SVM erkämpft sich 2:1 im grün-weißen Duell . Was für ein Spiel des SV Mattersburg! Die Burgenländer setzten sich am Sonntagabend gegen Rapid durch ein spätes Tor von Thorsten Mahrer mit 2:1 durch und wahren vor der letzten Runde des Grunddurchgangs im Rennen um einen Platz in den Top-Sechs ihre (theoretischen) Chancen.

Von Bernhard Fenz und APA Red. Update am 10. März 2019 (19:26)

Der SVM hat am Sonntag nicht nur Rekordmeister Rapid in die "Suppe" gespuckt und dessen Rechnung für die Meistergruppe durchkreuzt, sondern sich nach einem 2:1-Heimerfolg im Pappelstadion nun auch selbst eine Mini-Chance auf die oberen Sechs erarbeitet.

Erste Führung nach Gruber-Kunstschuss ins Kreuzeck

Andreas Gruber brachte den SVM in der 13. Minute mit 1:0 in Führung, Philipp Schobesberger sorgte in der 38. Minute für das 1:1. Der Siegestreffer der Burgenländer in der 81. Minute ging auf das Konto von Thorsten Mahrer.

In der Anfangsphase war den Gästen nicht anzumerken, was für sie auf dem Spiel stand.

Die Mattersburger präsentierten sich zunächst in stärkerer Verfassung und kamen mit dem äußerst holprigen Geläuf deutlich besser zurecht - vor allem in der 13. Minute: Rund 20 Meter vor dem Tor sprang der Ball vor Gruber optimal auf, und der Gold-Torschütze gegen Wacker Innsbruck beförderte das Kunstleder mit einer eigenwilligen Bogen-Flugbahn ins Kreuzeck.

Rapid zeigte sich vom Gegentor einigermaßen geschockt. Im Spiel nach vorne klappte vorerst nichts, in der Defensive schlichen sich immer wieder Unachtsamkeiten ein, so etwa in der 20. Minute, als ein abgefälschter Schuss von Marko Kvasina das Tor relativ knapp verfehlte.

Erst nach gut einer halben Stunde fanden die Hütteldorfer besser in die Partie, Beleg dafür war ein Freistoß neben das Mattersburg-Gehäuse von Manuel Martic (36.). Zwei Minuten später bekam Rapid den Ausgleich von den Gastgebern praktisch auf dem Silbertablett serviert. SVM-Goalie Markus Kuster brachte Jano mit einem Pass in Bedrängnis, der Spanier verlor zunächst den Ball an Thomas Murg und bugsierte das Spielgerät dann unfreiwillig auf Schobesberger, der nur noch ins leere Tor einschieben musste.

Mahrer gelang nach Pusic-Pass der Lucky Punch

In der zweiten Hälfte verschafften sich die Rapidler vorerst klare Vorteile und ließen in der 53. Minute eine Top-Chance aus. Nach Querpass von Murg schoss Andrija Pavlovic aus zehn Metern völlig freistehend weit drüber. Gefährlich wurde es auch noch in der 65. Minute bei einem Weitschuss von Stefan Schwab, der von Christoph Knasmüllner abgefälscht wurde und Kuster zu einer Fußabwehr zwang.

Es folgte ein langer Leerlauf, ehe im Finish wieder die Spannung stieg und Mattersburg der Lucky Punch gelang. Der eingewechselte Martin Pusic spielte Mahrer frei, und der Verteidiger schloss gekonnt zum 2:1 ab. Damit war die erste Rapid-Niederlage gegen die Burgenländer seit 13 Bewerbspartien besiegelt.

Voraussetzung für Rapids Einzug unter die ersten Sechs ist nun ein Heimsieg gegen Hartberg. Außerdem müsste ausgerechnet Erzrivale Austria auswärts gegen Sturm gewinnen. Schon bei einem Unentschieden hätten die zwei Punkte vor dem Siebenten Rapid liegenden sechstplatzierten Steirer aufgrund der besseren Tordifferenz wohl die Nase vorne. Mit einem Heimremis gegen die Admira wäre der drei Punkte vor Rapid liegende WAC fix durch.

Der SVM, punktegleich mit Rapid, hat wegen des noch schlechteren Torverhältnisses nur noch theoretische Chancen. Die Grün-Weißen spielen ihre letzte Partie im Grunddurchgang nächsten Sonntag in St. Pölten.

Stimmen zum Spiel:

Martin Pusic, Assistgeber vor dem 2:1: „Am Ende war es ein verdienter Sieg.“

Cesar Ortiz: „Das war ein extrem wichtiger Erfolg für uns. Sehr geil! Wir haben mit viel Freude gespielt und am Ende auch verdient gewonnen.“

Jano: „In der ersten Halbzeit waren wir wirklich gut. Nach dem 1:1 sind wir hinten zu tief gestanden, aber wir sind mit viel Kampfgeist zurückgekommen.  Beim Ausgleich habe ich den Fehler gemacht, ich habe da kein Kommando bekommen, dass ein Gegner kommt. Umso glücklicher bin ich, dass wir das Match noch gewonnen haben.“

SVM-Präsident Martin Pucher: „Ein Pauschallob an die Mannschaft.“

Rapid-Trainer Didi Kühbauer: „Das Spiel hat blöd begonnen. Irgendein Schusserl, das normal irgendwo hinfliegt, fällt ins Tor rein. Wir hatten aber nicht die Kompaktheit und haben die Chancen, die wir vorgefunden haben, nicht verwertet. Mattersburg wollte uns das Haxl stellen, das ist ihnen gelungen. Es soll keine Ausrede für die Niederlage sein, aber auf diesem Platz konnte man kein strukturiertes Spiel aufziehen. Die Bälle haben sich immer wieder versprungen. Es ist jetzt schwieriger geworden, aber wir werden nicht aufgeben.“

Mattersburg-Trainer Klaus Schmidt: „Wir waren sehr organisiert, haben gegen den Ball hervorragend gearbeitet. Dass am Ende mit Thorsten Mahrer ein Innenverteidiger ausbricht, macht es umso schöner und spricht von einem gewissen Selbstvertrauen, wenn er anschiebt und versucht, noch das Tor zu machen. Rapid hat uns nach dem Gegentor Schmerzen bereitet, aber wir waren immer scharf und ich bin froh, dass wir die Partie nach Hause gespielt haben.“

 

SV Mattersburg - SK Rapid Wien 2:1 (1:1)

Pappelstadion, 11.000, SR Gishamer

Tore: 1:0 (13.) Gruber 1:1 (38.) Schobesberger 2:1 (81.) Mahrer

Mattersburg: Kuster - Mahrer, Ortiz, Rath - Hart, Jano, Salomon, Renner (94. Fran) - Erhardt, Kvasina (66. Pusic), Gruber (75. Halper)

Rapid: Strebinger - Auer, Sonnleitner, Hofmann, Bolingoli - Martic (83. V. Berisha), Schwab - Murg, Knasmüllner (74. Ivan), Schobesberger - Pavlovic (67. Badji)

Gelbe Karten: Kvasina, Salomon bzw. Martic, Auer, Badji