Knappes 0:1 zum Saison-Abschluss und Malic-Abschied. Der SV Mattersburg trat in der letzten Runde der Qualifikationsgruppe mit einer stark veränderten und verjüngten Mannschaft bei der Austria an, verkaufte sich teuer und musste sich letztlich mit 0:1 geschlagen geben. Zudem durfte Nedeljko Malic anlässlich seines Abschieds noch einmal für ein paar Minuten auflaufen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 04. Juli 2020 (19:16)
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Ausprobieren, Spielpraxis verleihen, entwickeln – all das war in der Qualifikationsgruppe, in der es lange ums nackte sportliche Überleben ging, auch beim SV Mattersburg bis zuletzt nicht möglich. Weil aber am Dienstag mit dem 4:1-Erfolg gegen die WSG Tirol der Klassenerhalt fixiert wurde, hatte die abschließende Partie bei der Austria keinen Abstiegskampf-Pfeffer mehr – und so bestand die Möglichkeit etwas auszuprobieren, Spielpraxis zu verleihen und auch sonst noch schöne Gesten zu zeigen.

Eine davon waren die letzten Minuten von Langzeit-Defensiv-Crack Nedeljko Malic, dessen Vertrag ausläuft und der künftig nicht mehr im Profikader stehen wird.

Malic-Abschied nach knapp neun Minuten

Der 32-Jährige, der in der Qualifikationsgruppe bei keinem Spiel mehr im Kader stand, wurde von Trainer Franz Ponweiser noch einmal von Beginn an aufgestellt und durfte zum Abschied die Startphase bestreiten, ehe er Kapitän Jano Platz machte. Exakt nach 8:31 Minuten schlug er im Zuge eines durchaus emotionalen Wechselvorgangs mit dem Spanier ein und verließ somit die Mattersburger Profibühne.

Das war schon die attraktivste Szene einer in der ersten halben Stunde sehr zähen Bundesliga-Partie. Auf die Austria wartet am Mittwoch das wichtige Europa-League-Play-Off-Duell daheim gegen Altach, ergo fehlte an diesem Tag die ganz große Bisanz. Bei den Gästen aus Mattersburg wiederum musste sich eine bunt zusammengewürfelte neue Startformation erst einmal zurechtfinden. Berni Unger ersetzte Markus Kuster im Tor, er feierte so wie Michi Steinwender, Niko Pichler, Luca Pichler, Filip Borsos und Martin Majnovics sein SVM-Bundesliga-Startelfdebüt. Dazu durfte diesmal Victor Olatunji an vorderster Position ran.

Die Youngsters der Grün-Weißen verkauften sich jedenfalls teuer und lieferten eine gute Leistung ab. Dass sie die Violetten neutralisierten, spricht für sie, dadurch spielte sich die Partie aber auch vorwiegend im Mittelfeld ab. Erst in der letzten Viertelstunde vor der Pause kam dann auch vor den Toren mehr Bewegung rein. Etwa, als Unger in der 34. Minute dreimal in einer Szene zur Stelle war, indem er erst einen Kracher von Christoph Monschein parierte, den Abpraller wegfaustete und beim dritten Mal den Ball sichern konnte.

Größte Mattersburger Chance durch Victor Olatunji

Nur drei Minuten später hätte dann aber Olatunji für die SVM-Führung sorgen müssen, als sich ein verunglückter Rückpass von Michi Madl bei Alexandar Borkovic vorbeischummelte und der Mattersburger Legionär alleine auf Goalie Mirko Kos zulief. Letztlich pflückte der Austria-Schlussmann Olatunji aber wieder den Ball vom Fuß, obwohl er schon vorbei war, aber dann mit viel zu wenig Tempo den Abschluss suchte. Kurz vor der Pause war es dann noch Monschein, der sich durchtankte, aber lediglich das Außennetz traf.

Entscheidung kurz nach dem Wechsel

Nach der Pause fand die Mannschaft von Franz Ponweiser durch Luca Pichler (Schuss) und Lukas Rath (im Zuge der folgenden Ecke) dann zwar die erste Gelegenheit vor, das erste Tor schossen aber die Veilchen in der 55. Minute. Ein Freistoß von Dominik Prokop kam prompt wieder retour, beim zweiten hohen Ball klappte das Abseitsspiel der Mattersburger nicht – David Nemeth hob es auf -, weshalb Bright Edomwonyi auf Max Sax ablegte, der den Ball wuchtig ins Eck zur Führung donnerte.

Es sollte die Entscheidung in dieser Partie sein, weil der bei der Austria eingetauschte Benedikt Pichler knapp vorbeizog sowie ein Martschinko-Abschluss geklärt werden konnte und beim SVM auch lange Zeit der letzte Punch im Sinn von zwingenden Ausgleichs-Chancen ausblieb. Lediglich in Minute 87 lag das 1:1 noch in der Luft, Alois Höller konnte einen Querpass von Martin Pusic aber nicht verwerten.

Sei’s drum. Der SV Mattersburg hat den Abstiegskampf erfolgreich gemeistert und wird auch in der neuen Saison als Bundesligist auftreten. Nun geht es nach den so harten englischen Wochen einmal in den wohlverdienten Urlaub.

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Stimmen zum Spiel

David Nemeth: „Wir haben gutes Spiel absolviert und können mit dem 1:0, das ich auf meine Kappe nehme, zufrieden sein. Jeder der jungen Spieler, die heute dabei waren, hat das Potenzial für oben und ich gönne es jedem. Entspannt war das Spiel nicht bei dem Wetter, vom Klassenerhalt her natürlich schon.“

Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser: „Am Anfang war die junge Mannschaft etwas nervös, diese Nervosität hat schwere Beine gemacht, auch die Spielgeschwindigkeit war für manche neu. Mit Fortdauer der Partie ist das alles immer besser geworden, einzig vorne hat der letzte Punch gefehlt. Heute können die Jungs trotzdem erhobenen Hauptes vom Feld gehen.“

Austria-Trainer Christian Ilzer: „Das war ein verdienter Sieg und ein über weite Strecken gutes Spiel von uns, auch wenn Mattersburg in der ersten Halbzeit die große Chance hatte.“

Nedeljko Malic: „Bei der Auswechslung ist mir einiges durch den Kopf gegangen, es war nicht so einfach. Mattersburg ist mein Verein und wird auch immer einen sehr hohen Stellenwert haben.“

Statistik

AUSTRIA - MATTERSBURG 1:0 (1:0).- Torfolge: 1:0 (55.) Sax.

Gelb: Demaku (90., Foul).

SR: Muckenhammer.- Generali-Arena.

Austria: Kos; Wimmer, Madl (46. Maudo), Borkovic, Martschinko; Ebner (65. Demaku), Jeggo, Prokop; Sax (65. Pichler), Monschein (46. Edomwonyi), Jukic (75. Hahn).

Mattersburg: Unger; Nemeth, Malic (9. Jano), Rath; Steinwender, Luca Pichler, Nico Pichler (60. Salomon), Erhardt, Majnovics (75. Pusic); Olatunji (46. Schimandl), Borsos (60. Höller).