Burgenlandligisten gehen Lichter auf. Jeder Burgenlandligist muss künftig über eine meisterschaftstaugliche Beleuchtung verfügen. Vom derzeitigen Feld müsste Horitschon als einziger Klub neu bauen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 28. Februar 2021 (02:23)
Der SC/ESV Parndorf – hier im Bild der im Winter zu Tadten gewechselte Thomas Regner – muss keine Flutlichthürde überspringen. Schließlich verfügt der Burgenlandligist, der schon 2005 in der Regionalliga für die nötige Erleuchtung gesorgt hatte, über ein ausgezeichnetes Flutlicht.
CSW

In der höchsten Liga des Landes muss künftig allen Vereinen ein Licht aufgehen. Das wurde in der jüngsten Vorstandssitzung des Fußballverbands beschlossen. Wer ab der Saison 22/23 in der Burgenlandliga mitspielen will, benötigt ein meisterschaftstaugliches Flutlicht. Ist das nicht der Fall, dürfen Aufstiegsanwärter nicht rauf und müssen Teams, die bereits Fixteil der Liga sind, zwangsabsteigen. Diese Konsequenz steht zwar im Sitzungsprotokoll noch nicht so klar geschrieben, BFV-Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt bestätigte aber, was im Fall einer Nichterfüllung droht.

Was an sich sehr hart klingt, ist in der Praxis für die meisten Klubs aber ohnehin nur eine Randnotiz. Von den derzeit 15 Landesligisten ist mit dem ASK Horitschon lediglich ein Verein dabei, der sozusagen bei Null steht. Die Mittelburgenländer haben am Hauptfeld kein Flutlicht und müssten dort demnach in den knapp eineinhalb Jahren bis zum Start der übernächsten Saison für die Erleuchtung sorgen, wollen sie dann weiter Teil der Amateur-Elite sein. Obmann Josef Spath: „Wir haben gewusst, dass das Flutlicht-Thema im Gespräch ist, aber das Ergebnis der BFV-Vorstandssitzung abgewartet.

Danach haben wir vier Angebote eingeholt, die sich – je nach Ausführung – auf 60.000 bis 90.000 Euro belaufen.“ Derzeit sei man jedenfalls noch am Sondieren, auch wenn der Klubchef vorab ein eher düsteres Bild zeichnet: „Wir werden zwar mit der Gemeinde darüber sprechen und alle Fördermöglichkeiten eruieren, aber wirtschaftlich ist dieses Projekt für uns einfach nicht vertretbar. Wenn es so bleibt, dass man in der Burgenlandliga ein Flutlicht haben muss, dann werden wir im Sommer 2022 wohl zwangsabsteigen müssen.“ Nachsatz: „Wir sind derzeit sportlich auf einem guten Weg und auch der Nachwuchs beginnt schon zu greifen. Mit solchen Entscheidungen werden wirtschaftlich und sportlich gesunde Vereine dazu getrieben, ein finanzielles Risiko einzugehen.“

Im Fall Horitschon bleibt die Causa also spannend. Wie Karl Schmidt bestätigte, gebe es seitens des Verbands, des Landes und des zuständigen Dachverbands jedenfalls entsprechende Förderungen zu lukrieren, um die Finanzierung wenigstens zu erleichtern. Zudem sei auch die Vorlaufzeit ausreichend, wie Ligaobmann Josef Pekovics sagt: „Es gab ja ohnehin schon länger Gespräche in diese Richtung und war auch klar, dass wir in der höchsten Liga des Landes einfach flexibler werden müssen – etwa was Abendspiele, oder auch Nachträge, unter der Woche betrifft.“

Nicht nur bei einem Neubau wird laut BFV zugeschossen. Wer beim bestehenden Flutlicht – es gilt die Mindeststärke von 200 Lux – bis zum Sommer 2022 nachrüsten muss, kommt in den Genuss einer Förderung. Schmidt: „Je nach Umfang sind das bis zu maximal 3.500 Euro.“

Einige 2. Liga-Topklubs müssten aktiv werden

Zwar wird die neue Regelung erst ab der übernächsten Saison schlagend. Trotzdem braucht es eine Vorlauf- und Umsetzungszeit, wer noch über kein Flutlicht verfügt. Dezidiert müssen schließlich dann auch alle Aufstiegskandidaten diese Voraussetzungen erfüllen, Ausnahmegenehmigungen soll es nicht geben.

In der 2. Liga Süd verfügt der Zweite aus Eberau über ein Flutlicht, Leader Schlaining und der Dritte Neuberg nicht. Obmann Martin Konrad: „Ich finde schon, dass die Regelung an und für sich in Ordnung geht, wobei man den Vereinen vielleicht ein Jahr Übergangsfrist geben muss. Grundsätzlich ist es aber schon richtig. Wir gehen das sowieso im heurigen Jahr an. Die Planungen dafür sind im Fertigwerden, wobei es noch um Kleinigkeiten geht. Ich freue mich eigentlich schon auf Flutlichtspiele.“ Und Schlainings Sektionsleiter Ernst Simon ergänzt: „Wir wissen, dass es verpflichtend ist, wie wir aber damit verfahren, steht noch nicht fest. Vielleicht würden wir in der Anfangsphase auch nach Großpetersdorf ausweichen. Es wird uns auf Dauer aber nicht erspart bleiben, sofern wir auch einmal rauf wollen.“

In der 2. Liga Mitte wiederum führt Steinberg mit 21 Punkten, vier Zähler dahinter lauert Schattendorf. Der Verfolger ist infrastrukturell gut ausgestattet, in Steinberg müssten die aktuell für Trainingszwecke ausreichenden Lichter wesentlich verstärkt werden. Das sei möglich, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte. Vorerst beschäftigt Obmann Martin Schmidt aber ein anderes Thema: „Wichtiger ist jetzt einmal, dass wir irgendwann wieder Fußball spielen.“

Bleibt noch die 2. Liga Nord. Dort wäre Tabellenführer Kittsee gerüstet, beim Zweiten aus Wimpassing bräuchte es eine Adaptierung des Flutlichts. Das Thema beschäftigt aber auch hier den Sportlichen Leiter Markus Windholz nur am Rande, denn: „Derzeit hätten wir einfach lieber sportliche Planungssicherheit als erweiterte Vorgaben an die Infrastruktur.“