Mattersburg

Erstellt am 21. September 2018, 06:07

von Bernhard Fenz

Mattersburgs Teufelskreis mit der Stabilität. Die SVM-Profis sind bei Rückschlägen prompt verunsichert. Das Gegenmittel heißt Erfolg. Gelingt der bei Sturm?

Augenscheinlich. Sportlich bittere Zeiten bringen auch symbolische Bilder mit sich. Die Körpersprache der SVM-Crew auf der Ersatzbank beim Stand von 0:3 gegen den LASK war eindeutig.  |  Bernhard Fenz

Der moderne Fußball genießt in Expertenkreisen fast schon wissenschaftlichen Status. Bei Fachgesprächen über verschiedenste Spielformationen, Analysen über falsches Verschieben und dergleichen ist es als Otto-Normalverbraucher heutzutage fast schon ratsamer auszusteigen, um nicht ganz alt auszusehen.

Doch so kompliziert Fußball klingen mag, einfacher als jetzt kann die Rechnung beim SV Mattersburg nicht sein. Es braucht nach einem Punkt aus sechs Spielen endlich wieder ein Erfolgserlebnis, um das vorhandene Potenziel bestmöglich abrufen zu können. Momentan gleicht die Mannschaft, die sich am Platz präsentiert, aber einem Glashaus. Jede kleinste Erschütterung kann da Unheil anrichten.

Hinten dicht und nach vorne kontrolliert

Gesehen am Sonntag daheim gegen den gut organisierten LASK, als die Burgenländer eine knappe halbe Stunde lang gefällig agierten (und mit Michi Perlak auch die Top-Chance zur Führung vorfanden), dann aber nach der Gästeführung kontinuierlich aus der Balance gerieten.

Schmerzhafter Rückschlag. Andreas Gruber wurde hier beim Schussversuch der Ball von LASK-Verteidiger Reinhold Ranftl stibitzt. Die Folge war eine Kollision der Beine. Auch sonst lief für den SVM beim 1:3 nicht viel zusammen.  |  Bernhard Fenz

Ein Umstand, der Neo-Trainer Klaus Schmidt zwar nicht gefällt, der ihn aber auch nicht überrascht: „Es war gegen den LASK nicht alles schlecht, vor allem nicht die ersten 30 Minuten. Wenn du aber als Mannschaft fünf, sechs Runden lang nichts gewinnst und in Rückstand gerätst, verlierst du den Faden. In unserem Fall war die Kontrolle über das Spiel weg. Das ist derzeit eine ganz schwierige Situation.“

Helfen kann nur ein Erfolgserlebnis. Dafür braucht es allerdings ein stabiles Auftreten. Und das soll trotz Verunsicherung gelingen? Genau das ist der Teufelskreis, den es nun zu durchbrechen gilt. Schmidt: „Jetzt ist generell nicht der Zeitpunkt, um „All in“ zu spielen. Auch gegen den LASK wären wir ins offene Messer gelaufen, hätten wir komplett aufgemacht und riskiert. Ganz wichtig ist, dass wir uns hinten stabilisieren. Unser Ziel muss lauten, einmal zu Null zu spielen.“ Und vorne dann freilich die Chancen zu nutzen.

Erst Sturm auswärts, dann Rapid daheim

Denn die Aufgaben werden für die Burgenländer vorerst nicht leichter. Am Samstag um 17 Uhr ist Grün-Weiß in Graz bei Sturm gefragt. Die Steirer haben bislang zwar noch keine Wahnsinns-Saison hingeknallt, sind aber nach dem erkämpften 3:2-Sieg bei der Admira dem SVM mental sicher einen Schritt voraus. Danach folgt am kommenden Mittwoch (26. September, 18.30 Uhr) daheim das ÖFB-Cup-Spiel gegen Rapid.

Auch Klaus Schmidt weiß, was das bedeutet. „Ich bin bei der Austria angetreten, danach kam LASK, jetzt Sturm und dann Rapid. Das kann im Idealfall gleich super laufen, wenn man überrascht. Aber so haben wir einfach nur eine schwere Auslosung zu bewältigen.“ Personell ist Cesar Ortiz (Adduktorenprobleme) noch fraglich, Patrick Salomon schied gegen den LASK nach einem Zusammenstoß in der ersten Halbzeit mit Verdacht auf eine Knieverletzung aus. Diesbezüglich gab es zu Redaktionsschluss zumindest noch keine Entwarnung.

Wieder dabei sein sollten Julius Ertlthaler und Marko Kvasina, die in der Länderspielpause mit dem U21-Team aktiv waren, somit beim Mannschaftstraining des SVM fehlten und diesmal nicht im Kader standen. „Das war überhaupt kein persönlicher Angriff auf die beiden, die jetzt wieder im Training stehen und natürlich auch wieder ihre Chance erhalten werden.“