Zeilerbergrunde: Von Fledermäusen und Bären

Kleine Höhlenforscher kommen auf dieser Route im Bezirk Neusiedl auf ihre Rechnung.

BVZ Redaktion Erstellt am 09. August 2021 | 08:00

Die sogenannte Zeilerbergrunde ist eine Reise in die Geologie des Leithagebirges. Die Route startet vom Gemeindeamt Winden aus. Sie führt zuerst durch Wohngebiet, schleßlich über einen kleinen Bach, der früher auch die Räder der Gritschmühle bewegte. In dieser Mühle befindet sich heute eine Galerie und das Eier Museum von Wander Bertoni. Unbedingt einen Abstecher sollte man in dessen Skulpturengarten machen. Er liegt direkt auf der Wanderroute und ist öffentlich zugänglich.

Danach heißt es rechts auf einen Güterweg abbiegen, am Ende dann links. Durch Weingärten setzt sich der Weg fort, vorbei an alten Erdkellern, führt er schließlich zur Grafenlucke. Sie gibt in sechs künstlich angelegten Halbhöhlen einen Einblick in die Geologie des Leithagebirges. Im Frühjahr und Herbst trifft man in den engen Deckenspalten immer wieder Fledermäuse verschiedener Arten.

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Am Westhang des Zeilerbergs. Die Bärenhöhle steht seit 4. Februar 1929 unter Bundesdenkmalschutz. 
Böhm-Ritter

Nur wenige hundert Meter weiter findet sich schließlich das Ludlloch – besser bekannt als Bärenhöhle. Um zu ihr zu gelangen, muss man die Wanderroute zwar verlassen, der kurze Abstecher über eine Stiege durch den Wald lohnt sich aber allemal. Vor allem mit Kindern sollte man nicht an der Schichtfugenhöhle vorbeigehen. Sie regt sicherlich die Fantasie der kleinen Wanderer an. Hier wurden Anfang des 20. Jahrhunderts Knochen von Höhlenbären und anderen eiszeitlichen Tieren entdeckt.

Um die Route fortzusetzen, gehen Sie dann wieder zurück auf den Weg und biegen bald drauf bei einem Hochstand rechts in einen Trampelpfad ein. Oben gabelt sich der Weg, nehmen Sie die linke Abbiegung, die Sie nach wenigen Metern auf einen Forstweg bringt. Der Zeilerberg ist zwar ersichtlich, er ist jedoch nicht erreichbar, da er im militärischen Sperrgebiet des Truppenübungsplatzes Bruckneudorf liegt, worauf bald auch schon Hinweistafeln verweisen. Auch der Weg gibt wieder einen Blick auf das „Innenleben“ des Leithagebirges: An einer Stelle zeigt sich kristallines Urgestein, das den Kern des Gebirgsstockes bildet, an einer anderen wiederum heller Leithakalk, der ihn an weiten Teilen ummantelt.

Nach einem idyllischen Waldstück geht es bald wieder bergab, in der Ferne zeigen sich der Hackelsberg und die zweitürmige Kirche von Winden.

Wiederum passieren Sie alte, aus Leithakalkstein errichtete Keller, ehe Sie durch Weingärten wieder in bebautes Gebiet gelangen.

Vorbei an einer Muttergottesstatue aus dem 19. Jahrhundert gelangen Sie zurück zum Ausgangspunkt.