Radsport-Elite im Burgenland: die Zuversicht steigt. Am 22./23. August soll im Raum Lutzmannsburg und Mattersburg gefahren werden. „Wir planen und hoffen.“

Von Bernhard Fenz und Malcolm Zottl. Erstellt am 25. Mai 2020 (05:28)

Konkrete Planungen sind in Corona-Zeiten schwer, das gilt auch für den Radsport. Der Weltverband UCI präsentierte ein ambitioniertes Herbstprogramm – inklusive aller drei großer Landesrundfahrten und den fünf Monumenten des Radsports (die wichtigsten Eintages-Klassiker).

Eingebettet in das Programm ist ein Wochenende für die nationalen Meisterschaften am 22./23. August. In Österreich hätten die nationalen Titelkämpfe ursprünglich vom 19.-21. Juni stattfinden sollen – mit einem Einzelzeitfahren rund um Lutzmannsburg und einem Straßenrennen im Bezirk Mattersburg. Doch die Corona-Pandemie und das daraus resultierende Veranstaltungsverbot machten den Termin unmöglich.

Nun soll die „Staats“ eben am vorletzten August-Wochenende mit gleichen Strecken stattfinden. Ob und wie die Rennen durchgeführt werden, hängt natürlich von den weiteren Entwicklungen rund um das Corona-Virus ab.

„Für mich ist es schon sehr cool, dass die Staatsmeisterschaften 2020 im Burgenland geplant sind.“Verena Eberhardt würde sich über die Rennen auch aus patriotischer Sicht freuen.

Edmund Berlakovich, Präsident des Burgenländischen Radsportverbands (LRV Burgenland), zeigt sich vorsichtig optimistisch, zumindest was das Zeitfahren rund um Lutzmannsburg angeht: „Wir planen und hoffen.“ Die Meisterschaft könnte auch Teil eines geplanten nationalen Cupbewerbs im Einzeitfahren sein.

Ob auch beim Straßenrennen 2020 das rot-weiß-rot-gestreifte Trikot für den Staatsmeister vergeben wird, ist noch eher unwahrscheinlich. Mit den derzeit geltenden Abstandsregeln sei ein Massenstart-Event nicht durchzuführen. „Es ist noch nicht abgesagt“, hält ein skeptischer Berlakovich fest.

Ein möglicher Termin wäre am Samstag vor dem Einzeitfahren, also am 22. August. „Oder wir weichen vom international vorgeschlagenen Termin ab und machen es zu einem noch späteren Zeitpunkt“, gibt es laut Berlakovich aktuell mehrere Optionen. „Die Stadt Mattersburg steht jedenfalls weiter dazu.“

Wahl-Eisenstädter wäre Titelverteidiger

Die Rennen wären für die heimischen Top-Fahrer jedenfalls ein willkommener Härtetest. Immerhin finden sie am Wochenende vor dem geplanten Start der Frankreich-Rundfahrt statt. Danach stehen auch noch Giro d‘Italia und Vuelta auf dem Kalender. „Unsere besten Fahrer würden dabei sein“, ist Berlakovich überzeugt.

Auch wenn der flache Straßenkurs rund um Mattersburg hinsichtlich der großen Rundfahrten nicht wirklich Aussagekraft hätte. Titelverteidiger beim Straßenrennen wäre der Wahl-Eisenstädter Patrick Konrad, seines Zeichens Gesamt-Siebenter beim Giro 2018. Ein Start sei prinzipiell interessant, aber „es gibt ja noch keine fixe Zusage, ich muss auch abwarten, wie mein internationaler Rennkalender aussieht“, entscheidet der 28-Jährige gegebenenfalls spontan, ob er eine Titelverteidigung in Angriff nimmt.

Freuen würde sich allemal Burgenlands Top-Bahnradfahrerin Verena Eberhardt über eine Austragung, hat sie doch einen Start eingeplant. „Für mich ist es schon sehr cool, dass die Staatsmeisterschaften 2020 im Burgenland geplant sind“, sagt die 25-jährige Athletin aus St. Martin/Warth, die natürlich hofft, dass es auch tatsächlich mit einer Durchführung klappt. Denn im Straßenrennen wären die Voraussetzungen auch aus topographischen Sicht ganz gut für eine gute Platzierung: „Der Kurs ist nicht extrem hügelig und würde mir entgegenkommen.“

Anders sieht das beim Einzelzeitfahren aus. Für den Kampf gegen die Uhr gibt es eigene Experten. Bei den Herren wäre hier wohl der Vorarlberger Matthias Brändle Favorit. Das weiß auch Hermann Pernsteiner. Der Kirchschlager kam in Oberwart zur Welt, legte im Südburgenland die Matura ab und trainiert auch meistens im östlichsten Bundesland. Der Vuelta-15. des Vorjahres soll als Botschafter der Staatsmeisterschaft fungieren. „Das Einzelzeitfahren würde ich sicher bestreiten, das ist ja auch ganz in meiner Nähe. Das Straßenrennen wäre für mich etwas zu flach“, grinst der 1,68 Meter große Bergfahrer aus der Buckligen Welt.

Neben der weiblichen und männlichen Elite würden bei der „Staats“ im Burgenland auch Titel in der U23 vergeben werden. Zuletzt waren die Meisterschaften 2015 im Burgenland, damals in Güssing.