Mattersburg-Coach Schmidt: Noch zählt nicht die Tabelle. Mattersburg ist Zweiter. Das interessiert Klaus Schmidt (noch) nicht.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 19. April 2019 (05:44)
Martin Ivansich
Devise zurückkämpfen! Am Samstag musste sich Mattersburg (im Bild Philipp Erhardt, l., im Luftduell mit Stefan Schwab) am Ende verdient bei Rapid mit 1:2 geschlagen geben. Jetzt gilt es, möglichst rasch wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden.

Der SVM-Trainer bleibt weiterhin vorsichtig. Dass seine Mattersburger nach der 1:2-Pleite bei Qualigruppen-Tabellenführer Rapid nach wie vor Zweiter sind, steht nicht im unmittelbaren Fokus von Klaus Schmidt. Der 51-jährige Steirer will mit seiner Mannschaft zum jetzigen Zeitpunkt so rasch wie möglich weiter Land gewinnen, um sich nicht mehr mit dem Feld dahinter – der Letzte steigt schließlich ab – beschäftigen zu müssen. Platz zwei kann in einer Gruppe von sechs Teams also rasch eine trügerische Wohlfühloase sein, wenn der Abstand nach hinten nicht glücklich macht. Aktuell liegt der Zweite SVM nach dem 1:2 vom Samstag fünf Punkte hinter Tabellenführer Rapid, gleichzeitig trennen die Burgenländer (die aber auch über das wesentlich bessere Torverhältnis verfügen) vom Sechsten Innsbruck sechs Punkte. Darum will sich Schmidt auch nicht zu viel mit der „depperten Tabelle“ beschäftigen, sondern vor allem eines: „Wir wollen einfach schauen, dass wir weiter punkten. In dieser geteilten und kleinen Liga mit sechs Teams kann derzeit immer alles passieren.“

Und zudem tut sich ja am Samstag – kommenden Dienstag geht es dann schon bei der Admira weiter – gleich die gute Gelegenheit auf, das aktuelle Schlusslicht Innsbruck beim nächsten Spiel im Pappelstadion zu bezwingen. Für die verbleibenden sechs Runden der Qualifikationsgruppe könnte sich Grün-Weiß dann wieder deutlich klarer nach oben orientieren – und optimalerweise bald gar nichts mehr mit dem Kampf um den Klassenerhalt zu tun haben. Dann wäre wohl auch die Tabelle wieder interessanter.

Die Bilanz von Innsbruck im Frühjahr ist mit sechs Niederlagen aus den bisherigen sieben Spielen (vier im Grunddurchgang, drei in der laufenden Qualifikationsgruppe) verheerend. Davon lässt sich Klaus Schmidt aber nicht irritieren, denn er weiß: „Diese Mannschaft hat ihr letztes Auswärtsspiel in Hartberg gewonnen und hat in den letzten Wochen sehr riskant agiert. Wir sind gewarnt vor diesem Gegner.“

Casali bewies seine Stressresistenz

Eine für Schmidt gute Erkenntnis der Partie gegen Rapid war der Einsatz von Zweiergoalie Tino Casali. Der 23-Jährige kam zu seinem Debüt in der Bundesliga, weil Einser Markus Kuster aufgrund von Oberschenkelproblemen passen musste. „Ich war gespannt, ob er den Strich in der Hose hat oder seinen Mann steht. Jetzt hat der Bursche bewiesen, dass er stressresistent ist. Er hat seit Monaten auf diesen Einsatz gebrannt, war auch sehr nahe an Kuster dran und ein wenig enttäuscht, hat das aber professionell angenommen. Wir wissen, dass er einer ist, auf den man sich verlassen kann. Das ist der positivste Aspekt des Rapid-Spiels.“

Casali selbst sagte: „Ich habe lange darauf gewartet. Alle, die mir nahe stehen, wissen, dass mir das Bundesliga-Debüt sehr, sehr viel bedeutet hat.“ Wer am Samstag gegen Innsbruck und am kommenden Dienstag bei der Admira im Tor stehen wird, hängt laut Schmidt natürlich auch davon ab, ob Markus Kuster fit ist.

Fix nicht dabei gegen Innsbruck ist Thorsten Mahrer aufgrund der fünften Gelben. Lukas Rath hat seine Sperre abgesessen und steht hingegen wieder zur Verfügung. Eher noch nicht gehen wird es nach seinem überstandenen Zehenbruch bei Patrick Salomon, auch wenn es laut Schmidt jeden Tag schon besser läuft. Auch Florian Hart ist zumindest noch fraglich. Christoph Halper (Bänder im Knie überdehnt) wird wohl ebenfalls noch Zeit brauchen.