SVM-Coach Ponweiser: „Der Kader ist extrem dicht“. Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser schwört auf das Leistungspotenzial des verkleinerten Kaders und das gesamte Kollektiv. „Wir werden alle Spielertypen benötigen.“

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 18. Juli 2019 (05:28)
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Geeinigt und in der Warteschleife: Victor Olatunji (r.) muss noch bürokratische Hürden überspringen, dann landet er fix in Mattersburg.

Am Samstag (17.30 Uhr) steigt für den SV Mattersburg die Bundesliga-Generalprobe mit dem ÖFB-Cup-Auswärtsmatch in Pinkafeld. Ob dann tatsächlich dieselbe Elf eine gute Woche später im Pappelstadion gegen Hartberg aufs Feld geschickt wird, ist noch nicht in Stein gemeißelt. Mehr noch. Neo-Trainer Franz Ponweiser sagt gar: „Es kann durchaus sein, dass Spieler dann gar nicht im Kader dabei sind.“

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Testkandidat. Toni Gomes zeigte sich beim 1:1 gegen Holstein Kiel.

Hinter diesen Überlegungen steckt ein neues Rotations-Prinzip des zur Verfügung stehenden Kaders. „Wir wollen künftig jene Spieler punktgenau in den Kader einberufen, von denen wir glauben, dass sie die Besten für dieses Match sind.“

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Kandidatenkreis trotz eines verkleinerten Kaders (die Tendenz geht von 25 Feldspielern auf 21 bis 22 Kicker) größer werden soll. Und über allem steht das Abrufen des gesamten Potenzials. Von dem ist Ponweiser überzeugt, sagt: „Wir sehen von Spiel zu Spiel ständig Verbesserungen. Natürlich werden wir über das Kollektiv kommen müssen. Da werden wir unsere verschiedenen Stärken richtig einsetzen. Wir wollen Woche für Woche total auf den Gegner eingehen und uns bestmöglich einstellen. Dafür benötigen wir auch alle Spielertypen.“

Offensiv-Zugänge: Einer de facto fix, einer offen

Offensiv könnte Grün-Weiß übrigens noch einen Typen vertragen, Stichwort potenzielle Zugänge. Bereits geeinigt haben sich die Burgenländer mit dem 19-jährigen Nigerianer Victor Olatunji. Der robuste Stürmer war zuletzt in der Slowakei bei Inter Bratislava und Podbrezova aktiv. Zwischen der besagten Einigung und der offiziellen Vollzugsmeldung liegen aber noch bürokratische Hürden. Ponweiser: „Er ist ein Perspektivspieler mit viel Potenzial. Das Risiko gehen wir ein, dass er aktuell noch nicht zur Verfügung steht.“

Gegen Holstein Kiel wurde mit Toni Gomes ein Portugiese afrikanischer Herkunft getestet. Ob der 20-jährige Offensivmann, der den Liverpool-Nachwuchs bis zur zweiten Mannschaft durchlief und zuletzt in der zweiten portuguiesischen Liga bei Arouca zum Einsatz kam, tatsächlich auch verpflichtet wird, bleibt aber offen.

Ebenso könnte es sein, dass die Grün-Weißen noch weiter sondieren und auch noch Testkandidaten unter die Lupe nehmen. Ziel: eine Verstärkung, die sofort helfen kann. Bis dahin besinnt man sich auf die eigenen Stärken, denn die sind laut Ponweiser durch die Bank vorhanden: „Der Kader ist in der jetzigen Form extrem dicht.“