Uhudeln statt hudeln am Uhudler-Kunstwanderweg

Der Uhudler-Kunstwanderweg lädt zu einer entspannten Wanderung mit einzigartiger Landschaft und kulinarischen Leckerbissen ein.

Selina Paul Erstellt am 25. Juli 2021 | 07:54

Die Gemeinde Eltendorf mit ihrem Ortsteil Zahling ist eine sehr naturverbundene Gemeinde im Südburgenland, wo man bereits seit mehreren Generationen nach dem Motto „Uhudeln statt hudeln“ lebt. Hier ist alles geprägt von unverfälschter Langsamkeit, wo Mensch und Tier Ruhe in der idyllischen Landschaft genießen. Einzigartige Landschaft und Kulinarik laden in die Terrra authentica, wo auch die Uhudlertraube seit mehr als hundert Jahren beheimatet ist.

Eine besondere Traube im Südburgenland

Keine andere Traube ist so verwurzelt in den Bezirken Güssing und Jennersdorf wie die Uhudler-Traube. Bereits seit mehr als 100 Jahren sind nicht veredelte Sorten, sogenannte Direktträger, wie Delaware, Elvira, Concord oder Ripadella hier beheimatet. Ursprünglich stammt der Uhulder von amerikanischen Reben ab, die äußerst resistent gegen Reblaus und Pilzkrankheiten sind. Aus diesem Grund ist der Uhudler ein reines Naturprodukt, das keinen chemischen Pflanzenschutz benötigt. Die Farbe des Uhudlers variiert je nach Sorte und Herkunft, sie reicht beim weißen Uhudler von einem blassen Stroh- bis Hellgelb. Blaue Uhudlertrauben können ein zartes Rosa, aber auch Kirsch- bzw. Ziegelrot hervorbringen. Zu den beiden beliebtesten roten Uhudlersorten zählen Concord und Ripatella, beim weißen Uhudler sind die Sorten Delaware und Elivira sehr beliebt.

Uhudler und Kunst vereint im Wanderweg

Der im Juni 2010 eröffnete Uhulder-Kunstwanderweg in Eltendorf/Zahling ist geprägt von Kunstobjekten, die die Entstehung eines Uhudler-Jahrganges repräsentieren. Franz Krammer ist Künstler und Gestalter dieser elf Kunstwerke. Start- und Endpunkt der Wanderroute ist die Objektgruppe „Flasche“ beim Gemeindeamt in Eltendorf, wo man einen schönen Überblick über die Ortsmitte bekommt. Bei jedem dieser Kunstobjekte kann man eine Informationstafel entdecken, von der man Wissenswertes über die Uhudler-Herstellung erfahren kann. Der Uhudler-Kunstwanderweg ist durch Wegweiser gekennzeichnet und deshalb auch für Wander-Anfänger oder ortsunkundige Wanderer geeignet. Karten und Informationsbroschüren sind bereits beim Start der Route kostenlos erhältlich.

Das Objekt „Traube“ setzt sich aus mehreren Edelstahlscheiben mit verschiedenen Durchmessern zusammen, wodurch die unterschiedlichen Lichtverhältnisse eine sehr plastische Weintraube erzeugen. Der Duft der Uhudlertrauben löst im Gehirn Erinnerungen an reife Trauben bei der Ernte im Herbst aus. Der Weg führt weiter zur Kirche, wo man über die Pfarrgasse zum Brunnenweg Richtung Zahling gelangt. Das Kunstobjekt „Auge“ sieht man nicht nur bei der Wanderung durch die einladende Gegend, sondern auch beim Vorbeifahren mit dem Auto von Eltendorf Richtung Kukmirn vor der Ortstafel von Zahling. Sobald man die einladende Ortschaft Zahling erreicht, entdeckt man die historisch geprägte 700 Jahre alte römisch-katholische Filialkirche des Heiligen Laurentius. Während der letzten Restaurierung konnten romanische Fresken aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts freigelegt werden.

Das nächste Kunstobjekt entlang des Wanderweges ist der „Trichter“. Bei diesem Kunstobjekt angelangt, kann man sich über ein schönes Panorama über die idyllische Landschaft erfreuen. Verschiedene Felder zieren den Wanderweg, in der Ferne kann man kleinere Wälder beobachten. Ganz motivierte Wanderer können bei diesem Objekt entscheiden, ob sie zusätzlich den Uhudler-Kunstwanderweg 2 bestreiten wollen, ansonsten gelangt man nach der Wanderung wieder zum Gemeindeamt in Eltendorf.

Im gesamten Gebiet rund um Eltendorf/Zahling kann man sogar Schwarzstörche beobachten, die im Südburgenland ebenfalls zur Ruhe kommen. Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist ein hochbeiniger Stelzvogel mit langem Hals und spitzem, langem Schnabel. Ihre Federn sind schwarz und metallisch grün, sie besitzen einen purpurnen Glanz und ihr Bauch erstrahlt in einem glänzenden Weiß. Weltweit gibt es nur etwa 12.000 Brutpaare, die Vögel sind für ihre sehr scheue Persönlichkeit bekannt.