Die Wut im Bauch soll Mattersburg Glück bringen. Die 1:2-Pleite gegen Admira liegt dem SVM im Magen. Die Leistung gibt aber Hoffnung für den Abschluss in Tirol.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 11. Dezember 2019 (06:08)
Um jeden Preis. Die Admira verteidigte im Finish den 2:1-Erfolg im Pappelstadion. Ein sehr starker Goalie Andreas Leitner, viel Einsatz und auch das nötige Glück waren hinten die Basis für die drei Punkte.
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Die Mixtur, die Mattersburgs Cheftrainer Franz Ponweiser nach dem 1:2 daheim gegen die Admira schlucken musste, war richtig bitter. „Weil mir unser Spiel und das Auftreten eigentlich extrem getaugt haben. Vor allem nach der Pause haben wir dann das Pressing weiter nach vorne geschoben, das war eine richtig gute Phase.“

Die auch mit dem 1:0 durch Michi Lercher belohnt wurde. Und trotzdem sei festgehalten. Was auch immer es war – Pech (etwa bei einem Lattenfreistoß von Andi Kuen), zu wenig Kaltschnäuzigkeit vor dem Kasten oder ein blendend aufgelegter Admira-Schlussmann Andreas Leitner (etwa bei einem Freistoß von Martin Pusic sowie einem Kopfball von Nedeljko Malic): Die Effizienz war nicht ausreichend. Da war viel mehr drin.

Siehe Sinan Bakis. Der Admira-Stürmer wurde bei einer Flanke nicht hautnah gedeckt und traf prompt per Kopf zum Ausgleich. Kurz vor Schluss netzte er dann auch noch per Elfer zum 2:1-Siegestor ein. Dabei fand Ponweiser allerdings gleich mehrere Schönheitsfehler. „Der Elfer wäre nicht zu ahnden gewesen, da hat Menig bei Lukas Rath eingefädelt. Und Bakis hätte zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr am Platz sein dürfen.“

Drei Szenen zum Ärgernis des SVM

Dem SVM-Coach liegen gleich drei Szenen im Magen, die allesamt eine Rote Karte nach sich gezogen hätten – ginge es nach dem 44-Jährigen.

Vor der Pause stoppte Christoph Schösswendter sein durchbrechendes Gegenüber Christoph Halper rustikal, Schiedsrichter Julian Weinberger zückte Gelb. Nach Wiederbeginn gab es ebenfalls Gelb für Bakis nach einer Attacke gegen Halper. „Eine klare Tätlichkeit. Wenn das geahndet wird, kann es nur Rot sein.“ Und dann blieb Philipp Erhardt liegen, nachdem er beim Rutschen im Zweikampf mit Kolja Pusch einen Tritt an die Brust kassiert hatte. Hier ließ Weinberger die Karte(n) überhaupt eingesteckt.

„Ich beschwere mich fast nie über den Schiedsrichter. Aber in diesem Fall war es schon sehr schwer darüber hinwegzusehen.“ Nicht hinwegsehen will der Trainer aber auch über das 1:1. „Das darf nicht passieren, dass ein Spieler in der Box bei Überzahl von uns zum Kopfball kommt.“ Weil vorne auch nichts mehr reinging, nahm das Spiel eben den unglücklichen Verlauf.

Einmal gilt es vor der Winterpause noch alle Kräfte zu bündeln, wenn am Sonntag (14.30 Uhr) in Innsbruck das Spiel bei Aufsteiger WSG Tirol ansteht. Der gesperrte Thorsten Mahrer ist wieder dabei, dafür fehlt Patrick Salomon aufgrund seiner fünften Gelben Karte. Am Spiel steht beim Duell Vorletzter gegen Letzter, wer mit der Roten Laterne überwintern muss.

Der SVM braucht, um vom zwölften Platz wegzukommen, einen Auswärtserfolg. Daran glaubt Franz Ponweiser auch, denn: „Die Burschen sind zuletzt gut aufgetreten, waren immer mutiger im Verteidigen und haben sich auch spielerisch etwas zugetraut. Wichtig ist, den Frust oder die Wut nach der Admira-Niederlage in die nötige positive Energie umzuwandeln und das Glück zu erzwingen.“ Gelingt ein voller Erfolg, wäre der dann folgende Start in den Urlaub schließlich weit angenehmer.