Vom Schwimmen, Radfahren, Laufen und der Wechselzone. Einseitig wird es nie beim Triathlon. Bei Bewerben ebenso wenig wie beim Training, zum Beispiel in einem der über 300 Vereine in Österreich.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 12. April 2019 (15:27)
ÖTRV/ Klosterneuburgtriathlon
Einer der vielen Bewerbe in Österreich ist der Klosterneuburg-Triathlon.

Im Wasser brodelt es. Unzählige Köpfe, Arme und Beine bringen die Oberfläche zum Schäumen. Kurze Zeit später kommen auch schon die Ersten wieder aus dem Wasser und laufen, an den Zuschauern vorbei, in Richtung Wechselzone. Einer nach dem anderen. Neoprenanzug ausziehen, das Rad schnappen und in die Pedale treten.

Ist die Radstrecke geschafft, geht es wieder in die Wechselzone. Dieses Mal aber gilt: Rennrad an den eigenen Platz zurückstellen und in die Laufschuhe schlüpfen. Jetzt wird gelaufen. Wenn es danach wieder zur Wechselzone geht, dann endlich auch durchs Ziel. Geschafft!

„Das Tolle an Triathlon ist, dass der Sport durch die drei Teildisziplinen nie einseitig ist“, verrät Fritz Schwarz, Präsident des Niederösterreichischen Triathlonverbandes, begeistert. Und: „Durch die Vielzahl an Distanzen, von Hobby- über Sprint- bis zur Ironmandistanz, findet jeder eine geeignete Herausforderung.“

Was man mitbringen muss, wenn man Triathlon einmal ausprobieren möchte? „Triathlon kann, sofern keine gravierenden gesundheitlichen Probleme bestehen, von jedem und in jedem Alter ausgeübt werden“, so Schwarz. „Schwimmen, radfahren und laufen kann normalerweise jeder.“ Und: „Mit etwas Training ist man auch schnell in der Lage, an Wettkämpfen teilzunehmen. Es gibt eine Vielzahl von Hobby-Bewerben, die für Einsteiger geeignet sind.“ Insbesondere Triathlons, bei denen in einem Schwimmbecken geschwommen wird, wie zum Beispiel in Reyersdorf-Schoenkirchen oder in Ternitz, so Schwarz.

Was man dazu braucht? „Für Einsteiger-Bewerbe, die sehr kurze Distanzen haben, reichen eine Schwimmbrille, ein Mountainbike und Laufschuhe.“

Wer rausfinden will, was das Besondere ist, dem rät Christian Troll vom Österreichischen Triathlonverband: „Einfach einmal finishen, dann weiß man es.“

Trainieren im Verein

Um die richtige Technik zu erlernen, macht es Sinn, in einem Verein zu trainieren. Triathlonvereine gibt es in Österreich über 300, alleine in Niederösterreich sind es 61. „Am besten, man kommt in einen Verein und vertraut sich einem staatlich geprüften Trainer an“, empfiehlt Keller Bernhard.

Der ehemalige Profi und staatlich geprüfte Trainer für Schwimmen, Triathlon und Radsport trainiert im Schwimm- und Triathlonverein RATS Amstetten Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Apropos, Kind. Ab wann kann man eigentlich mit Triathlon beginnen? „Die drei Sportarten Schwimmen, Radfahren und Laufen kann man bereits als Schulkind betreiben, wenn man es spielerisch gestaltet“, so Keller. Triathlon an sich sollte man allerdings eher später ins Auge fassen, rät er. „Bei Kindern bis in die frühe Pubertät sollte der Ausdaueraspekt hintangestellt werden.“ Wichtig ist, dass die Bewegung vielseitig und spielerisch ist und in der Gruppe geturnt und geübt wird.

Schwimmen, so empfiehlt er, sollten Kinder mit vier, fünf Jahren erlernen. „Weil es koordinativ sehr anspruchsvoll ist und Kinder das viel leichter lernen.“ Darüber hinaus ist es sicherer, wenn Kinder schwimmen können. Radfahren wiederum könne man für Kinder mit Geschicklichkeitsübungen am Mountainbike sehr nett gestalten. Und: „Laufen ist naturgegeben. Man sollte es sich von Beginn an erhalten.“

Bei Erwachsenen reicht das Spielerische hingegen nicht. „Erwachsene müssen ein Ziel ins Auge fassen, dann lässt sich hier sehr zielgerichtet trainieren“, weiß Keller. Er glaubt übrigens auch, dass bei Erwachsenen individuelle Trainingspläne von Vorteil sind. Nach Lust und Laune zu trainieren, kann dazu führen, dass die Bewegung kaum Effekt hat. „Insbesondere der Hobbysportler, der neben seinem Beruf und seiner Familie sich die eine oder andere Stunde von seiner spärlichen Freizeit abzwickt, vergeudet mit dem Auslüften sehr viel Zeit. Und oft wäre die eine oder andere Trainingseinheit anders gestaltet viel wirkungsvoller gewesen“, schreibt er auf seiner Internetseite innerer-schweinehund.at.

Ein Vorteil von Triathlon ist Keller zufolge übrigens auch, dass mehrere Sportarten trainiert werden. Spezialisiert man sich hingegen nur auf eine, droht eine einseitige Belastung des Körpers und die Verletzungsgefahr erhöht sich.

„Drei Sporarten sind in einem gewissen Alter günstiger als eine“, glaubt Willis Haiderer-Pils. „Der Muskelaufbau wirkt dem Muskelschwund entgegen“, sagt sie. Und sie fühlt sich dadurch wohler. Vor vier Jahren hat sie mit 57 Jahren mit Triathlon begonnen, weil sie beim Laufen an ihre Grenzen gestoßen ist.

Der Umstieg war die richtige Entscheidung. Wie einige ihrer Vereinskollegen vom Triteam Krems, hat sie sich für die Altersgruppen-Weltmeisterschaft im Herbst in Lausanne qualifiziert.

Durchschnittlich sieben bis zehn Stunden in der Woche wird trainiert. „Der Trainingsaufwand ist nicht so groß“, meint sie. Und: „Man kann das auch noch mit 60 machen, ohne sich zu verletzen.“

Übrigens geht es laut Haiderer-Pils beim Triathlon eigentlich um vier Disziplinen, die man trainieren muss: Schwimmen, Radfahren, Laufen und die Wechselzone. Denn: Auch diesen Teil der Triathlons muss man üben. Das Umziehen, das Finden der eigenen Sportsachen … Immerhin: „Wenn man seine Laufschuhe nicht findet, wird man Letzter.“