Ivanschitz & Corona im Spital: „Es ist komplizierter“. Die veränderte Arbeitsweise in Zeiten der Corona-Krise betrifft Mediziner stark, so auch SVM-Teamarzt Martin Ivanschitz.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 26. März 2020 (06:03)

Home-Office ist in Zeiten wie diesen das Schlagwort, wenn es um möglichst ansteckungsfreies Arbeiten während der Corona-Krise geht. Eben das ist für gewisse Berufsgruppen allerdings gerade jetzt nicht möglich: Martin Ivanschitz gehört auch dazu.

Der gebürtige Baumgartener und Wahl-Mattersburger ist (gemeinsam mit Franz Seba) als Teamarzt des SV Mattersburg tätig und arbeitet hauptberuflich im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt.

Dort hat sich der Oberarzt auf der Orthopädie und Traumatologie bereits auf das neue Arbeiten eingestellt. Damit das Coronavirus im Fall des Falles nicht die komplette Belegschaft lahmlegt, sollen sich mittlerweile fixe Ärzte-Teams im Zweiwochen-Rhythmus abwechseln.

„Um bei etwaigen Infektionen die Abteilung aufrechterhalten zu können“, so der 44-Jährige. Überhaupt haben sich die jüngsten Abläufe geändert. „Es ist komplizierter in der Abwicklung, es gibt separate Eingänge, die Maßnahmen sind dementsprechend. Bei uns gibt es derzeit auch keine Operation, die nicht wirklich akut ist. Der Schutz der Leute steht an erster Stelle.“

Tele-Kontakt außerhalb des Familienkerns

Hier gilt es auch im Spital Vorsicht walten zu lassen. Was Ivanschitz aber sehr wohl positiv auffällt: „Die Leute sind in dieser Hinsicht diszipliniert und wissen mittlerweile vermehrt, dass sie auch als stiller Träger des Erregers das Virus verbreiten könnten. Wenn alle wesentlichen Richtlinien eingehalten werden, wie Hygiene, wie Abstand halten oder wie das Vermeiden sozialer Kontakte, ist das schon eine gute Basis.“

„Billy“, wie der Arzt im Spitznamen und vor allem in der Fußballszene genannt wird, hat als Mediziner freilich ein erhöhtes Risiko für eine etwaige Infektion. „Was Eltern und Großeltern betrifft, kann derzeit nur über Telekommunikation Kontakt gehalten werden, das ist klar,“ sagt der zweifache Familienvater.

Und auch als Teamarzt des SV Mattersburg erfolgt der Info-Austausch im Moment nur digital. „Momentan tut sich zum Glück nicht viel. Wenn Fragen auftauchen, sind wir von der medizinischen Abteilung natürlich erreichbar.“ Was bleibt, ist der Ausblick, dass auch im Fußball der Betrieb früher oder später wieder losgeht. „Ich freue mich schon wieder sehr darauf.“ Nachsatz: „Auch wenn es noch dauern wird.“