Manipulation: So wird aufgedeckt

Während „Play Fair Code“ primär präventiv tätig ist, beobachtet die Firma „Sportradar“ das Wettgeschehen ganz genau und schlägt bei verdächtigen Spielen dann Alarm.

Erstellt am 25. November 2021 | 01:34
Fußball Symbolbild
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Foto: Nattawit Khomsanit/shutterstock.com

Das Bundeskriminalamt, die Firma „Sportradar“ und der Verein „Play Fair Code“ (der vor allem in der Prävention tätig ist) interagieren, wenn es um Spielmanipulation geht. Im Wesentlichen geht es dabei um zwei Punkte. Einerseits das Volumen am Wettmarkt zu monitoren – sprich wie hoch wurde gesetzt – und andererseits zu beobachten, was tatsächlich auf dem Spielfeld passiert. Das ist dann die Basis zur Ableitung in Hinblick auf Manipulationen im Sport.

Die Sportradar AG ist Dienstleister für Sportmedien, die Sportwetten-Industrie, sowie für nationale und internationale Sportverbände wie beispielsweise die UEFA oder den ÖFB. Anhand von Wettquotenverläufen beziehungsweise Quotenanpassungen, die von den an das System angeschlossenen Buchmachern aufgrund der Wetteinsätze ihrer Kunden vorgenommen werden, erkennt Sportradar, ob eine Partie manipuliert ist oder nicht. Veränderungen bei Quoten können sowohl vor, als auch während des Spiels erfolgen. Das System vergleicht dann die Veränderungen des Quotenverlaufs jeder einzelnen Wettart mit der im Vorfeld errechneten Quote.

Im Falle einer bestimmten Abweichung wird automatisch Alarm geschlagen. Die Wettanalysten der Firma schauen sich im Anschluss das Spiel im Detail an und suchen zunächst nach sportlich plausiblen Gründen für die Abweichung. Finden sie keine, gehen sie von einer Manipulation aus. In diesem Fall werden sämtliche Informationen über die am Spiel beteiligten Mannschaften gesammelt und analysiert. Die Daten werden schließlich in einem Bericht dem jeweiligen Verband bzw. der Behörde zur Verfügung gestellt. Die Informationen bezieht Sportradar aus einer eigenen Datenbank sowie aus einem internationalen Netzwerk von mehr als 60 eigenen Wettmarkt-Experten. So konnten laut Firmen-Info sportartenübergreifend mehr als 7000 manipulierte oder manipulationsverdächtige Spiele aufgedeckt und Informationen an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden – Europol und das österreichische Bundeskriminalamt sind hier Partner.

Wobei das BKA laut Sportradar hier weltweit führend und eine der erfolgreichsten Strafverfolgungsbehörden überhaupt sei. Während Sportradar für die Aufdeckung von erhöhten Wetteinsätzen und damit verbundener möglicher Manipulation zuständig ist, geht es bei Play Fair Code um Aufklärung und Prävention. „Wir sind stetig unterwegs, klären vor Ort die Spieler, Funktionäre und auch Schiedsrichter auf. Es wird mit allen Beteiligten gesprochen, die gefährdet sein könnten“, heißt es von Seiten der Organisation.