SVM: Eine Ernüchterung unterhalb des Strichs. Das 0:2 gegen Tirol war die nächste eiskalte Dusche nach St. Pölten: Top-Sechs sind für SVM derzeit kein Thema.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 20. September 2019 (06:33)
Martin Ivansich
Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser (r., daneben der ausgetauschte Philipp Erhardt) hatte gegen die WSG Tirol mit den Unparteiischen in manchen Szenen wenig Freude. Verbockt habe es unterm Strich aber trotzdem die eigene Elf, wie er klarstellte.

Auch wenn es im Fußball sehr schnell gehen kann: Nach der siebenten Runde steht fürs Erste fest: Der SV Mattersburg hat sich in der unteren Tabellenhälfte eingebettet. Platz neun und ein Torverhältnis von -12 ist aktuell wirklich kein Grund, um sich mit den Top-Sechs beschäftigen zu müssen, die nach 22 Runden und der Teilung der Liga (sowie der Punkte) in der Meistergruppe spielen. Dem restlichen Feld droht in der Qualifikationsgruppe der Abstiegskampf.

Sieg bei Admira bleibt aber ein Ausrufezeichen

Bitter aus Sicht der Burgenländer. Die beiden Heimpleiten gegen die unmittelbaren Konkurrenten St. Pölten (0:1) und zuletzt am Samstag gegen die WSG Tirol (0:2) wären für ein erfolgreiches Vorhaben oberhalb des Strichs eigentlich Pflichtaufgaben gewesen. Nun steckt die Mannschaft von Trainer Franz Ponweiser statt mit zwölf Punkten aber nur mit sechs Zählern im Nirgendwo der unteren Hälfte fest.

Der zwischenzeitlich so wichtige 3:1-Auswärtserfolg bei der Admira ist und bleibt ein Ausrufezeichen, wurde aber in der Mattersburger Gesamtheit längst wieder entwertet. Darum muss Trainer Franz Ponweiser in seiner Analyse auch feststellen: „Wir schaffen es nicht, jeden Gegner in dieser Kategorie zu schlagen. Derzeit können wir nur maximal auf den siebenten Platz hinschielen und die Hinteren von uns weghalten.“

Weil eben die Konstanz nach wie vor nicht vorhanden ist, um regelmäßig(er) zu punkten. Der Faktor fehlendes Glück und Schiedsrichterentscheidungen kommt dann auch noch dazu. Gegen Aufsteiger Tirol (der seinerseits nach der Führung gute Gelegenheiten ausgelassen hatte) war Mattersburg vor allem in der zweiten Hälfte tonangebend, der Ausgleich wollte aber nicht gelingen. Kurz vor dem 0:2 in der Nachspielzeit traf Kapitän Nedeljko Malic per Kopf nur die Innenstange. „Wir haben uns nach dem Gegentor im Lauf des Spiels wieder voll erfangen. Nur müssen wir aus drei Hundertern auch Tore machen.“

Dass Referee Alan Kijas vor dem Handselfer gegen Malic bei einem Angriff des SVM nicht auf den Elferpunkt gezeigt hatte, nachdem Victor Olatunji zu Boden gegangen war, versteht der SVM-Chefcoach aber nach wie vor nicht: „Für mich war das ein glasklarer Elfmeter.“

Als Außenseiter am Samstag gegen Sturm

Und doch habe man es selbst verbockt, weil die Gelegenheiten da waren, das Spiel aus eigener Kraft zu drehen. Alleine es gelang nicht. Ergo tritt Mattersburg nun am Stand und muss am Samstag (17 Uhr) daheim gegen Sturm Graz aufs Ganze gehen, will man nicht komplett den Anschluss nach oben verlieren. Von Pflichtpunkten gegen ein Team wie Sturm zu sprechen, das macht Ponweiser aber sicher nicht. „Es wäre wirklich vermessen, jetzt von einem Muss-Sieg zu sprechen. Wir gehen als Außenseiter in diese Partie, werden aber natürlich alles versuchen.“

Bei Alois Höller wird es sich noch nicht ausgehen mit einem Comeback. Florian Hart gab bei den Amateuren in der Ostliga auswärts gegen das Team Wiener Linien 58 Minuten lang bereits einen ersten gelungenen Matchversuch ab. „Hier wird man schauen, ob er schon jetzt für die Bundesliga ein Thema ist.“ Stürmer Martin Pusic laboriert laut Ponweiser an einem Muskelstrangproblem im Oberschenkel – er bleibt fraglich.