SVM „hat es jetzt selbst in der Hand“. Mattersburg empfängt Admira, reist dann nach Innsbruck. Am Spiel steht auch mehr Ruhe in der Winterpause.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 04. Dezember 2019 (06:19)

Wenn der Letzte SVM am Sonntag erst den Vorletzten Admira daheim empfängt und dann eine Woche später beim Drittletzten WSG Tirol antritt: Was soll das Ziel sein? Und was sollen im Umkehrschluss die Gegner wollen, wenn’s gegen das Schlusslicht zur Sache geht? Klar sollen also auf beiden Seiten Punkte her. Nur wer riskiert bei zu viel Risiko gar einen Rückschlag? Ja nicht verlieren, oder doch unbedingt gewinnen? Das ist die Frage in diesem Spannungsfeld.

Im Kampf um Punkte gegen die direkte Konkurrenz will SVM-Trainer Franz Ponweiser lieber den Worst-Case ausschließen, sagt als Vorgabe: „Wir wollen ja nicht verlieren.“ Zu wichtig sei als Folge des 0:0 in St. Pölten und dem ersten Punkt nach sechs Niederlagen en suite, das Gefühl des Ungeschlagenseins beizubehalten. „Die Burschen haben das vorgegebene Ziel – zu Null zu spielen und anzuschreiben – erreicht. Das ist einfach wichtig. Es war auch schön zu sehen, dass sich alle in den Dienst der Mannschaft gestellt haben.“

Gegen die Admira soll nun der nächste Schritt erfolgen, um auch vorne noch gefährlicher zur werden. Optimalerweise wollen ja drei Punkte erobert werden. Ponweiser: „Wir werden sicher nicht auf Teufel komm raus stürmen, wissen aber schon, wo wir der Admira wehtun können. Dafür werden wir auch versuchen, ein Stückweit offensiver aufzutreten und den Fokus auf das Kreieren von Torchancen zu legen.“ Dann könne man mit einem vollen Erfolg die Basis legen, um in der Winterpause vom letzten Platz wegzukommen – für die mentale Seite und für mehr Ruhe ein feiner Nebeneffekt. „Wir haben es selbst in der Hand.“

Klaus Schmidt zurück im Spannungsfeld

Am Sonntag wird auch mit Klaus Schmidt der Vorgänger von Franz Ponweiser zurück an seine alte Wirkungsstätte ins Pappelstadion kommen. Der 52-jährige Steirer hat nach seinem Abgang am Ende der Saison 2018/2019 in der aktuellen Meisterschaft ausgerechnet als Konsequenz der 1:3-Heimpleite gegen Mattersburg die Admira Anfang September übernommen und zurück in die Spur geführt.

Die Vorfreude auf die Rückkehr ins Burgenland hält sich aber in Grenzen. Einfacher Grund: „Weil es sportlich einfach um viel geht, ich sicher entsprechend angespannt sein werde und es auch generell nie klasse finde, gegen die ehemalige Mannschaft zu spielen. Lieber würde ich die Leute bei einem Heurigen oder einer Buschenschank wiedersehen.“

Rein sportlich will Schmidt, das war auch seine Idee zu Beginn der Tätigkeit, mit der Admira vor Weihnachten zumindest Elfter sein. Dafür bräuchte es im Pappelstadion fürs Erste mal wenigstens einen Punkt. Womit wir auch wieder beim „Ja nicht verlieren“ wären.

Am Betreuersektor gibt es jedenfalls ein Wiedersehen von zwei Ex-Arbeitskollegen. Bis Juni 2019 war Franz Ponweiser bekanntlich Leiter der Fußballakademie und hatte mit Klaus Schmidt als Mattersburg-Chefcoach quasi unter einem Dach laufend zu tun. „Wir haben super zusammengearbeitet, ich schätze ihn sehr“, erinnert sich Ponweiser. „Für 90 Minuten ist das alles aber natürlich kein Thema.“

Verändern wird der 44-Jährige im Vergleich zur Aufstellung in St. Pölten ganz sicher etwas. Thorsten Mahrer ist aufgrund der fünften Gelben Karte gesperrt. In der niederösterreichischen Landeshauptstadt agierte der SVM mit drei gelernten Innenverteidigern – Lukas Rath, Nedeljko Malic und eben Mahrer, um gegen den Ball mit einer Fünferkette aufzutreten.

Ponweiser hält sich gegen die Admira sowohl die Möglichkeit einer Dreier-, als auch einer Viererkettte offen. „Varianten gibt es einige.“ Personell muss der Coach nach wie vor auf Alois Höller, Florian Hart und seinen Top-Torschützen Andi Gruber verzichten. Das Comeback von Offensivmann Victor Olatunji ist auch noch fraglich.