Abschluss-Aufstellung: Die Vorboten des SVM-Umbruchs. Die Aufstellung gegen die Austria gibt eine erste Mattersburger Richtung vor. Der Kader wird sukzessive umgebaut.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 10. Juli 2020 (06:01)

Nach der Saison ist vor der Saison. Wenn am 3. August die Mannschafts-Vorbereitung des SV Mattersburg auf die neue Punktejagd startet, wird jene Truppe, die sich in der so außergewöhnlichen Corona-Saison den Klassenerhalt sichern konnte, definitiv anders zusammengesetzt sein, als sie das noch vor Beginn der Saison 2019/2020 war. Was zum jetzigen Zeitpunkt schon einmal klar ist:

Fix nicht mehr dabei sein wird Stürmer Marko Kvasina (der 23-Jährige steht nun in Belgien für Oostende unter Vertrag). Er lief bereits in der entscheidenden Phase der Saison nicht mehr für den SVM auf.

Zweiergoalie Tino Casali (24) sagt ebenfalls Lebewohl und verändert sich laut Trainer Franz Ponweiser in Richtung Altach.

Auch nicht mehr beim SV Mattersburg zu sehen sein wird künftig Julius Ertlthaler. Die Wege des 23-jährigen Pöttschingers und des SVM trennen sich.

Langzeitkapitän Nedeljko Malic (32) durfte die Grün-Weißen gegen die Austria noch einmal aufs Feld führen, um dann noch einmal für knapp neun Minuten aktiv dabei zu sein. Danach verabschiedete er sich von der SVM-Profibühne und übergab die Schleife an Jano.

Der Spanier hatte am Platz bereits seine Position als Abwehrchef übernommen. Malics Vertrag wird nicht mehr verlängert, somit geht die knapp 15 Jahre dauernde Ära als SVM-Kicker zu Ende.

Fragezeichen, die noch beantwortet werden

Fragezeichen stehen noch hinter einem Verbleib von Mittelfeldakteur Patrick Salomon (32) und Michi Lercher (24), deren Verträge ausgelaufen sind.

Bei Toptorschütze Andreas Gruber wird die spannende Frage sein, wohin der 25-Jährige überhaupt tendiert. Seitens des SV Mattersburg gibt es natürlich das Bestreben ihn zu halten, der Steirer wird aktuell aber einmal seine Möglichkeiten einer neuen Herausforderung ausloten.

Gleiches gilt für Tormann Markus Kuster (26). Der Einsergoalie ist ablösefrei und hat durchaus Bestrebungen ins Ausland zu wechseln. Nach wie vor besteht aber auch die Möglichkeit, dass sich der Verein und sein langjähriger Schlussmann auf ein weiteres Engagement einigen. Derzeit befindet sich Kuster auf Urlaub, kommende Woche könnte diesbezüglich eine Entscheidung fallen.

Weitere Junge und der eine oder andere Zugang

Für den Torwartsektor bedeutet das also, dass neben der bereits abgewanderten Nummer zwei (Casali) auch die Nummer eins (Kuster) noch wackelt. Falls Kuster abhandenkommt, gibt es laut Trainer und Sportlichem Leiter Franz Ponweiser einen personellen Plan B für eine neue Nummer eins. Die bräuchte es nämlich schon als externen Zugang, auch wenn sich dahinter die eigene SVM-Garde so oder so in Position bringen wird. Bernhard Unger (21) und Manuel Salaba (20) werden die weiteren Teile des Torwart-Trios in der neuen Saison bilden.

Davor soll Langzeit-Legionär Jano mit seinen 33 Jahren die Abwehr dirigieren, er hat um zwei Jahre verlängert. Dem Defensivverbund werden auch weiterhin Spieler wie David Nemeth (19), Michi Steinwender (20) oder Lukas Rath (28) angehören. Bei Verteidiger Thorsten Mahrer (30, sein Vertrag lief aus) stand zu Wochenbeginn eine Einigung kurz bevor. Bereits gezogen wurden die Optionen bei Philipp Erhardt (26), dem nach seinem Schlüsselbeinbruch gegen die WSG Tirol rekonvaleszenten Andi Kuen (25) und Stürmer Victor Olatunji (20).

Letzterer ließ beim 0:1 gegen die Austria eine Riesenchance liegen, überhaupt blickt der nigerianische Legionär auf eine durchwachsene Saison zurück. Ponweiser: „Man muss ihm noch ein Jahr geben und ihn weiter aufbauen.“ Auf Stürmerseite haben, was den aktuellen Kader betrifft, auch Martin Pusic (32) und Stephan Schimandl (21) noch gültige Verträge. So oder so wird es aber ganz vorne Verstärkung von außen benötigen, um die Qualität beim Abschluss zu heben. Kvasina ist weg, Gruber könnte folgen – der SVM hat die Fühler am Stürmersektor ausgestreckt.

Ausgelaufen ist zudem der Kontrakt von Patrick Bürger, mit 58 Treffern Mattersburgs Allzeit-Toptorschütze in der Bundesliga. Beim 33-jährigen Kämpfer aus Bad Tatzmannsdorfer deuten die Zeichen aber darauf hin, dass er auch in der neuen Saison an Bord bleiben dürfte.

Apropos an Bord bleiben: Das gilt bis auf weiteres natürlich auch für jene Profis aus dem engeren Kader, deren Vertragssituation über die Saison hinaus läuft - Alois Höller (31), Flo Hart (30), Christoph Halper (22) oder Fabian Miesenböck (27).

Ebenfalls längst im offiziellen Kader dabei sind auch die 22-jährigen Zwillingsbrüder Nico und Luca Pichler, Fabian Wohlmuth bleibt mit seinen 18 Jahren das Kader-Küken.

„Nur dabei sein wird auf Sicht zu wenig sein“

Das letzte Saisonspiel der Mattersburger bei der Austria war aber auch ein Vorbote für den Umbruch, der im Burgenland vollzogen wird. Nicht nur Berni Unger, Michi Steinwender sowie Nico und Luca Pichler feierten da ihr Startelf-Debüt. Auch Offensivmann Filip Borsos (20) und Defensivakteur Martin Majnovics (19) kamen erstmals in ihrer Karriere von Beginn weg in der Bundesliga zum Einsatz. Das letztgenannte Duo wird in der neuen Saison folgerichtig auch in den Profikader hochgezogen.

Mit dem vermehrten Einbau der jungen Wilden soll es künftig auch rascheln, was die Entwicklung des Kaders betrifft. Das wünscht sich Ponweiser: „Wir wissen, was für ein Potenzial vorhanden ist. Es liegt an jedem einzelnen, den Weg zu gehen, voll dran zu bleiben und dann auch die sich bietenden Chancen zu nutzen. Nur dabei zu sein, wird auf Sicht zu wenig sein. Ich bin schon sehr gespannt, wer sich letztlich durchsetzen wird.“

Ponweisers Zukunft soll sich zeitnah entscheiden

Ein mögliches neues Kapitel könnte sich auch am Trainersektor auftun – Stichwort persönliche Zukunft von Franz Ponweiser. Er ist bekanntlich als Cheftrainer und Sportlicher Leiter im Einsatz.

Ob er die Doppelfunktion auch weiterhin in dieser Form ausübt, oder ob ihn Co-Trainer Markus Schmidt zeitnah auf der Betreuerbank beerbt (dieser absolviert ab September die UEFA-Pro-Lizenz und könnte ihm im Falle des Falles folgen), ist beim SVM zumindest eine Überlegung wert. Hier soll möglichst zeitnah klar sein, mit wem auf welcher Position die künftige Reise weitergeht.