Mattersburg

Erstellt am 24. November 2018, 18:51

von Bernhard Fenz

Mattersburger Moralinjektion – 2:2 gegen den WAC!. Der SVM konnte auswärts beim WAC einen 0:2-Rückstand wettmachen und belohnte eine nach der Pause moralisch starke Darbietung mit einem Unentschieden. Das 2:2 sollte den Profis für die nächste Aufgabe (am kommenden Samstag gegen die Admira) einen neuen Schub an Selbstvertrauen bringen.

WAC - MATTERSBURG 2:2. Lange tat sich in diesem Duell wenig, ehe es praktisch mit dem Pausenpfiff zum mental ungünstigsten Zeitpunkt den Rückschlag für die Burgenländer setzte. Ein von Michael Liendl getretener Corner weg vom Tor des SVM wurde von Mario Leitgeb wuchtig zum 1:0 versenkt. Und es schien, als ob der WAC diesen psychischen Schub direkt in die zweite Hälfte mitnehmen konnte. Da waren die Lavanttaler nämlich in der Anfangsphase komplett tonangebend und krönten diese starken ersten Minuten auch mit dem 2:0 in Minute 51. Es brannte da bereits zuvor im Strafraum der Grün-Weißen, die den Ball nicht nachhaltig klären konnten – schließlich versenkte Verteidiger Nemanja Rnic eine Flanke per Kopf.

Aus dem Nichts heraus wieder Spannung – und der Ausgleich

Die Partie schien entschieden – vor allem ob der bis dahin fehlenden Mattersburger Gefährlichkeit. Dann kam aber die 66. Minute – und wie aus dem Nichts fiel der Anschlusstreffer. Einwurf Flo Hart auf Philipp Erhardt, der legte in den Rückraum ab, von wo aus Patrick Salomon abzog – sein abgefälschter Ball landete im langen Eck zum 2:1.

Plötzlich wirkten die davor so souveränen Kärntner verunsichert, kam die Mannschaft von Klaus Schmidt auf, zeigte tolle Moral. Ein Stanglpass von Rene Renner fand keinen Abnehmer, doch immer mehr lag der Ausgleich in der Luft. Und dann kam sie, die 86. Minute: Corner Jano, Goalie Alexander Kofler konnte den Ball nicht bändigen, Marko Kvasina spitzelte den Ball auf die Seite und dort versenkte Andi Gruber den Ball volley zum Ausgleich ins Netz. Kitschiges Detail am Rande – im 100. Ligaspiel trug sich der Steirer in die Torschützenliste ein. 

Es blieb letztlich beim Unentschieden, das aufgrund des Spielverlaufs durchaus als gewonnener Punkt für den SVM gewertet werden darf. Am kommenden Samstag geht es nun daheim gegen Schlusslicht Admira weiter. Da können die Burgenländer ein weiteres Ausrufezeichen setzen.  

STATISTIK

WAC – MATTERSBURG 2:2 (1:0).
Torfolge:
1:0 (45.+1) Leitgeb, 2:0 (51.) Rnic, 2:1 (66.) Salomon, 2:2 (86.) Gruber.
Gelb: Erhardt (29., Foul), Mahrer (39., Foul), Gruber (46., Foul); Gollner (37., Foul).
SR: Schüttengruber.- Lavanttal-Arena, 2.800.

WAC: Kofler; Novak, Sollbauer, Rnic, Gollner; Wernitznig, Leitgeb, Ritzmaier; Liendl, Orgill, Schmerböck (80. Gschweidl)
Mattersburg: Kuster; Mahrer, Malic, Ortiz; Hart (80. Höller), Erhardt (79. Kvasina), Jano, Salomon, Renner; Gruber, Varga (46. Prosenik). 

STIMMEN

„Es war nach den Gegentoren ziemlich schwierig und ein Verdienst der ganzen Mannschaft. Wir haben eine gute Reaktion gezeigt, vor allem in der Phase, in der wir uns derzeit befinden. Der Punkt war verdient. So, wie wir in der zweiten Halbzeit aufgetreten sind, müssen wir weitermachen.“ Patrick Salomon

„Wenn du 2:0 führst, darfst du dieses Spiel nicht mehr hergeben. Mattersburg hat sich diesen Punkt durch die Mentalität verdient. Wenn du glaubst, es geht alles von alleine, wirst du bestraft. Das geht ganz klar auf unsere Kappe.“ Michael Liendl

„Hier in Wolfsberg etwas mitzunehmen, ist derzeit keine Selbstverständlichkeit, auch aufgrund des Spielverlaufs war es das nicht. Ich muss meiner Mannschaft ein Lob aussprechen, wie sie in den letzten 30 Minuten Gas gegeben hat. Das war aller Ehren wert. Nach dem 2:1 war das Spiel unseres und zum Schluss war es ein Fight, wo da und dort noch etwas passieren hätte können.“ SVM-Trainer Klaus Schmidt

 „Das waren heute ganz klar zwei verlorene Punkte. Lange Zeit haben wir die Partie im Griff gehabt, das 2:1 ist aus dem Nichts heraus gefallen. Dann sind wir zu passiv geworden. Wir müssen daraus lernen, die Situation gut aufarbeiten und uns die zwei verlorenen Punkte wieder zurückholen.“ WAC-Trainer Christian Ilzer