Erste Schritte auf Eis müssen noch warten. Speedskater Johannes Hahnekamp wollte in Berlin eigentlich als Eisschnellläufer durchstarten — dann kam die Pandemie.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 20. Januar 2021 (02:12)
Knapp. Der UES-Speedskater Johannes Hahnekamp aus Eisenstadt verpasste bei den Europameisterschaften als Fünfzehnter den Finaleinzug.
zVg

Es gibt wohl kaum ein schlechteres Timing für einen Umzug ins Ausland, als kurz vor Ausbruch der Pandemie: Inlinespeedskater Johannes Hahnekamp aus St. Georgen zog Anfang Feber 2020 nach Berlin, um sich noch intensiver seiner sportlichen Karriere zu widmen.

Auch sein Vorhaben, neben dem Inlineskaten an Eisschnelllauf-Events teilzunehmen, musste er daher zwangsläufig „auf Eis legen“. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, 2021 will Hahnekamp nun wirklich durchstarten.

„Ob Olympia für mich greifbar ist, kann ich selbst nicht sagen. Aber es wäre natürlich mein Traum, dabei zu sein.“ Johannes Hahnekamp über seinen Wechsel aufs Eis.

Die nötigen Voraussetzungen, um auch auf Eis schnell zu sein, bringt der mehrfache Inlinespeedskating-Staatsmeister in Kategorien von 500 Meter Sprint bis zum Marathon jedenfalls mit. „Der Wechsel an sich ist nicht so schwer, der Bewegungsablauf ist fast derselbe. Andererseits sind es aber natürlich verschiedene Sportarten. Viele, die wechseln, brauchen Monate oder Jahre, um auch auf Eis im Spitzenfeld mitlaufen zu können. Es gibt natürlich für beides Spezialisten“, erklärt Hahnekamp die Herausforderungen beim Umstieg auf die neue Sportart.

Die nötige Power in den Beinen habe er jedenfalls, lässt der „Schurldorfer“ keine Zweifel an seiner körperlichen Fitness. Der Ansporn für den geplanten Wechsel auf Eis war einerseits, dass es spannend sei, seine Fähigkeit auch in einer anderen Disziplin auf die Probe zu stellen. Ein ganz starkes Argument sind aber natürlich auch die fünf Ringe: Im Gegensatz zu Speedinlineskaten ist Eisschnelllauf eine olympische Sportart. Ob das wichtigste Sportevent der Welt aber für ihn überhaupt greifbar ist, könne er selbst nicht sagen. „Es wäre natürlich mein Traum, dabei zu sein“, hofft Hahnekamp. Schwer einzuschätzen sind seine Chancen nicht zuletzt deshalb, weil er noch bei keinem Event auf Eis am Start war.

Standortbestimmung noch ausständig

So gut wie alle Events, bei denen Hahnekamp sich erstmals auf Eis versuchen hätte können, wurden aus pandemischen Gründen abgesagt. Lediglich die Österreichische Staatsmeisterschaft fand trotz der Einschränkungen statt. 2021 ist der Neo-Berliner nun aber endgültig heiß aufs Eis. „Ich will mich langsam vortasten, mit kleinen Rennen starten und dann weiter nach oben kämpfen —

bis zu Weltcuprennen“, setzt sich der 30-Jährige ambitionierte Ziele. Er weiß aber auch: „Das ist natürlich nicht so einfach. Ich muss erst reinfinden und meinen Platz im Eisschnelllauf finden.“

Auch in seiner Paradedisziplin machte ihm Corona einen Strich durch die Rechnung. In der Halle und auf der Straße fanden heuer kaum Events statt. Eigentlich hätte 2020 mit der Weltmeisterschaft in Kolumbien und der Europameisterschaft in Portugal ein besonders heißes und intensives Jahr für Hahnekamp werden sollen. Auch die Europacup-Rennen wurden abgesagt, lediglich die Österreichischen Staatsmeisterschaften im Sommer nahm der Skater in Angriff. „Mit meinem dritten Platz bin ich aber nicht zufrieden“, findet er auch hier kaum Positives am vergangenen Jahr.

Bis dahin hält sich Hahnekamp zuhause fit: Neben Ausdauer- steht vor allem Gleichgewichtstraining am Programm, etwa auf der Slackline. Lieber würde er aber schon woanders trainieren: auf Eis …