Mattersburg

Erstellt am 11. Januar 2019, 05:06

von Bernhard Fenz

SVM: Stark erneuertes Team an der Seite des Chefs. Neuer Co-Trainer, Videoanalyst, Athletiktrainer: Chefcoach Klaus Schmidt steht ein adaptierter und vergrößerter Betreuerstab zur Verfügung.

Am Montag um 14.30 Uhr bat Mattersburg-Cheftrainer Klaus Schmidt seine Profis erstmals nach dem Winterurlaub wieder am Gelände der Fußballakademie Burgenland zum Training. Ziel ist die optimale Vorbereitung auf die Frühjahrssaison. Dort wird nach den verbleibenden vier Runden des Grunddurchgangs die Zwölferliga in die Meister- und in die Qualifikationsgruppe getrennt – für den neuntplatzierten SVM sieht es mit sieben Punkten Rückstand und dem wesentlich schlechteren Torverhältnis auf den Sechsten Sturm Graz stark nach dem unterem Tableau aus.

Gligoroski ging noch direkt nach der Trennung von Baumgartner

Für das künftige sportliche Unterfangen ist vor allem am Betreuersektor neues Personal engagiert worden, das sich wesentlich von jenen Personen unterscheidet, die den SVM zu Beginn der Sommervorbereitung in die aktuelle Saison geführt hatten. Rückblende. Im Juni 2018 war Gerald Baumgartner Cheftrainer. Ihm zur Seite standen nach dem Abgang von Co-Trainer Kurt Russ (dessen Position nicht nachbesetzt worden war) der ursprünglich als Videoanalyst geholte Renato Gligoroski als Assistent, Athletiktrainer Martin Baier und Tormanntrainer Robert Almer. Im Jänner 2019 ist von diesem Quartett nur noch Almer aktiv.

Bereits in der Startphase der Bundesliga im Sommer trennten sich die Grün-Weißen noch vor der Entlassung von Trainer Gerald Baumgartner von Gligoroski. Martin Baier blieb weiter an Bord, verabschiedete sich allerdings nach der letzten Begegnung im Dezember beim LASK. Somit ergibt sich nun folgender Betreuerstab:

Klaus Schmidt: Cheftrainer. Er beerbte Ende August den zuvor entlassenen Baumgartner. Der 51-jährige Steirer ist und bleibt als Chefcoach der Profis somit wie gewohnt die Nummer eins.

Thomas Höller: Co-Trainer. Der Kärntner wird künftig statt dem bisherigen (interimistischen) Assistenten Markus Schmidt im Einsatz sein. Letzterer wird sich voll auf seinen Job als Trainer der Amateure konzentrieren und verabschiedet sich wieder aus dem Bundesliga-Profibetrieb. Höller kickte als aktiver Spieler unter anderem für den FC Kärnten in der Bundesliga und kam auch zu zwei Kurzeinsätzen im Nationalteam (2002 Ende März beim 2:0 gegen die Slowakei und im April beim 0:0 gegen Kamerun). Im Zuge seiner Trainertätigkeit war der 42-Jährige seit 2015 in der Akademie des WAC tätig, nun soll er Klaus Schmidt als Co-Trainer zur Seite stehen. Laut dem Sportlichen Leiter Robert Almer habe Höller seine Teams spielerisch ähnlich auftreten lassen wie etwa Max Schmidt bei den Amateuren des SVM. „Wir wollen hier eine Durchgängigkeit nach oben schaffen, was die generelle Spielausrichtung betrifft.“

Bernd Eibler: Videoanalyst und Co-Trainer . Mit dem 24-jährigen Siglesser baut der SVM künftig auf eine regionale rot-goldene Lösung. Eibler hat bereits in jungen Jahren durch mehrere Engagements am Trainersektor Erfahrung gesammelt (unter anderem als Co-Trainer in der Admira-Akademie oder als Betreuer im Austria-Nachwuchs) und parallel den Aufbau eines Individualtrainings für Kinder (erst E.S.I.T., jetzt ELITE-Fußballschule) forciert. Mittlerweile hat Eibler das Feld der Videoanalyse erschlossen. Im Herbst war er für Hartberg in dieser Funktion tätig, auch beim ÖFB ist er im Frauen-U17-Team dafür verantwortlich. Beim SV Mattersburg darf er sich neben der Videoanalyse auch am Platz als Assistent zeigen. Almer: „Somit haben wir mit Klaus Schmidt einen Routinier, mit Thomas Höller einen bereits Gestandenen und mit Bernd Eibler einen ganz Jungen im Betreuerteam.“

