Mattersburg

Erstellt am 05. Dezember 2018, 06:26

von Bernhard Fenz

SVM-Kapitän Malic: „Die Mannschaft kann viel mehr“. SVM-Kapitän Nedeljko Malic ortet fehlende Leichtigkeit. Coach Klaus Schmidt sagt: „Jeder haut sich voll rein.“

Am Boden: Marko Kvasina vergab einen Elfer gegen die Admira und somit den Treffer zum 3:2.  |  Ivansich

Die Profis des SV Mattersburg durchleben eine Flaute. Drei Punkte aus den letzten fünf Spielen decken sich nicht mit den Ansprüchen, denn: Darin enthalten sind vermeintliche Pflichtsiege im Pappelstadion, die allesamt verpasst wurden: eine 1:2-Heimpleite gegen Hartberg sowie zwei Unentschieden gegen die Nachzügler Altach (1:1) und Admira (2:2). Und so ist ein Platz über dem Strich der Zwölferliga derzeit auch unrealistisch.

Obenauf. Nach der Einwechslungtraf Marko Kvasina gegen die Admira prompt zum 1:1.  |  BVZ

„Es ist enttäuschend, weil wir so viele Punkte liegengelassen haben“, will Kapitän Nedeljko Malic gar nicht erst zu rechnen beginnen. Bei der Ursachenforschung, warum es aktuell nicht zu mehr reicht, stellt der 30-jährige Routinier aber auch fest: „Wir können allesamt nicht jenes Potenzial zu 100 Prozent abrufen, wozu wir in der Lage wären. Die Mannschaft kann viel mehr.“

Besagtes Leistungsvermögen auf den Platz zu bringen sei demnach die Kunst, denn: „Vielleicht fehlt die Leichtigkeit, vielleicht sind wir zu ungeduldig. Man darf auch nicht vergessen, dass sich die Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison verändert hat. Da waren mit Smail Prevljak und Masaya Okugawa etwa zwei Spieler dabei, die über enorme Qualität verfügten. Das geht jetzt ein wenig ab. Am fehlenden Willen scheitert es aber nicht – alle wollen.“

Die Willensfrage bestätigt auch Trainer Klaus Schmidt, der das 2:2 gegen die Admira vor allem auch aufgrund der zweiten Hälfte als „sehr gut“ einstufte, eindeutig. „Jeder haut sich voll rein. Wir haben uns nur selbst um den Sieg gebracht, diesen Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen. Leider wurden wir nicht für den Aufwand belohnt.“

Vermeintliche Entscheidung. SVM-Kapitän und Abwehrchef Nedeljko Malic (l.) schaltete sich in Minute 82 erfolgreich in den Angriff ein und traf per Kopf zum 2:1. Wenig später fiel das 2:2.  |  Martin Ivansich

Dass das Werkl der Burgenländer generell nicht von Leichtigkeit geprägt ist, sei ohnehin nachvollziehbar, denn: „Mit den Niederlagen in Salzburg und gegen Hartberg haben wir im Kampf um die Top-Sechs etwas den Anschluss verloren. Da wird man dann verunsichert – und Verunsicherung ist nicht gerade der große Turbo.“

Gefüttert wird besagte Verunsicherung freilich mit Fehlern. Stichwort Elfer gegen Mattersburg, als Stürmer Martin Pusic im Strafraum rutschte und Morten Hjulmand zu Fall brachte. Stichwort Gegentor zum 2:2, als die Burgenländer unmittelbar nach dem Tor zum 2:1 im Defensivverhalten kollektiv aussetzten. Stichwort Elfer Mattersburg kurz vor Schluss, den Marko Kvasina an die Oberlatte schlenzte.

„Pusic und Kvasina müssen da anders agieren. Das darf so nicht passieren. Und beim Ausgleich hat sich die Mannschaft generell nach hinten nicht gut verhalten“ sprach der Chefcoach Klartext. Malic, bei seinem Tor zum 2:1 noch der gefeierte Held, ergänzte selbstkritisch: „Beim 2:2 hätten wir einfach besser kommunizieren müssen, das war eine Fehlerkette. Ich nehme das Tor auf meine Kappe.“

Almer fordert mehr Kompromisslosigkeit

Weil Fußball aber kein Einzelsport ist, steht nun ohnehin die gesamte Mannschaft in der Pflicht. Es gilt, gewisse Mängel gemeinsam zu lösen. Der Sportliche Leiter Robert Almer sagt hier etwa: „Wir haben bei Kontersituationen gegen uns schon längere Zeit immer wieder Probleme, weil wir die nicht konsequent unterbinden können – das war auch am Samstag in der einen oder anderen Aktion sichtbar. Nach vorne funktioniert das 3-4-3-System schon ganz gut, aber auch da gilt es bei den Abschlüssen kompromissloser aufzutreten.“

Am Sonntag (14.30 Uhr) geht es nun gegen die Wiener Austria zur Sache. Das ist traditionell eine schwere Aufgabe, aktuell befinden sich die Violetten nach Siegen bei der Admira und gegen St. Pölten im Aufwind. Malic: „Austria hat mit dem zweiten Erfolg eine Serie gestartet, aber wir verfügen nach wie vor über genügend Qualität, um gut dagegenzuhalten.“

Personell gibt es bis auf Mario Grgic und Stephan Schimandl keine Ausfälle, personell kann Klaus Schmidt (Stand zu Wochenbeginn) aus dem Vollen schöpfen. Gesperrt ist ebenfalls niemand. Lediglich Alois Höller, Nedeljko Malic, Rene Renner und Patrick Salomon müssen besonders aufpassen: Sie halten bei vier Verwarnungen und wären bei der fünften Gelben zum Zuschauen gezwungen.