Pappelstadion: Das Ende einer Tribüne. Gästesektoren müssen künftig überdacht sein. Für das Pappelstadion heißt das: Die wulkaseitige Tribüne wird abgebaut. Eine langfristige Lösung ist aber bereits in Planung.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 13. Juni 2019 (06:09)
Horst Antos
Foto: Horst Antos

Klassische Veränderungen vor einer neuen Saison sind die eine Seite. Am Personalsektor die eine oder andere Stellschraube drehen, das gehört zum Profigeschäft. Außertourliches erledigen zu müssen, ist die andere Seite. Im Fall des SV Mattersburg steht in der neuen Saison eine infrastrukturelle Maßnahme bevor, die nach 2016 wieder in die Kategorie „Außertourliches“ fällt und aufgrund neuer Auflagen der Bundesliga nötig wurde.

Vor drei Jahren musste der Verein das Spielfeld entfernen und eine Rasenheizung installieren, da dieser Punkt seitdem ein K.o.-Kriterium für den Erhalt der Lizenz darstellt.
Ab 2019/2020 ist ein überdachter Gästesektor im Stadion Pflicht. Für Arenen wie Salzburg, die neuen Wiener Stadien oder Graz, um vier Beispiele zu nennen, ist diese neue Auflage nicht einmal der Rede wert.

Bei in sich geschlossenen Stadien ist das nur eine formale Randnotiz, da die Gästefans ohnehin ein Dach über dem Kopf haben. An einem Bundesliga-Ort wie dem Pappelstadion, das im Lauf der Jahr(zehnt)e stückweise gewachsen ist, gibt es nun allerdings ein Problem.

Die Fans der Gästeteams haben bislang nämlich ihren Stammplatz auf jener mobilen Hintertortribüne eingenommen, die auch seit 2003 auf der Wulkaseite gegenüber der Wiese ein fixer Bestandteil des Stadionbilds ist. Der Haken an der Sache: Besagte Tribüne ist nicht überdacht, weshalb der Klub nun handeln muss.

Gästefans fürs Erste unter die Längsseite

Um den Anhängern der Auswärtsmannschaft das verordnete Dach zu bescheren, gibt es im Pappelstadion auf die Schnelle nur eine Lösung: ab unter die Haupttribüne. Das 2001 erbaute visuelle Prunkstück ist die einzige überdachte Fläche (bis auf den Pressebalkon und natürlich das VIP-Zelt), die Besuchern zur Verfügung steht. Präsident Martin Pucher: „Wir haben deshalb bei der Bundesliga eingereicht, den Auswärtssektor an den Rand der Haupttribüne zu verlegen. Das sind rund 1.000 Plätze und maximal zwei Sektoren, die verwendet werden.“

Auf Sicht neue Variante: kleiner, aber überdacht Bei Risikospielen beziehungsweise Matches mit dementsprechend vielen Gästefans – in der Regel also vor allem die Partien gegen Rapid, Austria, Sturm Graz und den LASK – soll die vorgeschriebene Zuschauertrennung auf der Haupttribüne durch eine Art „Pufferzone“ gegeben sein. Falls diese Trennung nicht baulich möglich ist – im konkreten Fall wäre das so – soll sie durch einen Ordnerdienst gewährleistet sein.

Die mobile Tribüne wird aufgrund der neuen Gegebenheiten abgebaut und entfernt. Vorerst werden daher auch weniger Besucher Platz finden. Das soll aber nicht das Ende des baulichen SVM-Maßnahmenkatalogs bleiben. Puchers Plan sieht vor, sehr wohl hinter dem Tor eine neue Tribüne errichten zu lassen, die auch den Vorgaben entspricht und überdacht ist. „Diese soll aber kleiner werden – und das kann bis zu einem Jahr dauern“, will sich der Klubchef nicht auf genaue zeitliche Prognosen einlassen.

Warum auch? Die Zeit drängt nicht, da das Problem des Gästesektors fürs Erste mit der Übersiedelung an den Rand der Haupttribüne beseitigt ist. Über kurz oder lang soll aber das Gesamtbild des Pappelstadions wiederhergestellt sein. Nicht umsonst sagt Pucher: „Es tut uns schon weh, dass die Tribüne hinter dem Tor in dieser Form verschwindet.“

Denn ein mögliches Dach-Provisorium oder dergleichen auf der mobilen Tribüne war dem SVM-Präsidenten stets ein Dorn im Auge. Lieber eine dauerhafte und ansehnliche Lösung – und dafür will man sich eben noch Zeit nehmen.