Start bei Sturm war fast perfekte Sache für den SVM. Eine Knieverletzung von Andi Gruber trübte den Auftakt. Ansonst startete Mattersburg verheißungsvoll.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 21. Februar 2020 (06:03)
Sportliche Harmonie. Andreas Gruber, der nach seinen zwei Toren das private Herzerl in Anspielung auf die Geburt seines Sohnes Nico beim Jubel mittransportierte, und Andreas Kuen verstehen sich als Fußballer am Platz blendend. Das belegten am Sonntag die beiden Tore, bei denen Kuen jeweils den Assist lieferte und Gruber abschloss. Der einzige aktuelle Wermutstropfen ist allerdings, dass Gruber beim 2:1-Erfolg schon in der ersten Halbzeit verletzt ausschied und eine Meniskusverletzung im Raum steht. Noch ist
unsicher, wann der 24-jährige Steirer wieder fit wird.  Foto: GEPA
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Statistik-Spielchen in Ehren, aber der 2:1-Erfolg des SVM bei Sturm Graz war tatsächlich echte Überraschung. Auch wenn die Burgenländer die drei Frühjahrs-Auftaktspiele der vergangenen drei Saisonen jeweils gegen Sturm spielten, dabei zweimal gewannen sowie einmal remisierten und somit von der Papierform her einem ausgewiesenen Lieblingsgegner gegenüberstanden.

Die besagten Spiele wurden allesamt im Pappelstadion absolviert, nun setzte sich Mattersburg auswärts in Graz durch. Und auch wenn Sturm ersatzgeschwächt antrat, so lag es doch am Auftreten der Mannschaft von Franz Ponweiser, dass ein bleibender Eindruck hinterlassen wurde.

Da war einmal die Defensivreihe rund um Neo-Abwehrchef Jano, die schnörkellos agierte, zudem hatte Goalie Markus Kuster alles im Griff und war stets zur Stelle, wenn es brenzlig wurde. „Wir waren extrem stabil. Mir hat auch die Mentalität sehr gut gefallen, wie wir uns in Schüsse geworfen haben und wie wir letztlich trotz 15 Eckbällen gegen uns souverän geblieben sind.“ Und da war vor allem eine blitzsaubere Startphase, die den SVM mit 2:0 rasch auf die Siegerstraße brachte.

Zweimal machten da ganz vorne Andi Kuen als Asssistgeber und Andi Gruber als Vollstrecker alles beeindruckend richtig. Erst fand eine Flanke in den Rückraum per Kopf den Weg ins Tor, dann verwertete Gruber eine genau getimte und geniale Passvorlage abgebrüht mit der Innenseite unter die Latte.

Gruber-Zwangspause zumindest für Altach

„Beide sind in dieser Form richtige Waffen“, freute es Ponweiser. Und Assistgeber Kuen meinte: „Es war schon etwas Besonderes, dass die Vorlagen so aufgegangen sind. Wir wissen am Platz beide, was wir wollen und reagieren instinktiv ähnlich. Das kommt uns sicher zugute.“ Auch Gruber stellte noch in der Pause der Partie klar, dass er nicht zufällig richtig antizipierte und so perfekt auf die tollen Vorlagen reagierte: „Ich verstehe mich mit Andi sehr gut, auch privat.“

Zu diesem Zeitpunkt war der Doppeltorschütze bereits ausgetauscht. Gruber, der ordentlich abgeklopft wurde, musste schließlich nach einem Foul von Tobias Koch w.o. geben. Am Montag erhärtete sich schließlich der Verdacht, eines Meniskuseinrisses.

Klarheit sollen weitere Untersuchungen heute, Mittwoch, bringen. Ponweiser: „Wir hoffen, dass er ohne OP wieder ins Training einsteigen kann.“

Für das nächste Spiel am Samstag (17 Uhr) gegen Altach wird es sich aber nicht ausgehen, danach müsse man die Entwicklung abwarten.

Dabei wäre ein Vollstrecker wie Gruber, der sechs Spiele gar nicht dabei war (ein Mal unberücksichtigt, fünf Mal verletzungsbedingt) und trotzdem elfmal traf, sehr wertvoll für die SVM-Offensive gewesen. Nach seiner Auswechslung fanden die Burgenländer in Hälfte zwei durch Patrick Salomon, Flo Hart und Martin Pusic sehr gute Gelegenheiten vor, alleine der Abschluss war mangelhaft.

„Da haben wir es uns noch unnötig schwer gemacht“, weiß der Coach, der aber auch registrierte, wie viel die grün-weißen Profis für die drei Punkte investiert hatten. „Das war schon ein richtiges Kampfspiel, das an die Substanz gegangen ist.“ Patrick Salomon etwa wollte nach einem Schlag gegen das Schienbein schon zur Halbzeit raus, biss aber die Zähne zusammen. Michi Lercher musste mit einer Gehirnerschütterung in der Kabine bleiben.

Gegen Altach erhofft sich Ponweiser nun ein Gesicht der Mannschaft, das die Zuschauer wieder ins Pappelstadion bringt. „Ziel ist auch, eine neue Serie zu starten.“

Eine g‘mahte Wiesn ist das Duell gegen die Vorarlberger aber nicht, wie der Coach festhält: „Eine sehr ungut zu bespielende Truppe, die mit Sidney Sam einen Spieler in den Reihen hat, der Partien im Alleingang entscheiden kann – oder mit Christian Gebauer über extreme Geschwindigkeit verfügt.“ Ergo gelte es konsequent an die Leistung der Sturm-Partie anzuschließen. „Schließlich haben wir schon richtig viel Selbstvertrauen getankt. Ich bin überzeugt, dass wir von der Energie und von der Mentalität da nahtlos weitermachen.“