Gerald Linshalm: Athletiktrainer. Ausgeschieden ist mit Martin Baier wie beschrieben auch der bisherige Athletiktrainer. Robert Almer, Sportlicher Leiter: „Er wollte auf eigenen Wunsch wieder zurück nach Salzburg, wo auch seine Familie ist.“ Der Wiener Neustädter Sportwissenschaftler Linshalm – er wurde am Sonntag 38 Jahre alt – ist seit Mitte Juli in der Fußballakademie Burgenland bei der U16 als Co-Trainer engagiert. Almer: „Er verfügt über sehr viel Know-how, das wir natürlich nützen wollen.“ Denn Linshalm soll als Athletiktrainer natürlich auch sein Wissen in Bezug auf Monitoring, also die datenmäßige Erfassung der Spieler, und Trainingssteuerung voll einbringen. In diesem Zusammenhang gab es zwischen ihm und dem scheidenden Athletikcoach Bauer bereits vor der Winterpause einen gleitenden Übergang. Trainer Klaus Schmidt: „Beide haben bereits gemeinsam Geräte getestet, die uns in der Analyse begleiten. Generell erwarte ich mir in der Trainingssteuerung einen guten Schritt vorwärts.“

Auswirkungen hat Linshalms Verpflichtung freilich auf die Personalsituation am Akademie-Betreuersektor. In der U16 ist derzeit der Co-Trainer-Posten frei. AKA-Sportchef Franz Ponweiser: „Bis zum Trainingsstart Anfang kommender Woche wollen wir eine offizielle Entscheidung haben.“ Zur Verpflichtung bei den Profis sagt er: „Mich freut es für Linshalm. Er hat schon bei der Leistungsdiagnostik mitgearbeitet – die Personalentscheidung ist auch ein großes Zeichen für unseren Weg der Durchgängigkeit.“

Robert Almer: Tormanntrainer. Die derzeit noch einzige offene Baustelle wird weiter von Almer ausgefüllt. Eigentlich wurde der Ex-Teamgoalie im Sommer ja als Tormanntrainer geholt. Seit Ende August ist der 34-Jährige aber parallel dazu auch Sportlicher Leiter. Darum sucht er eine geeignete Nachfolge, um sich künftig ausschließlich auf die Management-Aufgabe konzentrieren zu können. „Es wäre der Plan gewesen, bereits zum Frühjahrsstart einen neuen Tormanntrainer präsentieren zu können. Wir sind hier weiter am Sondieren, eine Option hat sich aus persönlichen Gründen zerschlagen.“ Solange es noch allerdings keine Lösung gibt, bleibt Almer weiter als Tormanntrainer aktiv. „Es macht ja keinen Sinn, irgendjemand zu installieren. Solange sich keine optimale Lösung auftut, übe ich auch diese Tätigkeit weiterhin aus.“ Auf die Arbeit von Klaus Schmidt wirkt sich die Situation jedenfalls nicht aus, der Cheftrainer wartet ab und sagt: „Ich wüsste keinen Besseren für die Suche als Robert. Er ist der absolute Experte auf dem Sektor und ich bin überzeugt, dass wir zu einer sehr guten Lösung gelangen. Bis dahin ist es natürlich optimal, dass er weiterhin die Funktion selbst ausübt.“

Gery Popovits, Masseur. Hier bleibt alles beim Alten. Popovits (45) ist so etwas wie die lebende Konstante beim SVM und richtet den Profis seit nunmehr 2001 sprichwörtlich die Wadln nach vorn.

Michael Karner, Physiotherapeut. Der 28-jährige Burgenländer ist seit 2017 für den SV Mattersburg im Einsatz und bleibt auch weiterhin im operativen Bereich gemeinsam mit Popovits für die Gesundheit der Spieler verantwortlich.

Martin Ivanschitz, Franz Seba, Teamärzte. Die beiden burgenländischen Ärzte sind auch künftig wie gewohnt abwechselnd für den SV Mattersburg im sportmedizinischen Einsatz.