Ökologische Wärme- und Kälteversorgung mit Flußwasser. Triiiple und AUSTRO TOWER werden komplett ohne CO2-Ausstoß gekühlt und geheizt. In diesem Großprojekt wird gezeigt wie ein ausgeklügeltes Energiekonzept in die Praxis umgesetzt wird.

Update am 18. Mai 2020 (00:01) – Anzeige
Soravia Austro Control Tower
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Die Großprojekte Triiiple und Austro Tower (Austro Control und ASFINAG Headquarter) werden durch neuartige Technologien der SEM Energie- und Gebäudemanagement GmbH in Zusammenarbeit mit dem Spezialisten im Kompaktstationsbau der Zauner Anlagentechnik GmbH ressourcenschonend gekühlt und beheizt. Durch den Einsatz der Flußwasser-Energie kann komplett ohne CO-Ausstoß gekühlt und geheizt werden.

zVg

Mit dem innovativen Konzept, das Wasser des Donaukanals als Energiespender für die Klimatisierung der Gebäude einzusetzen, gelingt es auch aus ökologischer Sicht, das Potenzial des Standorts ideal zu nutzen.

Die BVZ durfte sich in einem Gespräch mit Andreas Stubenvoll über die wesentlichen Vorzüge dieser innovativen Technologie informieren.

BVZ: Was war das Ziel für die Energieversorgung bei diesem Großprojekt?

Andreas Stubenvoll: 100% ökologische Wärme- und Kälteversorgung mit Flußwasser und Brunnenwasser zu erzielen.

BVZ: Was war die Lösung für die spannende Herausforderung?

A.S.: Um diese 110.000 m Gebäude  äche zu heizen und zu kühlen, werden über 1000 m/h Flußwasser aus dem Donaukanal und als Backup Brunnenwasser verwendet. Es wurde ein eigenes Flußwasserbauwerk errichtet, Wasser dient dem Projekt als Energiequelle. Es wird in die Energiezentrale in Triiiple Turm 1 geleitet. Dort wird über speziell geplante Hochtemperatur-Wärmepumpen im Winter Wärme und Kälte (Kühlung) im Sommer hergestellt. Die so erzeugte Energie wird über ein Fernwärme- bzw. Fernkältenetz in die einzelnen Türme verteilt und über Fernwärme-, bzw. Fernkälte-Kompaktstationen der Firma Zauner an die Hochhäuser übergeben und geregelt.

BVZ: Was wird eigentlich alles von dieser Anlage versorgt?

A.S.: Wir heizen und kühlen mit 18 Stück Großstationen 480 Eigentumswohnungen, 670 Apartments und 11.000 m Büros auf einer Gesamtgebäude äche von 110.000 m. Dabei werden saubere 10 MW Heizenergie und 8 MW Kühlenergie erzeugt und an die Gebäude abgegeben.

BVZ: Auf welche interessanten Projekte können Sie mit Ihrer 25 jährigen Berufserfahrung zurückblicken?

A.S.: Also gebürtiger Burgenländer (Großpetersdorf) bin ich sehr stolz, dass wir mit unserem Team schon sehr viele interessante nationale als auch internationale Projekte realisieren dur en. So bauen wir zurzeit das österreichische Parlament mit unseren Fernwärmeanlagen um. Außerdem heizt das größte Gebäude Österreichs, der DC Tower, mit unseren Anlagen.

Wir haben die Semperit in Wimpassing nachhaltig mit angefallenem Produktionsdampf beheizt und ganze Ortschaften wie Seefeld in Tirol freuen sich auf umweltfreundliche Fernwärme von unseren über 300 Fernwärmeanlagen. Obwohl erst kürzlich eine Trinkwassererwärmungsanlage in Trinidad Tobago in der Karibik in Betrieb genommen wurde, freue ich mich immer besonders auf die Betreuung der Anlagen und Projekte meiner „Herzenskunden“, den Betreibern der zahlreichen Nahwärmenetzen im Burgenland, und des burgenländischen EVU.