten. Ich denke, dass wir dabei helfen können, die Situation für die Sportler in unserem Land zu verbessern. Bei unserem letzten Treffen haben wir bereits einen Sechs-Punkte-Forderungskatalog an die neue Regierung (Anm.: siehe weiter unten) gestellt. Wir sind davon überzeugt, dass diese Punkte zu einer erheblichen Verbesserung führen könnten und sie wären auch noch dazu schnell umsetzbar“, ist Sommer überzeugt.

Auch die Bundes-Sportorganisation „Sport Austria“, der Burgenlands Alt-Landeshauptmann Hans Niessl als Präsident vorsteht, hat übrigens bereits einen entsprechenden Forderungskatalog erstellt. Das stehe aber in keinem Widerspruch. „Klar sind einige Forderungen gleich, wir haben die Welt nicht neu erfunden. Trotzdem sind wir hier als Verein unabhängig davon tätig.“

Der Ursprung des Problems liege bereits in der fehlenden Bereitschaft, in heimische Sportarten, abgesehen Skifahren, zu investieren.

Neuer Verein soll als Schnittstelle fungieren

„Wir leben in einem so reichen Land, aber für unsere Sportler wird kaum Geld ausgegeben. Spitzensportler müssen mit dem Auto zu Wettkämpfen im Ausland fahren, weil Fliegen zu viel Geld kostet. Das beste Beispiel zurzeit ist Dominik Thiem. Sein Talent wurde in Österreich nicht erkannt, seine Mutter musste die eigene Wohnung verkaufen, um Geld für Trainingsstunden, Touren und vieles mehr zu haben“, weiß der ehemalige Sportjournalist.

Viele namhafte Sportler sind bereits Teil des neugegründeten Vereins S.P.O.R.T. – Ehrenpräsidenten sind Roman Hagara, Franz Klammer und Paralympicssiegerin Claudia Lösch.

„Wir haben uns vorgenommen, bis zum Sommer die Top-100 von allen Sportarten zusammenzubringen, um gemeinsam unser Ziel zu verfolgen. Jeder Einzelne erkennt das Problem in Österreich und wir wollen die Plattform bieten, um Veränderungen zu erzielen. Der Verein soll die komplette Sportfamilie, also Profisport, Nachwuchssport und auch Schulsport vereinen und so als Bindeglied, als Schnittstelle zwischen den Sportlern und allen Verantwortungsträgern fungieren“, so Sommer, der abschließend klarstellt: „Wir wollen nicht nur Kritik ausüben, sondern Lösungsvorschläge einbringen und uns überlegen, wie man es besser machen könnte.“

Geplant sind künftig auch neben Pressekonferenzen diverse Veranstaltungen und ein Forum.