Ponweiser: „Versuchen, alles in Bewegung zu setzen“. Bis Freitag braucht es nach den Turbulenzen der Vorwoche eine stichhaltige Mattersburg-Stellungnahme an die Liga.

Von Martin Ivansich und Bernhard Fenz. Erstellt am 23. Juli 2020 (01:59)
Ungewisse Zukunft. Franz Ponweiser, Trainer und Sportlicher Leiter des SV Mattersburg.
Martin Ivansich

Seitdem der Bilanz-Skandal der Commerzialbank ans Tageslicht kam, Vorstands-Direktor Martin Pucher zurücktrat und parallel auch seine Funktion an der Spitze des SV Mattersburg nicht mehr wahrnahm, braucht es bei Burgenlands Bundesligist einen kühlen Blick. Die Bundesliga hat schließlich bis Freitag eine Stellungnahme angefordert, um sich ein Bild über die Lizenzfähigkeit machen zu können, weil mit dem Aus der Commerzialbank ein wesentlicher Geldgeber des Klubs wegfiel.

Niemand weiß so recht, ob es auch nur im Ansatz möglich ist, aufgrund dieser Voraussetzungen wenigstens ein Minimalbudget auf die Beine zu stellen. Das wäre in Zeiten der Corona-Krise übrigens gar nicht das größte Problem, weil Anfang Juni im Rahmen einer Klubkonferenz ausgerechnet die so strengen Lizenzregeln aufgeweicht und finanzielle Kriterien ausgesetzt wurden. Lediglich bei einem Konkurs geht es zwingend hinunter. Im Fall eines Sanierungsverfahrens wäre kein Zwangsabstieg nötig, könnte man womöglich mit einem Punkteabzug starten.

Eher geht es also um eine ganz genaue Evaluierung der Lage, für wen seit Puchers Rückzug eine Übernahme praktisch machbar ist. Gibt der SVM aus freien Stücken auf, oder ist ein Konkursverfahren unausweichlich, würden die Burgenländer aus dem Oberhaus ausscheiden.

In diesem Spannungsfeld sind die Beteiligten, wie etwa die Bundesliga-Profis, nach wie vor in der Warteschleife. Franz Ponweiser, Trainer und Sportlicher Leiter: „Weil die aktuelle Lage zuletzt geprüft wurde und wird, steht alles. Natürlich halten wir die Spieler am Laufenden und kommunizieren auch ganz offen, was intern passiert. Trotzdem wissen alle, dass sie derzeit einmal Passagiere sind.“ Die übrigens in dieser Woche mit dem Heimprogramm für den Vorbereitungsstart am 3. August beginnen werden. „Die Ungewissheit haben Spieler auch in anderen Situationen. Natürlich ist alles höchst dramatisch, trotzdem sollen sie sich jetzt einmal ganz normal vorbereiten, bis weitere Schritte gesetzt werden.“

Geht darum, Richtung zu signalisieren

Bei der Bundesliga hatte sich bis zum Redaktionsschluss am Mittwoch noch niemand vom SVM gemeldet, die hat den Burgenländern allerdings auch bis Freitag Zeit gegeben eine Stellungnahme abzugeben, wie Mathias Slezak von der Medienstelle der Bundesliga erklärt: „Noch haben wir keine Informationen vom SV Mattersburg erhalten. Bis Freitag besteht dazu aber noch die Möglichkeit.“

Was würde passieren, wenn der SVM keinen Bundesliga-Spielbetrieb zustande bringt? „Dann würde die WSG Tirol in der Liga bleiben. Gelingt es Mattersburg und man scheidet dann doch noch während der Saison aus der Bundesliga aus, dann würde der Platz nicht mehr nachbesetzt werden“, so Slezak. Die Chance ist nicht gerade groß, dennoch klammert sich Ponweiser an den kleinen Strohhalm. „Die Bundesliga weiß schon, dass es nicht einfach ist in einer Woche einen Sponsor aus dem Hut zu zaubern. Wenn man aber eine Richtung erkennen und signalisieren kann, dass es etwas werden könnte, dann wird uns die Bundesliga auch noch ein wenig Zeit geben.“

Aktuell wird eben versucht das Unmögliche noch möglich zu machen: „Es gibt Interesse, das kann man jetzt schon so sagen. „Wir versuchen, alles in Bewegung zu setzen. Noch ist aber nichts spruchreif. Es braucht noch Gespräche.“