Oberwart , Mattersburg , Parndorf , Pinkafeld

Erstellt am 11. Januar 2019, 07:12

von Martin Ivansich und Patrick Bauer

Hallenmasters-Finale: Und alle jagen die Mattersburger. Am Samstag steigt in der Oberwarter Sporthalle das 35. Hallenmasters des burgenländischen Fußballverbandes. Mit einem großen Favoriten: dem Titelverteidiger!

Geheimfavorit trifft Außenseiter. Der SV Neuberg (r., Sebastian Paul), der lange als Rekordsieger des Masters tituliert werden durfte, trifft in der Gruppenphase auf den SV Oberwart mit Stefan Adorjan, die wohl 2019 mit Pinkafeld aussichtsreichster südlicher Vertreter sind.  |  Daniel Fenz

 |  BVZ

Am Samstag ab 12.30 Uhr ist es wieder so weit: In der Oberwarter Sporthalle steigt die 35. Auflage des BFV-Hallenmasters. Es ist und bleibt ein Top-Event, auch wenn das Teilnehmerfeld in den letzten Jahren mehr oder weniger gleich blieb und sich nur wenig veränderte. So darf man 2019 mit dem SC Bad Sauerbrunn einen „Neuzugang“ begrüßen.

Sehr erfreulich ist auch die insgesamt dritte Teilnahme des 2. Klasse Süd B-Vereins aus Kirchfidisch, der angesichts der Konkurrenz aber klarer Außenseiter bleibt. Das Favoritenfeld ist schnell bestellt: Der Titelverteidiger aus Mattersburg und Rekordsieger Parndorf. Geheimtipps sind Oberwart und Pinkafeld, während bei den anderen vier Teilnehmern ein Einzug in die Kreuzspiele schon als Erfolg zu werten wäre.

SV MATTERSBURG AMATEURE. Die Amateure, die das Turnier in den letzten beiden Jahren gewannen, landeten in einer Südburgenländer-Gruppe. Trainer Markus Schmidt und seine Youngsters bekommen es mit Oberwart, Neuberg und Kirchfidisch zu tun.

Führt an diesen zwei Vereinen ein Weg vorbei? Lukas Umprecht (l.) zählt mit seinen Parndorfern genau wie Christoph Halper mit Titelverteidiger Mattersburg Amateure zu den Top-Favoriten auf den Sieg bei der 35. Auflage des BFV-Masters in der Oberwarter Sporthalle.  |  Ivansich

„Eine interessante Aufgabe, da wir Kirchfidisch überhaupt nicht einschätzen können. Dass Qualität vorhanden sein muss, ist klar, sonst würden sie nicht dabei sein. Oberwart und Neuberg stellen traditionell starke Hallenteams, da heißt es zielstrebig und konzentriert an die Sache heranzugehen“, so Schmidt, der natürlich mit den SVM-Fohlen den Masters-Titel der letzten beiden Jahre verteidigen möchte: „Das ist unser Anspruch. Aber vor allem das letzte Turnier in Mattersburg zeigte, wie nah alles beisammen liegt.“

Kadertechnisch wird sich bei den Amateuren doch etwas verändern. „Christoph Halper wird wohl fit, Melvin Reichhardt und Luca Sedlatschek fallen aus. Da rücken Jungs aus der U18 nach“, so Schmidt zur Personallage.

SC/ESV PARNDORF. Mit drei Stockerlplätzen (Sieg beim Raiffeisen-Cup in Oberpullendorf, Platz zwei beim ASKÖ-Hallencup und Dritter beim Rosalienpokal) und als punktbestes Quali-Team reist Parndorf — so wie die letzten Jahre eigentlich immer — als (Mit-)Favorit zum Finalturnier. Und dieser Rolle will man auch gerecht werden: „Wir wollen gewinnen“, machte Interimscoach Norbert Pammer auch gar kein Geheimnis aus dem Parndorfer Vorhaben.

Zwar unterlag man in der Quali zweimal den SVM Amas, aber Pammer sah dennoch Chancen: „Wir waren zuletzt noch einmal ein Stück näher dran und mit dem Titelverteidiger auf Augenhöhe. Die Mischung im Team ist richtig gut und deshalb sind wir auch sehr optimistisch.“

OBERWART. Stark präsentierte sich der Oberwarter Traditionsklub bei den Quali-Turnieren und schnell war man auch für das Finale qualifiziert. Jetzt gilt es die Ernte einzufahren. „Ziel ist, das Turnier zu gewinnen, auch wenn das Masters natürlich ein anderes Level darstellt“, sagte Trainer Jürgen Halper, der aus einem großen Kaderpool schöpfen kann.

