SVM bei Rapid: Der Schlager um die Spitze im Unterhaus. Der Erste SK Rapid empfängt den Zweiten SV Mattersburg zum aktuellen Hit in der Qualifikationsgruppe.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 11. April 2019 (06:08)
Martin Ivansich
Arbeiter. Marko Kvasina (hier gegen Goalie Rene Swete) rackerte gegen Hartberg viel und trug so zum 3:0 bei. Foto: Ivansich

RAPID - MATTERSBURG, SAMSTAG, 17 UHR.

Unter einem Meisterschafts-Kracher stellt man sich als Rapid-Fan für gewöhnlich ein anders Spiel vor als daheim gegen Mattersburg. Weil die Hütteldorfer aber eben in der Qualifikationsgruppe tätig sind und als Tabellenführer am Samstag daheim auf den unmittelbaren Verfolger treffen, kommt das Match auch aus Wiener Sicht einem Hit gleich. Und für den SVM ist ein Antreten im Allianz-Stadion ohnehin immer ein ebensolcher. Jetzt noch mehr, geht es doch für beide Teams in der dritten Runde der zehn Spieltage dauernden Qualifikationsgruppe um die Spitze im Bundesliga-Unterhaus.

„Wir sind minütlich auf der Hut.“Mattersburg-Trainer Klaus Schmidt über das Spannungsfeld in der Qualifikationsgruppe zwischen der Spitze und dem dahinter tobenden Abstiegskampf.

Mattersburg hat sich nach dem 1:2-Ausrutscher in Altach und dem glatten 3:0-Erfolg gegen Hartberg in Stellung gebracht. Rapid wiederum ist nach dem 3:0 gegen Admira, dem 2:0 bei Innsbruck (verhaute Mega-Chancen inklusive) sowie dem ÖFB-Cupfinal-Einzug beim LASK im Elferschießen unter der Woche aktuell fast schon „on fire“.

Während die Hütteldorfer ohnehin den klaren Anspruch (Platz eins) haben, ist auf Seiten der Burgenländer noch Vorsicht geboten. Sechs Punkte Vorsprung auf Schlusslicht Admira sind ein schöner Polster, nur zwei Zähler Rückstand auf Rapid laden parallel zum Blicck auf die Spitze ein. Trotzdem stellt Trainer Klaus Schmidt klar: „Was das betrifft, schlagen in mir zwei Herzen. Vom Grundgedanken her wollen wir uns nach oben orientieren. Nach der Niederlage in Altach war aber wieder die Frage, wo die Reise hingeht. Jetzt haben wir gewonnen, bei Rapid hängen jedoch die Trauben sehr hoch. Wichtig ist, dass wir in dieser Todesliga stetig dabei sind. Das ist wichtiger, statt Prognosen abzugeben.“

Im Fall einer Überraschung in Wien würde sich die Zielsetzung ohnehin verändern, könnte/müsste der SVM auch öffentlich die Flucht nach vorne antreten.

So aber bleibt Mattersburg im Spannungsfeld der Qualifikationsgruppe zwischen einer Top-Platzierung und dem tobenden Abstiegskampf. Kein Wunder also, dass da der doppelherzige Schmidt nicht nur Augen einzig und alleine für die sonnigen Orte der Sechsergruppe hat. „Wir orientieren uns natürlich eher nach oben als nach unten, sind aber minütlich auf der Hut.“

Wie gut da Punkte in Wien Hütteldorf tun würden, leuchtet ein. Je schneller die totale Flucht nach vorne gelingt, umso besser. Schmidt erwartet nicht zuletzt nach den beiden Erfolgen in der bisherigen Qualifikationsgruppe eine offensivfreudige Rapid-Elf. „Siege tragen dich, du kriegst Flügel. Das ist aber auch der Anspruch dieser Mannschaft im unteren Teil der Liga.“

Und dass die Wiener sportliche Revanche für die so bittere 1:2-Pleite am 10. März im Pappelstadion nehmen wollen (die ja unter anderem die Meistergruppe mitverhinderte), leuchtet ebenfalls ein. Schmidt, der zu Rapid-Coach Didi Kühbauer ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, weiß: „Didi ist ein Typ, dem Niederlagen wie diese schwer im Magen liegen. Ich gehe davon aus, dass sich seine Mannschaft komplett anders präsentieren wird. Andererseits haben wir uns in meiner Zeit gegen Rapid immer gut verkauft. Ich weiß aber schon, wie schwer es diesmal wird – so, wie sie derzeit aufspielen.“

Personell kehren die zuletzt gelbgesperrten Profis Philipp Erhardt und Rene Renner zurück. Patrick Salomon brach sich gegen Hartberg eine Zehe und fällt aus, Lukas Rath ist aufgrund der fünften Gelben diesmal gesperrt.