Mattersburg

Erstellt am 08. November 2018, 06:36

von Bernhard Fenz

Mit Hartberg wartet richtig harte Nuss auf Mattersburg. Auf den SVM wartet das Duell mit dem Turn- und Sportverein Hartberg. Der kickte zuletzt richtig erfolgreich.

Beinharter Kampf. Andreas Gruber (unten) und seine Mitspieler des SV Mattersburg waren in Salzburg zwar über weite Strecken stark unter Druck, hielten das Duell aber bis zum Schluss offen und kamen in Minute 87 auch zum Ausgleich. In der Nachspielzeit fixierten Stefan Lainer (oben) und Co. aber doch noch den 2:1-Erfolg des Leaders.  |  SEPA Media/Bollwein

Die gängigen Prognosen nach dem personellen Umbruch beim TSV Hartberg im Sommer sind bislang nicht eingetroffen. Denn der Aufsteiger hat sich in der Liga etabliert. Mehr noch: Das Team von Neo-Coach Markus Schopp ist aktuell nicht Nummer eins-Kandidat auf den Abstieg, sondern nach einem Mega-Lauf (vier Siege in den letzten vier Bundesliga-Spielen, zum Drüberstreuen auch noch ein Cup-Erfolg gegen Innsbruck) einer der Aufständischen in der oberen Tabellenhälfte.

„Wenn‘s laft, dann laft‘s. Die sind richtig on fire“

Sie erinnern sich? Nach 22 Spieltagen wird in der neuen Zwölferliga das Feld geteilt. Vor Saisonbeginn stellte sich vielerorts nur die Frage, wer neben Salzburg, Rapid, Austria und Sturm noch in die Top-Sechs rutschen würde. Nun kämpfen die letzten drei genannten Klubs rund um den Strich ums sportliche Dasein, während sich St. Pölten, WAC und eben Hartberg davor positioniert haben. „Wenn‘s laft, dann laft‘s. Die sind richtig on fire“, zollt Mattersburg-Trainer Klaus Schmidt den Steirern Respekt.

Am Sonntag um 14.30 Uhr ist Hartberg im Pappelstadion zu Gast. „Uns passt das Spiel insofern rein, als wir hier einen Lauf stoppen können.“ Angesichts der Ausgangslage kann man auch von „stoppen müssen“ sprechen. Um im Rennen auf einen Startplatz in der Meistergruppe der Top-Sechs zu bleiben, darf der SVM nicht nachlassen. Ein Punkteverlust daheim gegen Aufsteiger Hartberg wäre natürlich noch nicht das Ende, aber ein herber Rückschlag. Dessen ist sich auch Schmidt bewusst: „Um oben reinzukommen, wäre es gut zu punkten.“

„Die können eins plus eins zusammenzählen“

Dass der Druck auf Seiten der Burgenländer wächst, ist nur logisch. Schmidt: „Die Spieler wollen über den Strich und können auch alle eins plus eins zusammenzählen.“

Apropos Spieler. Ein Pechvogel bei der 1:2-Niederlage in Salzburg war Florian Hart, der mit einem Fehlpass in Minute 92 das Salzburger Umschaltspiel unfreiwillig in Gang setzte. Der Ball kam prompt zu Andreas Ulmer, dessen scharfe Hereingabe Goalie Markus Kuster nur kurz parieren konnte. Hannes Wolf, auch noch alleingelassen, verwertete den Abpraller zum Sieg.

„Sehr bitter für mich persönlich. Ich nehme das Tor auf meine Kappe“, analysierte der Mittelfeldakteur nach einmal Drüberschlafen sachlich. Parallel dazu stellte Klaus Schmidt aber klar: „Hart hat an sich ein großartiges Spiel abgeliefert. Die Aktion am Schluss muss man jetzt so stehen lassen. Natürlich war das alles bitter, das Match so spät zu verlieren. Objektiv betrachtet ist die Niederlage aber verdient. Wir sind am Montag auch rasch zur Tagesordnung übergegangen, haben sogar die obligate Videoeinheit gestrichen. So ein Spiel, in dem wir derart unter Druck stehen, kommt nicht oft vor. Besser, wenn sich die Bilder nicht in den Köpfen festsetzen.“

Auch Hart gab sich am Montag bereits wieder kämpferisch: „Die Welt dreht sich trotzdem weiter. Darum konzentrieren wir uns jetzt voll auf Hartberg.“ Welchen Stellenwert diese Partie hat? „Jedes Match kann angesichts der so knappen Konstellation in der Tabelle viel verändern.“ Umgehen werde man mit dem Druck aber jedenfalls seriös, wie der 28-Jährige bestätigt: „Es ist ja trotzdem ein Spiel wie jedes andere, weil wir grundsätzlich punkten wollen. Ich sehe beide Teams auf Augenhöhe und bin zuversichtlich.“

Defensiv-Routinier Nedeljko Malic fiel laut Schmidt zuletzt aufgrund einer oberflächlichen Beinvenenentzündung aus, sollte aber wieder ins Training einsteigen können. Auch Abwehrkollege Lukas Rath (Knieprobleme) ist wieder dabei.