SV Mattersburg: Ein Fall für zwei. Markus Schmidt ist an der Seite von Franz Ponweiser bei den SVM-Profis – und mehr als ein biederer Co-Trainer.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 15. Februar 2020 (06:04)
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Bernhard Fenz

Im 21. Jahrhundert ist sie längst keine Selbstverständlichkeit mehr, die bedingungslose Vereinstreue. Bei Markus Schmidt ist das anders. Der gebürtige Rohrbacher und nunmehrige Wahl-Loipersbacher steht seit 1998 in Diensten des SV Mattersburg, wo er sich in den vielen Jahren zum gestandenen Bundesliga-Profi hochgearbeitet hat.

Mittlerweile zeigt nach dem Karriereende auch seine Trainerlaufbahn nach oben, standesgemäß beim SVM, wo es über den Nachwuchs und die Amateure seit Sommer 2019 offiziell an die Seite von Franz Ponweiser zur Bundesliga-Truppe ging. Dabei war die Arbeit bei den Amateuren, wie er betont, „genau meines – junge Spieler weiterzuentwickeln und sie in die Profimannschaft zu führen. Im Sommer hat mich der Präsident gebeten, oben zu helfen. Da musste ich nicht lange überlegen. Wenn er mich braucht, bin ich bereit. Das wird auch in Zukunft immer so sein.“

Schmidts Loyalität zu Klubchef Martin Pucher ist nicht unbegründet. Trotz dreier Kreuzbandrisse (der vierte beendete dann 2012 die aktive Laufbahn) war für ihn stets ein Platz im Team. Das Vertrauen zahlte er mit Einsatz zurück. „Ich habe dem Verein so viel zu verdanken“, ist er sich auch bewusst.

Nebenbei übt der 42-Jährige nach dem Fußballprofi nun als Trainer seinen nächsten Traumjob aus. Auch wenn es eben eine andere Tätigkeit als bei den Amateuren ist. Schmidt ist jetzt offiziell Co-Trainer von Ponweiser. Allerdings sind die gelebten Hierarchien flach, beide sind in der praktischen Arbeit auf einer Ebene tätig. „Was ich nicht mache, sind die Besprechungen. Die Vorbereitungen auf die Trainings und Spiele erledigen wir gemeinsam.“

„War nie einer, der im Rampenlicht sein muss“ 

 Auch beim Coaching ist klar. Ponweiser steht in der ersten Reihe, seine nominelle Nummer zwei ist aber gleichermaßen aktiv – nur eben dahinter. „Ich fühle mich wohl in dieser Rolle und war noch nie einer, der im Rampenlicht sein muss.“ Außerdem sei die Zusammenarbeit ohnehin top. „In unserem Trainerteam ist eine Freundschaft entstanden. Unter Freunden kann man auch am besten arbeiten. Für mich ist es eine echte Freude.“

Die Rollen sind also vergeben. Zudem gäbe es bezüglich eines Aufstiegs zum Bundesliga-Cheftrainer aktuell auch noch die Hürde der UEFA-Pro-Lizenz. Die besitzt Franz Ponweiser, Schmidt hingegen noch nicht. Im August 2018 war er nach der Trennung von Gerald Baumgartner kurzfristig Interimstrainer bei den Profis, für eine langfristige Tätigkeit bräuchte es aber den oben genannten Schein. Da ist der A-Lizenz-Coach in der Warteschleife, was den neuen Kurs betrifft. Ein Aufnahmegespräch hat bereits stattgefunden, Ende Februar folgt die Entscheidung, ob das SVM-Urgestein dabei sein wird.

Zukunftsmusik. Vorerst sind die offiziellen Aufgaben ohnehin klar. Gemeinsam mit Ponweiser soll im Frühjahr der Klassenerhalt fixiert werden. Daran glaubt der ehemalige defensive Mittelfeldspieler. „Wir haben die Qualität dazu.“ Auch wenn keine externen Transfers getätigt wurden? „Meine Erfahrung ist: Die Zeit zum Integrieren ist vielleicht zu kurz. Ich glaube es war gut, dass wir im Verein ruhig geblieben sind.“ Vielmehr gelte es, den Spielern laufend die nötige Mentalität zu vermitteln.

„Fußballspielen können viele. Aber wenn ich mehr laufen will als der Gegner, mutiger in die Zweikämpfe gehe und diszipliniert bin, werde ich mehr Spiele gewinnen als die, die das nicht so machen.“ Den Spagat zwischen Theorie und Praxis hinzubekommen sei auch Aufgabe des Ex-Profis. „Ich versetze mich immer noch in die Fußballerrolle. Das hilft extrem. Mittlerweile sind die Spieler sehr sensibel geworden. Dafür suche ich auch die Gespräche.“

Um auch die Idee des angedachten aktiven Spielens weiter zu vermitteln und parallel die Verunsicherung aus den Köpfen zu bekommen. „Die Angst Fehler zu machen ist groß.“ Darum braucht es auch Positiv-Erlebnisse, möglichst mit Resultaten. An Max Schmidt wird es da nicht scheitern, wie er abschließend klarstellt: „Ich werde alles reinhauen. Wichtig ist, dass wir gemeinsam erfolgreich sind.“