„Wir wollen in die Kreuzspiele. Das sollte auch möglich sein“, berichtete der Sportliche Leiter Michael Benedek, der anfügte: „Wir machten es 2013 schon einmal vor, wie man die schier übermächtige Konkurrenz von den Mattersburg Amateuren oder aus Parndorf bezwingen kann.“

PINKAFELD. Mit Vorfreude reist der SC Pinkafeld am Samstag nach Oberwart. Den ganz großen Druck besitzt man nicht, auch wenn man sehr gerne in die Kreuzspiele einziehen würde. Das ist auch realistisch.

Unterschiedliche Vorzeichen. Während die Teilnahme des SV Kirchfidisch (r., Dominik Weber) schon als Erfolg zu werten ist, möchte Pinkafeld mit Nico Halwachs durchaus mehr. Zumindest ins Semifinale einzuziehen wäre das erklärte Ziel der Hotwagner-Elf.  |  Bauer

„Einfache Gruppe ist es aber keine“, so Trainer Florian Hotwagner, während der Sportliche Leiter Alex Diridl ergänzte: „Für uns ist sicher alles drin, wobei unser Team auch sehr wankelmütig agiert. Kommen wir in die Kreuzspiele, wäre das schon sehr zufriedenstellend.“ Personell wird Anze Kosnik in den Kader rücken, während Christoph Saurer, Christian Plank und David Hagenauer fehlen.

AKA BURGENLAND U18. Die Akademie-Kicker mischten bei ihren drei Quali-Turnieren stets vorne mit: Zweiter beim Raika--Cup, Platz drei beim ASKÖ-Hallencup und Rang vier beim Rosalienpokal zeigten, dass die Youngsters ein durchaus gefährlicher Gegner sein können. Trainer Ivo Smudla: „Spielerisch waren wir bei den Turnieren ganz gut unterwegs. Und das wollen wir nun auch in Oberwart zeigen.“

Personell ist noch offen, wie die AKA-Kicker aufgestellt sind: „Das werden wir im Laufe der Woche klären“, so der Coach, der einen ganz klaren Favoriten für das Turnier hat: „Die Amateure waren bei den zwei Turnieren schon richtig stark. Der Weg führt nur über sie. Auch Parndorf ist sehr gut.“

KIRCHFIDISCH. Zum dritten Mal in seiner Historie fährt der SV Kirchfidisch zum Finale nach Oberwart. „Wir sind da auch verdient dabei“, erklärte Obmann Georg Posch.

Zu Wochenbeginn gab es aber ein großes Fragezeichen: Kickt Edelzangler Philipp Toth mit? Dieser brach sich eine Zehe und könnte fehlen, was ein immens großer Verlust wäre. „Er will natürlich unbedingt“, so das Oberhaupt. Nachsatz: „Klar ist, dass uns keiner mehr unterschätzt, weil man uns mittlerweile auch kennt. Vielleicht können wir aber die ‚Großen‘ zumindest ein wenig ärgern.“

NEUBERG. Eigentlich muss man den SV Neuberg, der mit Parndorf als Rekordsieger (6x) gleichauf liegt, immer auf der Rechnung haben. In diesem Jahr ist das irgendwie anders, denn schon die Teilnahme wertete man als Erfolg. Die ganz großen Hallenzeiten sind vorüber, auch wenn mit Tomi Liber und Zoran Lukavecki Verstärkung kommt, die bei den Quali-Turnieren nicht immer mitwirkten.

„So viele Spezialisten haben wir leider nicht in unseren Reihen. Ich hoffe aber doch, dass wir konkurrenzfähig sein werden“, sagte Obmann Martin Konrad und Trainer Christoph Herics erklärte: „Das Masters bleibt ein Top-Turnier. Es ist eine Belohnung, auch wenn wir krasser Außenseiter sind. Wir wollen einfach Spaß haben.“

BAD SAUERBRUNN. Der Sportliche Leiter Richard Kern schmunzelte: „Dabei sein ist alles“, um zu ergänzen: „Wir wollen uns bestmöglich verkaufen und vielleicht können wir überraschen.“

Einer, der weiß, wie man ein Masters gewinnt, ist Goalie-Routinier Markus Böcskör (36), der auch dreimal zum besten Masters-Tormann gekürt wurde: „Wir fahren dorthin und wollen nicht nur mitspielen, sondern auch um den Sieg mitmischen. Ich denke, wir sind dazu in der Lage.“

Mit Philip Knotzer, Benjamin Bachler und Manuel Gausch kehren drei Urlauber in den Kader zurück. Andreas Strommer, Christian Por und Christoph Krenn werden in der Halle nicht eingesetzt.